Prichsenstadt
Vorstellung

Ein Buch für den ganzen Landkreis

Das Jahrbuch "Im Bannkreis des Schwanbergs" konzentriert sich dieses Mal auf die Region Prichsenstadt. Neue Autoren, wie Volker Bolesta, wollen die Vergangenheit lebendig halten.
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Das erste Exemplar des Landkreisbuches "Im Bannkreis des Schwanbergs" erhält Bürgermeister Adolf Falkenstein (rechts) aus den Händen des Verlegers Dr. Josef Röll. Initiators Reinhard Hüßner ist stolz, die Reihe der Jahrbücher fortsetzten zu können.
Das erste Exemplar des Landkreisbuches "Im Bannkreis des Schwanbergs" erhält Bürgermeister Adolf Falkenstein (rechts) aus den Händen des Verlegers Dr. Josef Röll. Initiators Reinhard Hüßner ist stolz, die Reihe der Jahrbücher fortsetzten zu können.
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Seit fünf Jahren erscheint das Jahrbuch für den Landkreis Kitzingen "Im Bannkreis des Schwanbergs" mit wechselnden Schwerpunkten im J.H. Röll Verlag in Dettelbach. Nach Kitzingen, Iphofen, Volkach und Marktbreit sind diesmal Geschichten und Geschichte Prichsenstadts der Hauptinhalt des rund 300-seitigen Werkes.
Erstmals in die Reihen der Autoren gesellt hat sich Volker Bolesta. Seit nunmehr 30 Jahren wohnt der ehemalige Volksschullehrer und Erzieher in Prichsenstadt. "Als ich hierher kam fielen mir die zahlreichen Inschriften in den Torbögen auf über deren Herkunft mir aber niemand etwas sagen konnte", erinnert er sich.
Er begann mit Genehmigung der Stadt in den Archiven und Standesamtregistern zu lesen, erforschte die Familiengeschichten der einzelnen Anwesen und begann die Handwerkszeichen zu erfassen. Ihn faszinieren die alten Schriften, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. "Allerdings muss man sich da schon gut einlesen, um den Satzbau zu erkennen und die alten Handschriften entschlüsseln zu können", sagt er nicht ohne Stolz.
Inzwischen hat er als ehrenamtlicher Archivar seinen eigenen Schlüssel zu den Räumen mit den antiquarischen Schätzen und vergräbt sich dort oft für viele Stunden. Ihn interessiert das Leben der einfachen Menschen, des kleinen Mannes im Ort.
Über seine Motivation sagt Volker Bolesta: "Wer seine Vergangenheit nicht kennt, kann seine Zukunft nicht gestalten."
Im Zuge seiner Nachforschungen hat der Archivar sich natürlich auch mit einer der bekanntesten Traditionen Prichsenstadts befasst, die heute noch als touristische Attraktion dient, dem Nachtwächter. Aus dem 17. Jahrhundert stammt die erste Dienstvorschrift für den Nachtwächter, der in der Stadt den nächtlichen Lärm verhindern und verdächtige Personen in Verwahrung nehmen sollte. Über diese Tradition handelt Bolestas interessanter Beitrag im Landkreisbuch.

Lob vom Bürgermeister


"Es ist was Wundervolles draus geworden", lobte Bürgermeister Adolf Falkenstein das Buch bei der Vorstellung am Montagabend. Er dankte allen, die im Hintergrund Fakten zusammengetragen hatten, um dieses Buch mit Leben zu erfüllen.
Schriftenleiter Reinhard Hüßner erinnerte an die Anfänge dieses Landkreisbuches, die bis in die 60er Jahre zurückgehen. Nach einer schmerzhaften Lücke ab 1982 konnte die Geschichtensammlung seit 2009 nun wieder, dank dem engagierten Autorenteam, jährlich aufgelegt werden. Auch diesmal sind die Themen vielseitig wie seine Autoren, die vom gelernten Hochschulprofessor bis zum ambitionierten Hobbyhistoriker reichen und ihre Beiträge ehrenamtlich zur Verfügung stellen.
Einige der Autoren waren geladen, einen kurzen Einblick in ihre Arbeiten zu geben. Über die Veränderungen während verschiedener Epochen seines derzeitigen Wohnsitzes, des ehemaligen Wasserschlosses in Altenschönbach, referierte Berthold Freiherr von Crailsheim.

Einmalige Kindergräber


Ebenfalls mit diesem Ortsteil Prichsenstadts, beziehungsweise der dortigen Kirche, befasste sich in seinen Nachforschungen der ehemalige Hochschuldozent für Geschichte, Professor Dr. Klaus Arnold, aus Kitzingen. Als einmalig bezeichnete er in seinem Bericht die Kindergräber im Kirchenschiff, die Zeugnis geben von der Liebe des Georg Wolf von Crailsheim zu seinen elf vor ihm verstorbenen Kindern.
Eine sagenhafte Wanderung auf den Schwanberg beschreibt Monika Conrad. Ihr Steckenpferd ist seit Jahren dieser Berg, um den sich so viele Geschichten weben. Trotz des Schwerpunktes Prichsenstadt werden historische Themen aus der gesamten Region ins Landkreisbuch einbezogen, die vielseitig und kurzweilig zu lesen sind.



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