Münsterschwarzach

Drogenprävention als Schwerpunkt bei Projekttagen am EGM

Projekttage haben ihren eigenen Charme. Das Egbert-Gymnasium veranstaltet immer zu Beginn des Kalenderjahres diese besonderen Tage.
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Uwe Kohler vom Landratsamt Kitzingen sensibilisierte die Schüler des Egbert-Gymnasiums für Gefahren, die von Drogen ausgehen. Foto: Reinhard Klos

Projekttage haben ihren eigenen Charme. Zwei Tage ohne herkömmlichen Unterricht, Arbeit in Kleingruppen zu selbst gewählten Themen, Vorträge von Experten: Das Egbert-Gymnasium veranstaltet immer zu Beginn des Kalenderjahres diese besonderen Tage, bei denen auch die Eltern eingebunden sind. Während die Unterstufe ein Methodentraining absolviert und über die Gefahren des Internets informiert wird, findet in der Oberstufe die Präsentation der Seminararbeiten statt. Großen Raum nahm diesmal auch die Drogenprävention ein, teilt die Schule mit.

Uwe Kohler vom Landratsamt Kitzingen sensibilisierte die jungen Leute für Gefahren, die von Drogen ausgehen. Zunächst einmal ging er darauf ein, wie aufwändig die Herstellung normaler Medikamente durch Pharmakonzerne ist. Staatliche Kontrollen sorgen dafür, dass jede Tablette den gleichen Wirkstoff in der gleichen Dosierung enthält, und zwar genau so, wie sie auf der Packung verzeichnet ist. Ganz anders bei illegalen Drogen. Zusammensetzung und Wirkung sind unklar und unvorhersehbar, eine Kontrolle bei der Herstellung gibt es nicht. „Rattengift und Sägespäne sind da enthalten, zusammengemischt zumeist mit Betonmischern“, so Kohler. Die Folge: Der Wirkstoff ist sehr ungleich verteilt und kann eine tödliche Wirkung haben.

Der Experte machte den Schülern klar, dass Drogen nicht nur illegal, sondern auch teuer sind und süchtig machen. „Cristal Meth“ zum Beispiel beinhaltet ein extremes Suchtpotential. Schon nach der ersten Einnahme treten Suchterscheinungen auf, die den freien Willen rauben. Der Drogenabhängige muss „nachlegen“, um noch einmal den „Kick“ zu bekommen. Um dieselbe Wirkung zu erzielen, muss man die Dosis erhöhen. Drogen verändern den Konsumenten und sein Umfeld, sie zerstören die Beziehungen zu Freunden und Verwandten.

Breiten Raum in Kohlers Vortrag nahmen auch so genannte Kräutermischungen ein. „Wenn man auf Google dieses Stichwort eingibt, erscheinen die Namen von 180 000 Händlern aus aller Welt“, so der Experte. Der Bezug über das Internet sei sehr einfach, selbst für Minderjährige. Köhler warnte inständig davor, den auf den Webseiten angegebenen Bewertungen zu glauben. Um der Strafverfolgung zu entgehen, findet sich oft am Rande der Hinweis, dass die Kräutermischung nicht direkt geraucht werden dürfe. Genau das aber tun viele Konsumenten, mit fatalen Folgen: Die Zahl der Todesfälle, die nach dem Konsum von Kräutermischungen in unserer Region zu beklagen sind, ist in den letzten Jahren stark gestiegen.

Zu beachten ist für die Jugendlichen auch, dass sie den Führerschein nach einem positiven Drogentest gar nicht oder erst verspätet erwerben dürfen. Voraussetzung: der Nachweis der Drogenfreiheit über einen längeren Zeitraum. Hat man bereits die Fahrerlaubnis, dann muss der Führerschein erneut abgelegt werden – schnell kommen allein dafür rund 2000 Euro zusammen. Kohler warnte insbesondere vor dem so genannten „Mischkonsum“: Die Wirkung von Drogen erhöht sich unvorhersehbar, wenn man verschiedene Sorten kombiniert. Die eindrucksvollen Äußerungen Kohlers trafen bei den Schülern auf offene Ohren, sodass eine rege Diskussion entstand.



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