Dettelbach

Ein Imagegewinn für die Stadt

Freitags-Fragen am Marcel Hannweber: Aufregende Wochen für das Organisationsteam des Wincent-Weiss-Konzerts in Dettelbach
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Die Vorbereitungen für das Konzert mit Wincent Weiss in Dettelbach laufen. Am Donnerstag verwandelte sich die Wiese gegenüber der Frankenhalle im Gewerbegebiet Ost in ein Festivalgelände. Mit dabei neben den Profis für den Bühneaufbau zig Mitglieder von Dettelbacher Vereinen.
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Die letzten Infos vor dem Konzert, dazu ein Blick auf die zuletzt geführte Kosten-Diskussion: Marcel Hannweber gibt im Namen des Organisationsteams Auskunft.

Wie fühlt man sich als Konzertorganisator?

Marcel Hannweber: Es ist eine große Aufgabe, aber eine sehr spannende, lehrreiche und freudige. Alleine könnte man so eine Aufgabe in der Kürze der Zeit natürlich nicht schaffen. Wir sind ein Orga-Team, welches sich bereits während der Wettkämpfe aus den unterschiedlichsten Leuten gebildet hat. Wichtig ist, dass vom Bürgermeister über die Verwaltung bis zum Bürger alle begeistert dabei sind.

Wie groß ist der Helferkreis?

Hannweber: Wir im Orga-Team sind etwa zehn Personen. Nach dem Gewinn des Titels haben wir für den Zweck der Veranstaltung die 'Coolste Gemeinde Dettelbach 2018 GbR' gegründet. Nach einem öffentlichen Aufruf an alle Vereine im Stadtgebiet Dettelbach wurden insgesamt elf Vereine Mitglied. Insgesamt jedoch haben 20 Vereine etwas von einer möglichen Gewinnausschüttung, aus Abrechnungsgründen mussten oder konnten die neun weiteren Vereine nicht Mitglied werden. Unser Anliegen war es, dass Dettelbach zusammenrückt und alle Orte dabei sind.

Was galt es alles zu organisieren?

Hannweber: Eine Menge. Zuerst haben wir unser Orga-Team neu strukturiert und erweitert, dann wurden die Vereine mobilisiert. Die Gemeinde gab uns Aufgaben und klare Vorgaben, was sie von uns, dem Orga Team erwartet, außerdem gab es verzwickte Stadtratsbeschlüsse umzusetzen.

Womit hätten Sie bei den Vorbereitungen nicht gerechnet? Was hat Sie überrascht?

Hannweber: Naiv sind wir als Orga-Team wirklich nicht an diese Aufgabe herangegangen, deshalb waren wir schon auf vieles gefasst. Beeindruckt hat mich allerdings die Versammlungsstättenverordnung und die Auslegungsmöglichkeit. Gut fand ich auch das Zusammenspiel und die Flexibilität der beteiligten Behörden. Überrascht hat mich vor allem, wie schnell die Kosten in die Höhe springen, wenn man unüberlegt, voreilig oder beratungsresistent so eine Veranstaltung als Veranstalter ausführt.

Dass das Konzert nicht wie ursprünglich gewünscht in der Stadt stattfindet . . .

Hannweber: Es war auch mal der Mainfrankenpark im Gespräch, der war noch weiter weg. Wir sind froh im Industriegebiet einen Platz gefunden zu haben, der in Stadtnähe ist. Außerdem wäre ein Konzert im Herzen Dettelbachs mit unglaublich hohem Aufwand und wesentlich geringeren Besucherzahlen nicht die optimale Lösung gewesen.

Wie viele Besucher werden kommen?

Hannweber: Je nach Wetter denke ich 8000, so in etwa war es in den vergangenen Jahren auch. Es werden insgesamt 10 000 Karten ausgegeben, da es aber ein Gratiskonzert ist, werden einige einfach nicht kommen, aber wir freuen uns über alle, die da sind!

Wird irgendwann wegen Überfüllung geschlossen?

Hannweber: Das ist relativ einfach, das Fest ist für 10 000 Leute genehmigt und es gibt auch nicht mehr Karten. Alleine an Dettelbacher gingen fast 6000 Karten. Also kann es zu keiner Überfüllung kommen und jeder, der ein Ticket hat, wird Wincent Weiss erleben können, wenn er kommt.

Was gilt es sonst noch für die Besucher zu beachten?

Hannweber: Frühzeitig kommen, Fahrgemeinschaften bilden und den Tag entspannt genießen, auch wenn es mal zu Stau vor den Parkplatzeinfahrten kommt.

Wie sieht es mit Parkplätzen aus?

Hannweber: Der Parkplatz ist direkt am Festgelände und es stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Gerne darf auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad gekommen werden. Der Parkplatz öffnet 15.30 Uhr.

Ihr Lieblingslied von Wincent Weiss?

Hannweber: Ich finde 'Wir sind' sehr schön, da es vor allem am besten die derzeitige Stimmung in Dettelbach beschreibt.

Ihre persönliche Erwartung an den Abend?

Hannweber: Tolles Wetter, tolle Leute, Spaß haben und diesen Augenblick abspeichern für die Ewigkeit!

Steht schon ein Termin für ein Helferfest fest?

Hannweber: Noch nicht, dazu blieb uns noch keine Zeit. Aber da lassen wir uns schon was einfallen!

Wie schätzen Sie das Risiko ein, auf hohen Verlusten sitzen zu bleiben?

Hannweber: Natürlich bleibt das Wetterrisiko immer und damit steht und fällt das Fest. Unseren Risikobereich haben wir jedoch mit Werbepartnern sowie durch Versicherungen und klugem Wareneinkauf im Griff.

Mögliche Verluste muss die Stadt zahlen . . .

Hannweber: . . . 'muss' ist der falsche Ausdruck. Die Gemeinde, der Stadtrat sowie alle Beteiligten wussten von Anfang an, was auf sie zukommt. Es wurde immer mit offenen Karten gespielt, wenn man zuhört, erfährt man viel. Über die hohen Kosten, über die jetzt nochmals in der Stadtratssitzung vom 14. Mai diskutiert wurden, kann man natürlich diskutieren, aber man kann nicht jetzt überrascht tun, als war es gänzlich unbekannt. Die Stadt hat sich bewusst für diese Abrechnungsmethode entschieden.

Ist es da noch fair, die Einnahmen von vornherein allein den Vereinen zufließen zu lassen?

Hannweber: Diese Abrechnungsmethode ist uns klar vorgegeben worden und auch so mit den beteiligten Vereinen kommuniziert. Ein großer Anteil aller Dettelbacher Vereine wird an den möglichen Einnahmen beteiligt. Jeder Verein hätte beitreten können. Die mögliche Ausschüttung geht ja an keine Privatperson, sondern an Vereine, welche sich wiederum für die Allgemeinheit oder für Jugendarbeit einsetzen. Viele Vereine beantragen ja auch immer wieder Zuschüsse von der Stadt, wenn es den Vereinen gut geht, muss die Stadt auch nicht so viele Zuschüsse auszahlen. Das Ganze ist eine Win-Win-Situation.

Ist das bei solchen Kostenbeträgen fair gegenüber allen steuerzahlenden Bürgern in Dettelbach?

Hannweber: Ich finde ja. Alleine an Dettelbachern wurden knapp 6000 von 7000 möglichen Karten verteilt. Das bedeutet, die Stadt Dettelbach gibt ihren Bürgern wieder etwas zurück. Und die Gewinne der "Coolsten Gemeinde Dettelbach 2018 GbR" werden wieder an die beteiligten Vereine ausgezahlt. Unser Stadtfest 1275 Jahre Dettelbach hat auch in etwa 35 000 Euro gekostet, dies war ebenfalls ein tolles Fest und es war auch am Anfang nur schwer durchsetzbar im Stadtrat, hatte auch Außenwirkung und im Nachgang waren alle dankbar für dieses Fest.

Handelt es sich hier noch um Win-Win? Oder hat das Radio mehr davon als die womöglich geschröpfte Stadt?

Hannweber: Leider hat die Stadt Dettelbach es in der Außenwirkung nicht verstanden, dass das Fest eine echter Gewinn für uns ist. Es wurde bereits viel Negatives und immer nur über das Geld gesprochen. Die guten Dinge wurden noch nicht erkannt. Natürlich müssen sehr viele Leute helfen, dennoch ist das Fest ein Imagegewinn für die Stadt und ein Aktivierungspotenzial für Vereine, Jugend und Co. Der Zusammenhalt und die Vernetzung der Vereine ist klar spürbar und das Fest ist in der Bevölkerung ganz klar gewollt, das muss man einfach akzeptieren. Wie man dieses Fest wirklich vermarktet, haben uns Volkach und alle Vorgängergemeinden vorgemacht.

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