VOLKACH

Eigene Spur für Linksabbieger aus Nordheim?

Die Änderung des Gewerbegebietes beim zukünftigen Kreisel bei Volkach bietet einige Neuerungen. Das wurde im Gemeinderat deutlich.
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Der Autofahrer aus Nordheim (rechts) würde an dieser Stelle bis zu 50 Sekunden warten, ehe er sich in Richtung Volkach einordnen könnte. Mit einer „innenliegenden Linkabbiegespur”, ungefähr in Höhe der schraffierten Fläche und einer leicht breiteren Straße, hätte er schon längst abbiegen und sich bis zum Kreisel (der noch kommt) einfädeln können. Foto: Foto: Guido Chuleck

Über diese Neuigkeit dürften sich besonders die Nordheimer und all diejenigen freuen, für die das Abbiegen auf die Staatsstraße in Richtung Volkach ein Geduldsspiel ist: Durch einen genial einfachen Trick verkürzt der Dettelbacher Planer und Ingenieur Arno Weimann die Wartezeit von 50 auf zehn Sekunden. Das Stichwort dazu, dass Weimann in der Volkacher Ratssitzung nannte, lautet „innenliegender Linksabbiegestreifen“.

Hinter diesem sperrigen Begriff steckt der Trick, dass die Autofahrer wie auf der Nürnberger Straße in Würzburg über drei Fahrspuren verfügen: links von Volkach nach Kitzingen, rechts von Kitzingen nach Volkach und in der Mitte eine Spur von Nordheim nach Volkach. Eine aktuelle Verkehrszählung ergab immerhin 2000 Fahrzeuge von Nordheim, und die Linksabbieger müssen sich bis zu 50 Seekunden gedulden, also gefühlt fünf Minuten, ehe die Lücke aus Richtung Kitzingen groß genug zum Abbiegen ist.

Zukünftig können sie, sobald von links niemand kommt oder nach Nordheim abbiegt, nach links auf ihre eigene Spur abbiegen und haben bis zum Kreisel Gelegenheit, sich in den Verkehr Richtung Volkach einzufädeln. Die Zufahrt zum Wirtschaftsweg gegenüber der Abzweigung wird verlegt.

Das war eigentlich nur ein Nebenaspekt; auf der Tagesordnung stand die „Änderung des Bebauungsplanes Sonnenberg“. Doch Arno Weimann hatte einen großen Umgriff gemacht und den Kreisel sowie die Abzweigung nach Nordheim in die Planung mit einbezogen. „Die Nordheimer wollten einen direkten Anschluss an den Kreisel geprüft haben“, so Weimann. Der sei aber nicht umsetzbar, denn „niemand will eine Parallelstraße zur Staatsstraße, wir würden über Gebühr Fläche versiegeln, und da würden weder der Naturschutz noch die Zauneidechse – so sie dort lebt – noch Landwirte mitspielen“. Es habe auch niemand in irgendeinem Bauamt eine bessere Idee gehabt, fügte Weimann hinzu.

Details über diese mögliche Anbindung sollen am 16 April besprochen werden, wenn sich der Stadtrat Volkach und der Gemeinderat Nordheim gemeinsamen im Schelfenhaus treffen werden.

Der Verkehr dürfte, sobald der Kreisel fertig ist, auch aus Richtung der Kaserne besser laufen. Bislang warten Autofahrer, die auf der Dimbacher Straße die Staatsstraße in Richtung Dimbach überqueren wollen, gerade freitagsmittags nach Dienstschluss der Soldaten ebenfalls eine gefühlte Ewigkeit. Der Grund: Soldaten und zivilen Mitarbeiter biegen dort zumeist nach links ab, in Richtung der Autobahnen. Sie können künftig eine Straße früher links abbiegen, in den „Sonnenberg“, und dort bis zum Kreisel fahren, um ein wenig stressfreier ins Wochenende zu fahren.

Der Kreisel selbst sowie deren Zu- und Abfahrten werden ein Stück weit oberhalb des sogenannten hundertjährigen Hochwassers gebaut (HQ100-frei). Und diese Verlängerung der Straße „Sonnenberg“ bietet auch die Möglichkeit, weitere Industriebetriebe anzusiedeln, auf drei Grundstücken zwischen 6700 und 9000 Quadratmeter.

Der gesamte Entwurf wird nun wie üblich öffentlich ausgehängt sowie den Trägern der öffentlichen Belange für deren Stellungnahme vorgelegt. In einer der nächsten Sitzungen befassen sich die Räte dann mit den Abwägungen.

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