WÜRZBURG

Ehrliche Weine und eine edelsüße Praline

Seit 2004 gibt es den Wettbewerb „Best of Gold“ in Franken. Die „Champions League“, wie Weinbaupräsident Artur Steinmann bei der Preisverleihung in der Würzburger Residenz stolz bemerkte: Zugelassen sind nur Weine, die zuvor Gold bei der Fränkischen Weinprämierung gewonnen haben oder über eine besondere Experten-Empfehlung in die Auswahl gelangt sind.
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Sieger der Premium Verkostung Best of Gold Foto: Daniel Biscan

Seit 2004 gibt es den Wettbewerb „Best of Gold“ in Franken. Die „Champions League“, wie Weinbaupräsident Artur Steinmann bei der Preisverleihung in der Würzburger Residenz stolz bemerkte: Zugelassen sind nur Weine, die zuvor Gold bei der Fränkischen Weinprämierung gewonnen haben oder über eine besondere Experten-Empfehlung in die Auswahl gelangt sind.

209 Weine verkostete eine Jury aus 43 Weinfachleuten, Journalisten, Sommeliers und Gastronomen am Montag in Würzburg: 62 Weine kamen in die Finalrunde, ehe in zehn Kategorien Gold vergeben wurde. Neu war, dass die Siegerehrung am gleichen Tag stattfand und jede Kategorie einen namhaften Paten bekam – eine Idee, die viel Anklang fand.

Liebe und Emotion

„Die Paten haben ihre große Liebe zu Franken und sehr viel Emotion in ihre Statements gepackt. Das hätte man so nie erfahren, wenn die Siegerehrung irgendwann später stattgefunden hätte“, fand Horst Sauer (Escherndorf), der für seinen Riesling Kabinett Frucht von 2014 sein neun-tes Gold eingeheimst hat, die 12-Jahres-Hitliste gleichauf mit dem Juliusspital anführt. Jeder Sieg sei etwas Besonderes, so der Escherndorfer, „aber dieser gewinnt nationale Bedeutung dadurch, dass die hochkarätige Jury ihre Bewertungen bundesweit und darüber hinaus weitertransportiert.“

Tatsächlich war die Jury voll des Lobes – was weit mehr zählt, als wenn sich die Franken gegenseitig auf die Schultern klopfen würden. „Ihre Weine haben sich sehr gut entwickelt in den letzten 20 Jahren“, fand etwa der Gault-Millau-Sommelier des Jahres 2008, Stephane Thuriot, aus München. „Ihr edelsüßer Wein ist meine Praline“, schwärmte Astrid Becker aus München, die fränkischem Silvaner sogar Heilkräfte zuschreibt. „Ich hatte nach Silvaner-Genuss immer Herzrasen, glaubte an eine Allergie. Bis ich einen fränkischen Silvaner probiert habe – seitdem ist es weg.“

Dass zum Sieg auch die Enttäuschung gehört, wenn es nicht für Gold gereicht hat, gab der bekennende Borussia-Dortmund-Fan Jürgen Röder (Düsseldorf) allen Platzierten mit auf den Weg, „Man kann nicht immer gewinnen. Aber als Winzer haben sie jedes Jahr die Chance, es noch besser zu machen.“ Juror Rainer Balcerowiak (Berlin) sprach dem Organisationsteam um Fachberater Hermann Mengler ein dickes Lob aus: „Diese Verkostung ist sauber – das klingt nach Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht.“ Zur Qualität der Weine bemerkte der Buchautor: „Ich habe viele saubere und ehrliche Weine kennen gelernt.“

Für Luisa und Helena

Richtig happy war der GWF-Vorsitzende Andreas Oehm über das Gold für die Rödelseer Silvaner Spätlese von 2013 „Wir befinden uns im Aufbruch, da kommt Gold wie gerufen“. Ernst Popp aus Iphofen wird von seinem Gold-Edelsüß-Frucht-Riesling des Jahres 2013 aus gutem Grund 24 Flaschen zurücklegen: „In dem Jahr wurde unsere Tochter Luisa und Nichte Helena geboren. Beide bekommen den Riesling zum 18.Geburtstag, dann dürfte der Wein zudem auf seinem Höhepunkt sein.“

Max Müller I. aus Volkach jubelte ausgelassen über Gold für seine Scheurebe. „Unser Boden ist speziell, eher karg, nicht typisch. Unsere Scheurebe wird somit weniger duftig, eher filigraner und aromatischer.“ Während er weiter an der Scheurebe tüftelt, hat Rainer Sauer aus Escherndorf seinen Ruf als „Silvaner-König“ unterstrichen. Sohn Christian jubelte im Fürstensaal über das insgesamt achte Gold für den 2014er Kabinett: „Unser Steckenpferd ist der Silvaner. Und den wollen wir noch weiter ausbauen.“

Ungewöhnlich lautstark für Gold gefeiert wurde Peter Rudloff aus Nordheim für seinen Weißen Burgunder Spätlese von 2012. Grund: Die Kollegen des Juliusspital-Weinguts ließen Rudloff hochleben. Im Hauptberuf ist der Winzermeister in Würzburg tätig, war somit am Sieg für den Juliusspital-Riesling beteiligt. Und im Nebenberuf widmet sich Rudloff seinen eigenen Trauben. „Es ist schön, wenn der viele Einsatz mit Gold belohnt wird.“

Die Gewinner aus dem Landkreis,

Kabinett: 2014 Silvaner, Rainer Sauer (Escherndorf), Kabinett Frucht: 2014 Escherndorfer Lump, Riesling, Horst Sauer (Escherndorf), Premium: 2013 Rödelseer Küchenmeister, Silvaner Spätlese, GWF, KT-Repperndorf, Premium Aroma: 2014 Volkacher Ratsherr, Scheurebe Spätlese Max Müller I. (Volkach), Premium Holz: 2012 Nordheimer Vögelein, Weißer Burgunder Spätlese Peter Rudloff (Nordheim). Edelsüß Frucht: 2013 Iphöfer-Julius-Echter-Berg, Riesling, Ernst Popp (Iphofen).

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