LANDKREIS KITZINGEN

Durchwachsen – wie das Wetter

Was war das nun für ein Sommer für die Freibäder in der Region? Überdurchschnittlich gut oder unterirdisch schlecht? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.
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Schwimmbadsaison 2016: So hat es in weiten Teilen des frühen Sommers im Kitzinger Schwimmbad ausgesehen. Betriebsleiterin Verena Dambach fühlte sich von Mai bis Juli ziemlich einsam. Foto: ArchivFoto: Dieter
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„Erst war es a weng mau, dann ist es richtig schön geworden“, bringt es Roswitha Ehmann auf den Punkt. Seit 28 Jahren ist sie die gute Seele im Gnötzheimer Schwimmbad. Sie hat schon viele Sommer kommen und gehen sehen. In diesem Jahr waren gerade die letzten Wochen so richtig gut besucht. „Am Anfang ging ja gar nichts“, erinnert Ehmann. Tatsächlich: Der Sommer startete erst im August richtig durch. Genau rechtzeitig für all die Schulkinder. Die exakten Besucherzahlen kennt Roswitha Ehmann noch nicht. „Aber vom Gefühl her war es ein durchschnittliches Jahr.“

Etwas unterdurchschnittlich dürfte wohl die Bilanz in Abtswind ausfallen. Bei rund 20 000 Besuchern liegt der Durchschnitt, heuer waren es nach ersten Schätzungen etwa 15 000. Allerdings sind die Zahlen noch nicht endgültig ausgewertet. Das hervorragende Jahr 2015 werde man aber sicher nicht erreichen, heißt es aus Abtswind. Damals zählte man rund 27 000 Gäste.

Auch in Kitzingen gilt 2015 als Rekordjahr. Mehr als 60 000 Gäste passierten bei Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius die Eingangstore. Und heuer? „In diesem Jahr war alles anders“, sagt Betriebsleiterin Verena Dambach und muss lachen. Das Wetter lief völlig aus der Reihe. Erst mit den Sommerferien wurde es schön. „Aber da sind natürlich viele Familien in Urlaub gefahren.“ Immerhin: Der September lief so gut wie nie mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius. Insgesamt ist Dambach nicht unzufrieden, auch wenn sie die genauen Zahlen noch nicht vorliegen hat. „Aufgrund der letzten Woche wird es wohl ein durchschnittliches Ergebnis sein“, sagt sie.

Von der Kritik ihres Gerolzhöfer Kollegen Wolfgang Schulz hält Dambach wenig. Schulz hatte kürzlich geklagt, dass immer mehr Menschen den herkömmlichen Freibädern die kalte Schulter zeigen – auch an heißen Sommertagen. Sie würden sich lieber an den Baggerseen oder am Main vergnügen. Dass manche dieser Badestellen auch noch über die Tourismusverbände oder die Gemeinden bezuschusst werden, will Schulz nicht recht gefallen. Sein Argument: Das sei kontraproduktiv, denn damit grabe man den wirtschaftlich viel teureren und ebenfalls hoch bezuschussten kommunalen Freibädern das Wasser ab.

Eine gewisse Konkurrenz sei sicherlich gegeben, meint auch Dambach. Aber sie kann all die Arbeitnehmer verstehen, die sich nach 17 Uhr für kurze Zeit an den Main legen – genauso wie die Familien mit kleinen Kindern, die sich nicht jedes Mal einen Eintritt ins Freibad leisten können oder wollen. Spielt das Wetter mit – so wie im September dieses Jahres – haben auch die Freibäder noch genug Gäste.

In Volkach ist man einigermaßen zufrieden mit der Badesaison 2016. „Die letzten vier bis fünf Wochen waren sehr gut“, berichtet Juliane Fechner aus dem Rathaus. Am Ende konnte die 30 000er Marke knapp geknackt werden. An die 43 300 Besucher vom Vorjahr kamen die Volkacher nicht heran. Dafür toppten sie das Ergebnis von 2014 (25 300). Bezüglich der Öffnungsdauer haben die Volkacher alles richtig gemacht. Fechner: „Am Freitag war unser letzter Badetag. Danach wurde es kalt.“

Die Gnötzheimer hatten am Donnerstag ihren letzten Öffnungstag. „Normalerweise machen wir schon eher zu“, berichtet Ehmann. Im letzten Jahr war am 1. September Schluss, das Jahr zuvor sogar schon am 12. August. Die Kitzinger haben bekanntlich an diesem Sonntag mit ihrem ersten Hundebadetag die Saison beendet. Für 2017 steht schon eine Neuerung fest. „Unser Nichtschwimmerbecken ist nicht mehr ganz dicht“, berichtet Dambach. Es wird an gleicher Stelle neu gebaut und gleich behindertengerechter gestaltet. In Volkach, Abtswind und Gnötzheim sind vorerst keine größeren Änderungen geplant. „Bei uns steht ja der Umbau des Hallenbades an“, erinnert Juliane Fechner.

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