Obernbreit/Albertshofen

Ein Albertshöfer kandidiert als Bürgermeister in Obernbreit

Den Blick von außen auf Obernbreit hat Thorsten König (CSU) als Albertshöfer. Von der Kanzel hat er ihn sogar von oben. Dort verrät er seine Ideen fürs Bürgermeisteramt.
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Thorsten König aus Albertshofen möchte Bürgermeister in Obernbreit werden und hat sich für das Foto den Blick von der "Kanzel" auf den Ort ausgesucht. Foto: Robert Haaß
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Das Café in Obernbreit hat an diesem Nachmittag geschlossen. Also geht es mit Thorsten König gleich hinauf auf die "Kanzel", den Aussichtspunkt, an dem der Bürgermeisterkandidat der CSU fotografiert werden möchte und auf der auch das Gespräch mit der Redaktion stattfindet. Zum Zeitpunkt des Gesprächs hatte er noch keine Bleibe in der Gemeinde; mittlerweile hat er dort eine Wohnung angemietet und den Zweitwohnsitz angemeldet, wie er sagt.

Was bringt einen Albertshöfer dazu, in Obernbreit als Bürgermeisterkandidat anzutreten? "Das ist eine längere Geschichte", sagt König und erzählt. Eigentlich habe er sich schon lange für die Kommunalpolitik interessiert. Ein intensiveres persönliches Engagement scheiterte für den 51-jährigen Polizeibeamten bislang am Beruf: Es waren wechselnde Einsatzorte und auch der Schichtdienst als Polizist, die ein längerfristiges Engagement bislang verhinderten. Jetzt hat sich das geändert; König ist schon länger dienstlich in Kitzingen beheimatet, und auch der Schichtdienst ist einer Büroarbeit am Tag gewichen.

Zuspruch von Barbara Becker

Als er dann vor gut einem Jahr erfuhr, dass es in etlichen Gemeinden in Bayern Probleme gibt, Bürgermeisterkandidaten zu finden, ist er in sich gegangen und hat nach Rücksprache mit Ehefrau Marianne beschlossen: "Ich werde mich für ein Bürgermeisteramt zur Verfügung stellen." Mit dieser Entscheidung hat er sich dann an das Abgeordnetenbüro von Barbara Becker gewandt, seine Bereitschaft für eine Kandidatur im Landkreis erklärt, ein längeres Gespräch mit ihr darüber geführt und und von ihr Zuspruch bekommen. Im September dieses Jahres hat die Kreisvorsitzende ihm dann mitgeteilt, dass der CSU-Ortsverband Obernbreit keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellen kann. Da seine Frau in Obernbreit arbeitet, war für König schnell klar: "Das passt."

Zahlreiche Informationen rund um die Kommunalwahlen 2020 finden Sie hier.

Seitdem hat er sich intensiv mit Obernbreit, seiner Geschichte und den Gegebenheiten auseinandergesetzt. Zwar hat er bislang noch keine Gemeinderatssitzung besucht, ist sich aber sicher: "Es ist fantastisch, was Bürgermeister Bernhard Brückner hier gemacht hat." Von ihm weiß König auch, dass die Gemeinde gute finanzielle Spielräume hat, "die auch erhalten bleiben müssen". Und viele drängende Probleme gebe es im Ort auch nicht. Einzig Bauplätze, also ein Baugebiet, sind dringend nötig.

Dann kommt der Blick auf die Spickzettel: "Ich hab 1000 Zettel", sagt er und findet Themen, die anzugehen sind. Dazu gehört die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens, die gerade in der Planung ist. Da ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur und "eventuell vielleicht eine Seniorenresidenz im Ort", damit die Senioren ihren Lebensabend dort verbringen können. "Wichtig ist mir Umwelt- und Naturschutz, Nachhaltigkeit und sanfter Tourismus", sagt König. Auch die Traditionen im Ort zu erhalten, die Landwirte zu stützen und heimische Produkte vor Ort zu vermarkten spielen genauso eine Rolle, wie die zügige Umsetzung des Lärmschutzes der Bahn, den "Bernhard Brückner und Barbara Becker erreicht haben", wie König pflichtschuldig betont.

20 bis 25 Wochenstunden fürs Bürgermeisteramt

20 bis 25 Stunden Arbeit pro Woche dürfte das Bürgermeisteramt wohl mit sich bringen, so wurde ihm zumindest erzählt. Das könne er leisten, sagt König. Das sei bereits mit seinem Arbeitgeber abgesprochen, eine Stundenreduzierung möglich und da er nicht mehr im Schichtdienst arbeite, könne er sich diese Zeit gut einteilen. "Und wenn die Obernbreiter mir ihr Vertrauen schenken, dann ist ein Umzug nach Obernbreit für mich auch denkbar", sagt der Kandidat. Dann müsste das nächste Treffen nicht mehr unbedingt auf der Kanzel stattfinden.

Thorsten König
Geboren: 1968
Partei: CSU
Wohnort: Albertshofen
Beruf: Polizeibeamter
Ehrenämter: CSU-Arbeitskreis Polizei und Innere Sicherheit Würzburg
Familie: verheiratet, ein Kind
Hobbys: Sauna, Schwimmen, Wandern

Klicken Sie auf die Punkte in unserer interaktiven Karte und lernen Sie die Bürgermeister-Kandidaten zur Kommunalwahl 2020 kennen.

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