Prichsenstadt

Ein Kindergartenbus für zehn Ortsteile?

Ein Kindergartenbus, der durch alle zehn Prichsenstädter Ortsteile fährt, war im Prichsenstädter Stadtrat ein Thema.
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Abgelehnt: Die Gemeinde Kolitzheim will keinen Zuschuss für die Fahrten der Gernacher Kinder in den Kindergarten zahlen. Andere Kommunen finanzieren Kindergartenbusse, wie zum Beispiel die Gemeinde Biebelried, in der 2013 dieses Foto aufgenommen wurde. Foto: Archivfoto: Robert Haaß

Ein Kindergartenbus, der durch alle zehn Prichsenstädter Ortsteile fährt, die Kinder daheim abholt, zu einem der drei Kindergärten fährt und nachmittags wieder nach Hause bringt - auf den ersten Blick ein durchaus positiver Antrag, den Ratsmitglied Stefan Deppisch in der Sitzung am Donnerstagabend gestellt hatte. Als Vorbild nannte er den Ort Biebelried mitsamt dessen Ortsteilen Kaltensondheim und Westheim. Die Verwaltung, so sein Antrag, solle eine Bedarfs- und Kostenanalyse erstellen und dem Rat zur weiteren Beratung vorlegen. Die Kindergärten befinden sich in Prichsenstadt, Kirchschönbach und Stadelschwarzach.

Mit dem Grundgedanken, die Eltern durch diesen Bus zu entlasten, stieß Deppisch schon auf eine gewisse Sympathie. Wobei Bürgermeister René Schlehr auf einen prägnanten Unterschied zwischen Biebelried und Prichsenstadt hinwies: "Die haben drei Ortsteile, wir haben zehn Ortsteile". Und weiter: Der Bus gehöre der Gemeinde Biebelried, die Fahrer seien ehrenamtlich unterwegs und wechseln sich wöchentlich ab. Auch stehe der Bus abends und an den Wochenenden auch den örtlichen Vereinen zur Verfügung. "Ob sich dieses Konzept eines Ortes mit drei Ortsteilen bei uns umsetzen lässt, können wir überhaupt nicht abschätzen, auch nicht die anfallenden Kosten", sagte Schlehr.

Grundlegend fand zweiter Bürgermeister Alfons Saugel an dem Gedanken Gefallen, "allein er ist nicht umsetzbar. In Biebelried bringen sie zwei, drei Kinder zum Kindergarten, hier sind es wesentlich mehr". Helmut Happel wies als ehemaliger Kindergartenbusfahrer auf den Sicherheitsaspekt hin. "Allein schon die heutigen Kindersitze nehmen viel Platz weg, in einem Neun-Sitzer können eh nur acht Kinder sitzen, die Kindersitze werden immer größer", sagte er. Harald Eger befand, dass die Räte "in der Diskussion schon wieder viel zu weit" seien. "Wollen wir einen Kindergartenbus, oder wollen wir ihn nicht? Darüber müssen wir entscheiden." Dennoch ging die Diskussion weiter, über die unterschiedlichen Buchungszeiten in den einzelnen Einrichtungen über die Abholzeiten und wie ein solcher Bus getaktet sein müsse und dass der Fahrer dann im Grunde den ganzen Tag über unterwegs wäre. "Außerdem müssten wir dafür auch noch Freiwillige finden, sonst müssen wir jemanden einstellen", sagte der Bürgermeister.

Insbesondere brachte er die aufwändige Bedarfsplanung ein, die "nicht unerhebliche Personalkapazitäten im Rathaus bindet". Dort fand Deppisch eine machbare Lösung: Fragebögen in den drei Kindertageseinrichtungen, in dem Eltern einen möglichen Bedarf eintragen können. Letztlich beauftragte der Rat mit 15:1 Stimmen die Verwaltung, den Bedarf zu analysieren mit der Blickrichtung, ob überhaupt noch weitere Analysen notwendig sind. Somit, betonte Schlehr zum Ende der Debatte, "haben wir nur beschlossen zu prüfen, ob wir einen solchen Bus einrichten wollen, eingerichtet ist er noch lange nicht".

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