VOLKACH

Ein Herz für Amphibien

„Als 1984 die Volkacher Ortsgruppe des Bundes Naturschutz (BN) sich der Amphibien am Rothenbachsee zwischen Volkach und Eichfeld annahm, wagte niemand vorherzusagen, dass es gelingt, eine mittlerweile bayernweit bekannte Population von mehreren tausend Tieren über einen Zeitraum von 30 Jahren zu retten.“ Mit diesen Worten begrüßte Willi Freibott, Vorsitzender der Ortsgruppe Volkach des Bundes Naturschutz 40 Bürger an der neuen Amphibiendurchgangsanlage des Sees anlässlich der BN-Winterwanderung.
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Amphibien brauchen für ihren Nachwuchs unbelastetes Wasser. Foto: ArchivFoto: Varasano
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„Als 1984 die Volkacher Ortsgruppe des Bundes Naturschutz (BN) sich der Amphibien am Rothenbachsee zwischen Volkach und Eichfeld annahm, wagte niemand vorherzusagen, dass es gelingt, eine mittlerweile bayernweit bekannte Population von mehreren tausend Tieren über einen Zeitraum von 30 Jahren zu retten.“ Mit diesen Worten begrüßte Willi Freibott, Vorsitzender der Ortsgruppe Volkach des Bundes Naturschutz 40 Bürger an der neuen Amphibiendurchgangsanlage des Sees anlässlich der BN-Winterwanderung.

Der frühere Aufwand der Zaun-Kübel-Methode einschließlich des akribischen Zählens und Bestimmens der Arten habe sich gelohnt. So seien die Erkenntnisse Grundlage für den artgerechten Bau der technischen Anlage gewesen, heißt es in der Mitteilung des BN Volkach.

Ulrike Geise, Amphibienbeauftragte des BN, wies darauf hin, dass zahlreiche Amphibienarten vom Aussterben bedroht seien, weil sie auf Veränderungen ihres Umfeldes reagieren. Kröte, Frosch oder Molch brauchen ein gutes Gewässer zum Laichen, Wiesen zum Wandern und Hecken, um sich für den Winter in Erdlöcher zurückzuziehen, so die Expertin. Eine zunehmend stark befahrene Straße zwischen Gewässer und Wandergebiet oder eine intensive Bewirtschaftung der Wanderstrecke könnten zu einem Zusammenbruch der Population führen.

Ebenso könne sich eine nicht zielgerichtete Landschaftspflege negativ auswirken. Wenn tiefe Schilfgürtel an Gewässern plötzlich bis auf einen schmalen Streifen entfernt werden, solle man den Sinn und die Zweckmäßigkeit der Maßnahme hinterfragen. Landschaftspflege sei aus Sicht des BN kein Selbstzweck. Auch das Gewässer müsse bestimmte Voraussetzungen aufweisen. So dürften auf keinen Fall Laich und Kaulquappen fressende Fische, wie der Zander eingesetzt werden. Dagegen sei die Bewirtschaftung mit Karpfen für die Amphibien sehr positiv, weil diese den Untergrund auflockern. Ferner müsse die Wasserqualität stimmen.

Geise sieht die Arbeit der Ortsgruppe noch nicht als beendet an. „Auch die beste Anlage kann kleine Fehler mit großen Auswirkungen enthalten,“ wird sie in der Mitteilung zitiert.

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