Kitzingen

Durch das Glücksspiel zum Straftäter geworden

Aus dem Gericht: 33-Jähriger steht jetzt 21 Monate unter Bewährung - und muss seine Sucht mit einer Therapie bekämpfen.
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Weil er auf den Namen seiner Freundin im Internet Waren bestellte, musste sich ein 33-jähriger Kitzinger vor der Strafrichterin am Amtsgericht verantworten. Foto: Oliver Berg

Um seine Glücksspiel-Sucht zu befriedigen, verfiel der Mann auf eine perfide Idee: Auf den Namen seiner damaligen Freundin bestellte er Mobiltelefone und Schmuck im Internet. Kaum war die Ware geliefert, machte er die Sachen zu Geld – und saß wenig später schon wieder am Glücksspielautomaten. Insgesamt liefen zwischen Herbst 2018 und Mitte 2019 Rechnungen von gut 5700 Euro auf. Seine Freundin bekam davon lange Zeit nichts mit: Der 33-Jährige fing ihre Post ab und ließ diese einfach verschwinden.

In dieser Zeit soll der Angeklagte seiner Freundin zudem eine Goldkette aus dem Schmuckkästchen im Schlafzimmer entwendet haben – da ist sich die Frau ganz sicher. Nur: Beweisen kann sie den vermeintlichen Diebstahl nicht, auch wenn sonst niemand in ihrem Schlafzimmer gewesen sei, wie sie als Zeugin vor Gericht betont. Der Punkt wird denn auch mit Blick darauf eingestellt, dass die anderen Straftaten schwer genug wiegen.

Als der Bestell-Betrug schließlich aufflog und die Beziehung im Sommer 2019 zu Ende ging, war auch das alles andere als geräuschlos: Weil er seine Ex beleidigte, fing sich der 33-Jährige prompt eine Geldstrafe über 2800 Euro ein. Es die inzwischen vierte Vorstrafe. Da das Geld noch nicht bezahlt ist, fließt das Vergehen jetzt mit in das aktuelle Urteil ein.

Rundum-Bestrafung

Der 33-Jährige bekommt eine Art Rundum-Bestrafung verpasst, es ist die letzte Abfahrt vor dem Gefängnis. Ein Jahr und neun Monate Freiheitsstrafe werden zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe ausgesetzt. Außerdem muss der Betrüger als Geldstrafe 1000 Euro an den Caritasverband zahlen. Und: Auch das Thema Sucht ist noch nicht ganz durch. Zwar gibt der Angeklagte an, seit fünf Monaten nicht mehr zu spielen - aber die Kitzinger Strafrichterin will auf Nummer sicher gehen. deshalb muss der Angeklagte im nächsten halben Jahr fünf Gesprächstermine bei der Suchtberatung vorweisen.

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