Die Ziehharmonika oder fränkisch die „Quetschn“, Gitarre, Tuba, Kontrabass, Trompete oder Klarinette oder – einfach ausgedrückt – ihre Stimmen, sind die Instrumente, mit denen sie ihre Zuhörer in ihren Bann ziehen und begeistern. Sie, dass sind die Hadergässer Musikanten aus Gochsheim, die Gruppe „Auszeit“ aus der Rhön, die aus Funk und Fernsehen bekannte Steffi Zachmeier mit ihrem musikalischen Partner Heiner Filsner, Rüdiger Schmalz oder die Pfarrgasssänger aus Kleinlangheim.

Ohne technische Hilfsmittel

Am Sonntag war es wieder einmal soweit. Über 400 Zuhörer, die teilweise sogar aus dem Nürnberger Raum, aus Neustadt oder Tauberbischofsheim angereist waren, erlebten im Schlosshof auf dem Schwanberg einen Abend, der ganz im Zeichen der fränkischen Volksmusik stand. Verstärker und sonstige technische Hilfsmittel: Fehlanzeige. Lediglich Reinhard Hüßner, der auf seine bekannt launige Art als Moderator durch den Abend führte, griff zum Mikrofon.

Er stellte das Thema Feuerwehr in den Mittelpunkt der Veranstaltung und nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Feuerlöschwesens, beginnend im Mittelalter bis zur Neuzeit. Dabei präsentierte Hüßner so manche Anekdote wie die Geschichte von dem Bauernbuben, der zwei Tage in der Schule gefehlt hatte und auf die Frage seines Lehrers für den Grund seines Fehlens erklärte, dass es gestern zu Hause gebrannt habe. Die Frage, warum er dann bereits vorgestern gefehlt habe, beantwortete der mit: „Da haben wir das Haus ausgeräumt.“

Auch von Jahren, in denen viele Ortschaften im Landkreis von großen Feuersbrünsten heimgesucht worden waren, erfuhren die Zuhörer. Die Einlassungen Hüßners waren nicht ganz uneigennützig: Denn sie waren gleichzeitig eine Einladung zum Besuch des Kirchenburgmuseum Mönchsondheim, wo derzeit eine Ausstellung zu diesem Thema stattfindet. Roland Schmalz aus Wiesenbronn führte den Zuhörern „musikalisch“ vor Augen, mit welchen Trompetensignalen in der Vergangenheit die Feuerwehrleute zu Übungen eingeladen wurden, mit welchem Signal Wasser marsch oder Wasser halt befohlen wurden.

Musikalisch bekamen die Gäste Bekanntes und weniger Bekanntes geboten. Meist waren es Tanzweisen, von Schottisch und Galopp über Rheinländer und Polka bis zum Walzer, welche die Musikanten zum Besten gaben. Es waren Stücke darunter wie „Geh aus mein Herz und suche Freud“, „Franken du Weinland“ oder Lieder, die man früher noch in der Schule lernte, wie „Der Mond ist aufgegangen“. Dass man früher auch musikalisch von „Knöchli und Kraut“ oder von den „versoffenen Geschwistern“ berichtete, dass auch die Nachricht „Mutter schau her, mir wächst a Büschel Haar am Bauch“ ein Liedlein wert war, gehörte da schon eher zu den volksmusikalischen Raritäten des Programms. Zunächst zaghaft reagierten die Zuhörer auf die Einladung, bei dem Lied „Nach meiner Heimat“ mitzusingen. Besser klappte das kurz vor Ende der Veranstaltung bei „Geh aus mein Herz und suche Freud“ und mit „Kein schöner Land in dieser Zeit“.

Alphörner die Überraschung

Überraschungsgäste waren zum Ende der Veranstaltung die Wiesenbronner Roland und Rüdiger Schmalz, die zusammen mit Kilian Wehrwein mit ihren Alphörnern auf die Bühne traten und riesigen Applaus ernteten. Hausherrin Priorin Friederike Popp hatte sicherlich recht, als sie bei der Verabschiedung sagte, dass das fränkische Sänger- und Musikantentreffen im Schlosshof wieder ein Abend war, der den Besuchern noch lange in schöner Erinnerung bleiben wird.