Markt Einersheim

Ein Experiment beginnt: Dienst in zwei Dekanaten

Groß ist die Freude in den Kirchengemeinden Ippesheim, Bullenheim und Herrnberchtheim: Die Zeit der Vakanz ist vorbei.
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Fröhlich ging es bei der Einführung des Pfarrersehepaars Ivonne und Dietmar Kleinschroth zu.
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Groß ist die Freude in den Kirchengemeinden Ippesheim, Bullenheim und Herrnberchtheim: Die Zeit der Vakanz ist mit der Einführung des Pfarrerehepaars Ivonne und Dietmar Kleinschroth vorbei. Mit dem Dienstantritt der beiden startet auch das Experiment der Kooperation zweier Dekanate, denn Ippesheim und Bullenheim gehören zum Dekanat Markt Einersheim, Herrnberchtheim zum Dekanat Uffenheim. Zugehörig ist das Pfarrerehepaar dem Dekanat Markt Einersheim.

Unkomplizierte Zusammenarbeit

Bei diesem Experiment, das machte der Uffenheimer Dekan Karl-Uwe Rasp klar, müsse jeder zu seinem Recht kommen. Er ist überzeugt, dass es „mit Vertrauen und gutem Willen“ gelingen wird. Er freute sich, dass Ivonne und Dietmar Kleinschroth bereit seien, sich darauf einzulassen.

Mit Blick auf den kommenden neuen Landesstellenplan betonte Rasp: „Wir müssen uns so aufstellen, dass Pfarrstellen für unsere Pfarrer attraktiv sind.“ Als Voraussetzungen nannte Rasp intakte Pfarrhäuser, die Bereitschaft der Kirchengemeinden, offen für Veränderungen zu sein und eine dankbare und positive Einstellung der Gemeindemitglieder.

Dekan Ivo Huber (Markt Einersheim) lobte die bisherige unkomplizierte Zusammenarbeit. „Wir haben Vertrauen zueinander und wollen dies auch mit dem Pfarrerehepaar leben.“ Bis hierher sei es kein einfacher Weg gewesen, räumte Huber ein. Viele Entscheidungen seien nötig gewesen, manche hätten auch weh getan, gerade die über den Pfarrsitz, der nun in Ippesheim sei.

„Der Wille, für alle das Beste zu bekommen, hat alle zusammengeschweißt“, sagte Huber.

Nach dem Verlesen der Urkunden und der Einsegnung, auch Sohn Konrad wurde mit einbezogen, standen Ivonne und Dietmar Kleinschroth gemeinsam auf der Kanzel der vollbesetzten Ippesheimer Heilig-Kreuz-Kirche. Der Einführungsgottesdienst wurde auch in ein neben der Kirche aufgebautes Zelt übertragen, denn es waren auch sehr viele Gemeindemitglieder der früheren Kirchengemeinde Gerhardshofen gekommen.

Jubel und Gebet

Mit der Frage „Wie geht es Dir“ beschäftigte sich das Pfarrerehepaar in seiner Predigt. Und natürlich mit den Antworten, die oftmals nicht ehrlich seien, weil man meist zeigen wolle, dass man alles im Griff habe, der Fragende aber vermutlich auch mit einer ehrlichen Antwort überfordert sei. Es gebe aber nichts Schlimmeres, als das Leid in sich zu vergraben. Die beiden 46-Jährigen erinnerten an den Brief des Jakobus, in dem es um die Macht des vertrauensvollen Gebetes geht. Wer leide, solle beten, wer guten Mutes sei, der solle Psalmen singen, heißt es dort sinngemäß. Das hier Empfohlene sei das Gegenteil von dem, was wir täten, nämlich nur keine Gefühle zeigen. Beten jedoch richte Menschen neu aus, ein Betender bleibe nicht allein in seinem Leid. Beten bringe den Menschen in Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen.

Und Singen stärke - wissenschaftlich belegt - die Abwehrkräfte. Kirche sei ein Ort, wo Jubel und Gebet geborgen seien - und alles fange mit Ehrlichkeit an.

In diesem Sinne freuen sich die beiden Neuen auf viele Begegnungen in ihren Gemeinden. Ganz fremd sind sie dort nicht, denn Dietmar Kleinschroth stammt aus Mörlbach, Ivonne Kleinschroth aus Uffenheim. Aus der Zeit in der Christian-von-Bomhard-Schule oder dem Dekanatsjugendchor, in dem Ivonne Kleinschroth sang, gibt es noch viele Berührungspunkte. Rechtzeitig fertig geworden bis auf Kleinigkeiten ist auch die Renovierung des Pfarrhauses. 1100 ehrenamtliche Stunden sind dabei geleistet worden. Das Engagement von Hans Stahl, Karl Hegwein und Roland Schumann würdigte das Pfarrerehepaar besonders.

Herzliche Worte des Willkommens sprachen Hans Stahl (Vertrauensmann Ippesheim), Elsbeth Lilli (Vertrauensfrau Herrnberchtheim), Pater Wilson Packiam (Seinsheim), die Landessynodale und Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann, der Stimmkreisabgeordnete Hans Herold, Bürgermeisterin Doris Klose-Violette, die stellvertretende Landrätin Gisela Keller sowie Pfarrerin Christine Stradtner (Seniorin Dekanat Uffenheim) und Gerhard Schwab (Senior Dekanat Markt Einersheim).

Worte des Dankes gab es an die Vakanzvertreter. Pfarrer i.R. Reinhard Kern (Markt Nordheim) hat auch noch in seinem Ruhestand in Ippesheim die Vertetung übernommen, für Herrnberchtheim waren es das Pfarrerehepaar Christine und Uwe Stradtner (Gnötzheim) sowie Christoph Schwethelm (Gnodstadt).

Elsbeth Lilli erinnerte an die dreijährige Vakanz und an den Weg zur Kooperation, der für Herrnberchtheim den Verlust des Pfarrhauses bedeutet habe. Die Übertragung des Gebäudes auf die politische Gemeinde, die daraus ein Haus für die Gemeinde machen möchte, stehe noch aus. „Für uns passt's“, sagte Lilli, die bekräftigte, dass man hier nicht mehr in Grenzen, sondern in Regionen denke.



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