MAINBERNHEIM

Drei auf einen Schlag

Mehrlingsgeburt: Die Korb-Drillinge aus Mainbernheim feiern am Samstag ihren 30. Geburtstag. Im Jahr 1985 war ihre Geburt eine Sensation.
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Mutterglück: Mama Helga Korb kurz nach der Geburt ihrer drei Mädels.
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Wir werden am Samstag 29 plus eins“, lachen Nathalie, Sabrina und Bianca Korb. In diesem Punkt sind sich die Korb-Drillinge aus Mainbernheim einig. Und dass Nathalie alias „Pfiff“ immer das letzte Wort hat. Auch wenn sie das natürlich nicht so sieht.

30, das ist eben eine runde Zahl, vor der die drei Damen aber nur im Scherz zurück schrecken. Vor 30 Jahren war es eine Sensation in der Kitzinger Region, als der Nachwuchs von Helga und Jürgen Korb auf die Welt kam und schon damals war die Zeitung zu Gast.

„Was, ihr seid Drillinge?“ – „Schaut ihr denn auch alle drei gleich aus?“ – „Eure arme Mama“. Das sind die häufigsten Reaktionen, die Nathalie, Sabrina und Bianca Korb hören, wenn sie jemandem erzählen, dass sie zu dritt im selben Mutterleib herangewachsen sind. Man kenne die Stereotypen, aber irgendwann gingen dann solche Sprüche links rein, rechts raus.

Dass Bianca anders aussieht als Sabrina und Nathalie, irritiert die Leute häufig. Was aber eine ganz natürliche Erscheinung ist und öfters bei Mehrlingen vorkommt. Immerhin wog Bianca rund 2500 Gramm und damit rund die Hälfte mehr als ihre beiden Schwestern. Darum ist „Ca“ – so ihr Spitzname – auch immer „die Große“.

Große Familienfeier

Nathalie und Sabrina („Bine“) dagegen kann man schon mal gerne verwechseln. Vielleicht auch, weil beide Damen dasselbe strahlende Lächeln besitzen. Das hat schon die Lehrer seinerzeit verwirrt, erinnern sich die beiden, als auf der Schule Verwechslungsgefahr drohte. Unverwechselbar ist dann aber doch der Humor, den die Drei haben und der sie eint. Ein Gespräch mit den Korb-Drillingen ist sehr kurzweilig. Dass ihre Kindheit und Jugend dreisam verläuft, das war für das Trio nichts Außergewöhnliches. Immerhin wurde den Mädchen nur selten dasselbe Kleidchen angezogen. Und meistens gab es zu Weihnachten oder den Geburtstagen auch für jeden ein individuelles Geschenk. „Es ist für uns ganz normal, dass man immer zwei gleichaltrige Geschwister hat, nur für die anderen Leute ist es ungewöhnlich“, sind sie sich einig.

Zu dritt sein, das hat auch seine Vorteile. Es sei immer jemand zum Spielen und auch zum Reden da gewesen. Da konnte es schon mal lauter werden, weshalb Mama Helga manchmal gerne die heimischen vier Wände mit einem schalldichten Raum getauscht hätte. Eine dreiköpfige Rasselbande sorgt durchaus für Action.

Mittlerweile freut sich Helga Korb über die erste Enkelin, Biancas Kind Isabel. Darauf passt sie auch in der Nacht zum Samstag auf, wenn ihre drei Töchter in den Geburtstag hinein feiern wollen. Tags drauf sind dann Freunde und Verwandte bei den Korbs zu Gast und es wird ausgiebig gefeiert. Das ist dann auch eine der immer seltener werdenden Gelegenheiten, an denen die Korbs komplett zusammen kommen.

Getrennte Wege

Die jungen Frauen stehen mittlerweile voll im Leben und wohnen an anderen Orten. Bianca lebt in Würzburg und arbeitet als Mediengestalterin. Nathalie ist Ingenieurin und pendelt zwischen Volkach und Stuttgart hin und her. Sabrina ist Lehrerin in Bad Aibling. Das Wochenende ist meistens aber doch für die Familie reserviert.

Zur Kommunikation gibt es zum Glück noch andere, moderne Mittel. Die Schwestern stehen unter der Woche via WhatsApp untereinander und mit ihren Eltern in regem Kontakt.

30

unterm Strich nur eine Zahl für die Korb-Schwestern. Sie freuen sich sogar schon auf den 90. Geburtstag.

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