Mainstockheim

Edz waddmer äschd ermol ab

Am Freitag, 20. Juli, gibt sich ab 18.30 Uhr der Kabarettist Bernd Regenauer mit seiner „MixTour 2018“ in Mainstockheim die Ehre: Open-Air beim Weinfest Wein am Main.
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Bernd Regenauer; 28.05.2017
Bernd Regenauer kommt mit seiner MixTour 2018 nach Mainstockheim zum Weinfest.

Der Club ist wieder in der ersten Fußball-Bundesliga – wie groß ist die Freude?

Bernd Regenauer: Sehr groß! Doch bei einem echten Clubfan überwiegt stets die Angst, die sich aus der Erfahrung nährt, dass es beim Club vieles geben mag, nur keine Konstanz. Einzig wenn er ganz unten ist, besteht berechtigte Hoffnung, weil es dann nur aufwärts gehen kann.

Wie beurteilen Sie die WM?

Regenauer: Es ist eine WM mit großartigen Überraschungen. Selbstgefällige Überheblichkeit wurde einige Male mit Team- und Kampfgeist in ihre Schranken verwiesen. Schade, dass es keine außereuropäische Mannschaft unter die letzten Vier geschafft hat.

Wann haben Sie sich zuletzt gefragt „Wou issn is Hirn?“

Regenauer: Während der Live-Übertragung des Augsburger AfD-Parteitags auf Phoenix.

Haben Sie das Gefühl, dass die Zahl der Hirnlosen zunimmt?

Regenauer: Die Anzahl nimmt vermutlich gar nicht zu, aber sie scheinen lauter, vernetzter und vor allem aggressiver zu werden.

Wie lange gibt es die Metzgerei Boggnsagg jetzt schon?

Regenauer: Über 20 Jahre, sie ist sogar die langlebigste Comedyserie Deutschlands. Am 19. Juli ist übrigens 'Metzgerei Boggnsagg live' in Amorbach zu sehen.

Im wievielten Jahr machen Sie Kabarett – und was hat sich seither verändert?

Regenauer: Begonnen habe ich 1981 als politischer Liedermacher. Einige der damaligen Lieder und Kabaretttexte hätten auch heute noch Gültigkeit. Das ist zugleich erschreckend und amüsant.

Was erwartet uns bei der „Mixtour“?

Regenauer: Ich werde aus meinem mittlerweile sehr umfangreichen Textreservoir einen frischen, kurzweiligen Abend zusammenstellen. Ungestöpselt, ohne Bühnenfigur und ohne

Requisiten, einfach pur und direkt. Das macht mir großen Spaß.

Der Unterschied zwischen Mittelfranken und Unterfranken?

Regenauer: Der Grad der Mumpfigkeit. Wir Bierfranken – also Mittel- und Oberfranken – neigen zu Dauerpessimismus und sind eher verstockt. Die Weinfranken sind lockerer, sind deutlich kommunikativer und lebensbejahender.

Machen Open-Airs mehr Spaß als Hallen?

Regenauer: Im Prinzip ja, je nach Windstärke und Regenmenge!

Sie treten beim „Wein am Main“ auf – Ihr Lieblingswein?

Regenauer: Mein Lieblingswein ist immer der Wein, der mir im Augenblick des Trinkens Genuss bereitet. Trocken, frisch und mit leicht fruchtigen Aromen. Gute Winzerarbeit halt. Da kommt es dann auf die Rebsorte gar nicht so sehr an.

Ihr Lieblings-Nürnbergerisch-Satz?

Regenauer: Edz waddmer äschd ermol ab.

Der schönste fränkische Begriff?

Regenauer: Das universelle 'fei'. Ursprünglich stammt das von 'fein', aber es gibt dafür keine treffende hochdeutsche Übersetzung. 'Fei' ist ein in Buchstaben gegossenes Ausrufezeichen mitten im Satz, das auch völlig sinnlos platziert werden kann.

Zu Merkel-Seehofer fällt mir ein . . .

Regenauer: Cäsar und Brutus – aber auf niedrigerem Niveau. Brutus heißt übersetzt 'der Stumpfsinnige'. Heute benutzt man dafür den Ausdruck, jemand mache sich zum Horst. Wenn Seehofer sagt, die Windschutzscheibe ist größer als der Rückspiegel, frage ich mich, weshalb er dann politisch ständig rückwärts fährt.

Mainstockheim kann sich warm anziehen, weil . . .

Regenauer: . . . Schwitzen gesund ist. Und ich werde noch zusätzlich einheizen!

 

Kartenvorverkauf: Mode Feeling, Ritterstraße in Kitzingen, Main-Apotheke in Mainstockheim und unter info@wein-am-main.de.

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