Dettelbach

Ehemalige Dettelbacher Schule wird dreigruppige Kindertagesstätte

Es wird deutlich teurer als erwartet. Und auch die Raumaufteilung und der Standort waren nicht ganz unumstritten. Doch am Ende der lebhaften Debatte herrschte große Einigkeit im Gremium.
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Millionenprojekt: Die ehemalige Schule zwischen Effeldorf und Bibergau soll bis Herbst 2021 mit einem geschätzten Kostenaufwand von 3,75 Mio Euro zu einer dreigruppigen Kindertageseinrichtung umgebaut werden. Foto: Fotos: Walter Sauter
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Es wird deutlich teurer als erwartet. Und auch die Raumaufteilung und der Standort waren nicht ganz unumstritten. Doch am Ende der lebhaften Debatte herrschte große Einigkeit im Gremium: Ohne Gegenstimme entschieden sich die Mitglieder des Dettelbacher Stadtrats in der Sitzung am Montag für den Umbau des ehemaligen Schulgebäudes zwischen Bibergau und Effeldorf zu einer dreigruppigen Kindertageseinrichtung. Damit befürworteten sie die Variante drei der vom Volkacher Architekten Reinhold Jäcklein vorgelegten Entwurfs-Alternativen. Darin wird die Möglichkeit für eine vierte Gruppe baulich schon berücksichtigt. Demnach werden die Krippen- und die Übergangsgruppe im Nordflügel untergebracht, die Kindergartengruppe dagegen im Südflügel.

Höhere Fördersummen sind möglich

35 Seiten mit Plänen, Grundrissen, Bildern und Berechnungen lagen dem Stadtrat zu dem Projekt vor. Dabei ging es vorrangig um die Frage, wie das alte Schulgebäude umgebaut werden könnte. Zudem stellte Jäcklein eine Bestandsanalyse und eine Machbarkeitsstudie für den bestehenden und zu klein gewordenen Kindergarten in Bibergau vor, wobei er sowohl die Möglichkeiten eines Umbaus als auch eines Neubaus unter die Lupe nahm. Sein Urteil fiel deutlich aus: Ein Umbau ist nicht sinnvoll, ein Neubau wird schwierig und teuer. Nach seinen Schätzungen wären dafür rund 4,5 Mio Euro aufzuwenden.

Das ist nochmals deutlich mehr als die nun beschlossene Variante drei für den Umbau der alten Schule, aber auch die hierfür genannte Grobschätzung von 3,75 Mio Euro löste bei Stadträten aller Fraktionen hörbares Erschrecken aus. Erfreulich dagegen: Die Stadt darf mit einer höheren Förderung rechnen, weil die Übergangsgruppe doppelt zählt. Allerdings wird sich der Baubeginn um ein halbes Jahr verzögern. Grund: die Architektenleistungen müssen aufgrund der Höhe der zu erwartenden Baukosten nun europaweit ausgeschrieben werden. So ist die Fertigstellung laut Jäcklein wohl erst bis November 2021 zu schaffen.

Großzügige Räume mit viel Licht 

Dann allerdings dürfen sich Eltern, Erzieherinnen und Kinder auf eine großzügige Lösung mit viel Platz zum Spielen drinnen und draußen freuen. Fenster und Türen bis zum Boden in den Südräumen sollen für viel Licht und direkten Zugang ins Freie sorgen. Gruppen-, Personal-, Wickel-, Schlaf- und Mehrzweckräume, Speisesaal, Küche, Büro, Lager- und Technikräume sowie ausreichend WC-Anlagen, alles kann nach den Worten des Architekten ohne große Umbaumaßnahmen realisiert  werden. Sogar an ein Elternwartezimmer wurde bei dem Entwurf gedacht. Lediglich neben dem Haupteingang ist im Bereich für die Kinderkrippe eine Erweiterung des Gebäudes nötig. Zudem sind 17 Parkplätze geplant, die für ein problemloses Bringen und Holen der Kinder sorgen sollen.

Kritik am Raumkonzept kam von Theresia Mack-Schneider (CSU), die monierte, dass die Kinderkrippe ausgerechnet im dunklen und kühlen Raum im Norden untergebracht werden soll. Dagegen sei das angedachte Zimmer für die Vereine "in bester Lage nach Süden", obwohl er nur abends benutzt werde. Marcel Hannweber (CSU) beanstandete, dass kein Wettbewerb stattgefunden habe:"Bei dem hätten wir uns den wirtschaftlichsten und praktikabelsten Vorschlag aussuchen können." Auch stellte er die Frage, wie die Verwaltung die Machbarkeitsstudie des alten Kindergartens abrechnen wird. Hannweber: "Diese war in der Sitzung im November 2018 von uns beantragt und wurde per Beschluss abgelehnt. Bei einer anderen Vorgehensweise wären wir uns nicht unnötig in den Haaren gelegen". Ähnlich sah es auch Siegfried Voltz (Ortssprecher Schernau, CSU). "Ich hätte mir ein anderes Vorgehen gewünscht", sagte er, die Reihenfolge sei falsch.

"Wir wollen den Kindergarten so schnell wie möglich", betonte Manfred Berger (SPD), finanziell sei allerdings ein kräftiger Brocken zu stemmen. Lob für das Vorhaben kam von Ernst Plannasch (FW), der 20 Punkte mindestens ausmache, die für die jetzt beschlossene Lösung sprechen. So nannte er die kürzere Bauzeit, die besser Anfahrt und die Top-Bausubstanz als Pluspunkte. Und Ralph Peckmann (FW) sprach von einer richtig tollen Lösung, die nachhaltig sei und die beiden Ortsteile verbinde. "Wir haben alles richtig gemacht", stellte er fest.

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