IPHOFEN

Ein Jahr im Ausland macht Mut

Sie möchte allen Gleichaltrigen mitteilen, wie toll so ein Jahr im Ausland sein kann. Und wie viel es für die Entwicklung des Selbstbewusstseins bringt. Also hören wir uns Leah-Valentina Haut an. Mit 16 Jahren hat sie sich aufgemacht und ein Jahr in den USA gelebt.
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Leah-Valentina Haut mit ihren Gastgeschwistern aus den USA auf dem Weg zum Abschlussball. Foto: Fotos: Haut
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Iphofen, Neubaugebiet: Leah-Valentina ist mittlerweile 17 Jahre jung. Mit ihren zwei älteren Schwestern genießt sie die Ferien. Lesen ist angesagt und surfen – zumindest im Internet. „Ich war immer die Kleine und gut behütet“, erzählt Leah-Valentina. Die Jüngste ist sie immer noch. Aber der Respekt ist gewachsen. Ein Jahr im Ausland hinterlässt Spuren.

Der Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt ist bereits mit zwölf Jahren gewachsen. Da hat die Iphöferin von einem Austauschprogramm in der Zeitung gelesen. „Meine Eltern haben mich von Anfang an unterstützt“, freut sie sich. Mit zwölf Jahren haben sie ihre Tochter aber natürlich noch nicht ins Ausland verabschiedet.

Frühestens mit 15 Jahren darf man sich bei der Organisation Youth for Understanding (YFU) bewerben. Leah-Valentina hat sich durch die gesamten Anmeldeformulare gearbeitet, ein Schreiben über sich und ihre Motivation für das Abenteuer aufgesetzt und an einem Auswahlgespräch teilgenommen. Zwei Wochen später hat sie das „go“ bekommen. Columbus im Bundesstaat Ohio sollte für ein Jahr ihre neue Adresse lauten. „Natürlich denken alle bei den USA an Kalifornien oder Florida“, sagt die 17-Jährige und lacht. „Aber mir hat es in Ohio sehr gut gefallen.“

Ihre Kenntnisse von Ohio im Mittleren Westen der USA tendierten Anfangs gegen Null. Jetzt kennt sie nicht nur die schönen Ecken des Staates zwischen West Virginia und Indiana – sondern noch viel mehr vom Land. New York, Niagara-Falls, Florida und als absoluter Höhepunkt an Weihnachten eine Karibik-Kreuzfahrt: Leah-Valentinas Gasteltern haben der Gasttochter viel geboten. Mit ihrer gleichaltrigen Gastschwester Kaitlyn und dem 14-jährigen Gastbruder Joshua hat sie heute noch fast täglich Kontakt. Mit einigen neuen Freunden von der High-School ebenfalls.

Schule von 7.30 Uhr bis 17 Uhr: So schaute der Alltag an der High-School in Columbus aus. Nach dem regulären Unterricht besuchte Leah-Valentina noch unterschiedliche Kurse, die am Nachmittag angeboten wurden: Im Tennisteam spielte sie mit, lernte amerikanisch kochen und fertigte Schmuckstücke in einem Kunstkurs an. Beim Spielenachmittag mit den Kindern der benachbarten Grundschule konnte sie ihre Englisch-Kenntnisse noch weiter festigen. „Nach vier bis fünf Monaten war das überhaupt kein Problem mehr“, sagt sie. „Seither spreche ich fließend Englisch.“ Wer ständig mit Native Speakern in Kontakt ist, der lernt eine neue Sprache eben sehr schnell.

Nicht nur deshalb hat Leah-Valentina von ihrem Auslandsaufenthalt profitiert. „Meine Vorurteile gegenüber den USA sind weg“, sagt sie. Jeden Tag Fast Food und faule Schüler – die Iphöferin hat das ganz anders erlebt. Beinahe jeden Tag hat sie neue Menschen kennengelernt und ist alleine dadurch selbstbewusster geworden. Der Beleg: Nach dem Abitur will sie noch einmal in die USA reisen und dann Medizin studieren. Am liebsten in Irland oder Schweden. Ein Jahr im Ausland macht Mut.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.yfu.de

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