Der Umbau des ehemaligen Rathauses zum künftigen Nordheimer Pfarrheim geht in die Endphase. Bis Ende Oktober sollten laut Bauvorgabe die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. „Das werden wir nicht ganz schaffen“, berichtet Ortsgeistlicher Pater Philippus. Seiner Aussage zufolge gab es im Bereich der Außenarbeiten Verzögerungen, die vorher nicht kalkulierbar waren. Und dennoch ist der Geistliche zuversichtlich, dass man bis Ende des Jahres so weit ist, dass man vom bisherigen Pfarrhaus in das neue Domizil umziehen kann. Die Kirchenverantwortlichen freuen sich, dass durch den Umbau künftig das kirchliche Leben in einem Haus stattfinden kann.

Für kirchliche Zwecke wurde das von der Pfarrei erworbene, alte Rathaus bereits seit 1969 genutzt. So befand sich an der Nordseite des zweigeschossigen Hauptgebäudes ein Anbau, der unter anderem als Aussegnungs- und Leichenhalle genutzt wurde.

Das Raumprogramm im Pfarrhaus sieht für das Erdgeschoss einen kleinen Saal, die Bücherei – sie war bislang im bisherigen Pfarrhaus untergebracht –, eine Teeküche und ein behindertengerechtes WC vor. Im Obergeschoss befinden sich daws Pfarrbüro, ein Sitzungszimmer für den Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung, ein Gruppenraum und sanitäre Anlagen. Das historische Gebäude aus dem 16. Jahrhundert erhält eine Wärmedämmung. So werden Fenster, Dacheindeckung und Außenputz unter denkmalgerechten Aspekten behandelt.

Die Planung für den Umbau des ehemaligen Rathauses reicht schon etliche Jahre zurück. Doch zunächst stand einmal der Umbau des Kindergartens im Jahr 2009 auf der Prioritätsliste ganz oben. Nach dessen Sanierung kam rückte der Umbau des Rathauses ins Blickfeld. „Wir konnten das Ganze nicht noch einmal zehn Jahre vor uns herschieben“, so Kirchenpfleger Edmund Gürsching. Nach den Ausführungen von Pater Philippus hat man derzeit als Kirche vier Gebäude zu unterhalten. Das könne man sich auf die Dauer nicht leisten. „Sobald das alte Rathaus renoviert ist und wir umgezogen sind, wird das Pfarrhaus verkauft“, so der Ortsgeistliche.

Motor des Projektes war neben Pater Philippus insbesondere Kirchenpfleger Edmund Gürsching, der bislang an die 500 Arbeitsstunden an der Baustelle leistete. Neben Gürsching gibt es eine Zahl weiterer freiwilliger Helfer, die unter anderem die Heizung ausgebaut und den Kamin abgebaut haben. Die zu finanzierende Bausumme beläuft sich auf etwa 600 000 Euro. Von der Diözese erhält man einen Zuschuss in Höhe von rund 350 000 Euro, von dem ein Teil in diesem Jahr, der Rest 2015 ausbezahlt wird. Der Anteil der Gemeinde beträgt zehn Prozent. Der Anteil aus dem Pfarrhausverkauf fließt ebenfalls in die Finanzierung ein. Für die Restfinanzierung ist die Kirchenverwaltung verantwortlich und wird dementsprechend ein Darlehen aufnehmen müssen. Nach den Ausführungen des Ortsgeistlichen ist die Pfarrei auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen.