KITZINGEN

Doppelsalto rückwärts bei der Halle

In der fast unendlichen Geschichte einer Mehrzweckhalle in Kitzingen wird ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. Gut möglich, dass die im November 2012 beschlossene Zweifachturnhalle mit Mehrzwecknutzung auf dem Deustergelände dabei unter die Räder kommt.
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Deusterhalle und kein Ende: Seit zwei Jahren kann die Deusterhalle nicht mehr als Sporthalle genutzt werden. Ob sie saniert oder abgerissen wird, ist wieder offen. Foto: Foto: Siegfried Sebelka

In der fast unendlichen Geschichte einer Mehrzweckhalle in Kitzingen wird ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. Gut möglich, dass die im November 2012 beschlossene Zweifachturnhalle mit Mehrzwecknutzung auf dem Deustergelände dabei unter die Räder kommt.

Eine Mehrheit der Stadträte hat beantragt, alte Beschlüsse aufzuheben und noch einmal alle Alternativen auf den Tisch zu legen. Ziel: Dem Schulsport so schnell wie möglich eine Heimat geben.

„Wir müssen das Rad noch einmal zurückdrehen.“
Astrid Glos SPD-Sprecherin

Die für diesen Zweck nicht mehr nutzbare Halle neben der St. Hedwig-Schule hatte die Diskussion vor gut zwei Jahren ausgelöst. In einer Sanierung der alten Halle für den Schulsport und der Suche nach neuen Möglichkeiten für eine Mehrzweckhalle scheinen die Antragsteller die Lösung zu sehen.

In der Sitzung des Stadtrats am Donnerstag, 5. Februar, sollte es um das weitere Vorgehen bei dem derzeit auf rund sieben Millionen Euro geschätzten Projekt auf dem Grundstück zwischen Nordtangente und Mainstockheimer Straße gehen. Für das liegt eine Machbarkeitsstudie vor. Oberbürgermeister Siegfried Müller sprach in einer ersten Reaktion auf den Antrag von einem „Doppelsalto rückwärts“.

In der Sitzung würden alle Varianten vorgelegt, die die Verwaltung im Auftrag des Stadtrats erarbeiten sollte. Es wird aber auch um den Antrag gehen und damit die Forderung der SPD-Sprecherin Astrid Glos mit Blick auf die Kosten: „Wir müssen das Rad noch einmal zurückzudrehen.“

Glos ist nicht allein. 16 der 30 Stadträte (der OB ist die Nummer 31 im Gremium) haben den Antrag unterzeichnet. Ziel: Aufhebung der Stadtratsbeschlüsse vom 8. November 2012 und vom 23. Januar 2014. 2012 hatte die Mehrheit mit 23 zu sechs Stimmen beschlossen, auf dem Deustergrundstück eine Zweifachturnhalle mit Mehrzwecknutzung zu bauen.

Vor einem Jahr kam der mit 14 zu 13 Stimmen knappe Beschluss dazu, Angebote für eine Mehrzweckhalle von den Betreibern des Innoparks (Larson-Barracks) und des conneKT-Gewerbeparks (Harvey-Barracks) nicht weiter zu verfolgen. Beide Beschlüsse sollen aufgehoben werden. Alle Optionen zur Errichtung einer Halle am bisherigen Standort oder auf dem Deustergelände, aber auch in ehemaligen US-Liegenschaften sollen erneut zur Abstimmung gestellt werden.

Begründet wird der Antrag mit der Entwicklung seit 2012 und mit vielen offenen Fragen. Das gilt für die unklaren Kosten der neuen Halle. Zudem seien die Möglichkeiten für eine Veranstaltungshalle auf den Konversionsflächen nicht „endverhandelt“ worden. So liege ein neues Angebot des Innoparks vor, das jetzt – im Gegensatz zu früher – die Möglichkeit eines Kauf beinhalte. Zudem stehe der Verkauf der Wohnsiedlung Marshall Heights kurz bevor. Auch hier könnte sich ein Objekt als Veranstaltungshalle anbieten.

Dazu sei ein Umbau des Dekanatszentrums in der Schrannenstraße wieder auf dem Tisch und die Kirchengemeinde St. Johannes habe Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Am Ende betonen die Unterzeichner, dass es ihnen nicht um eine Verzögerungstaktik gehe. Ziel sei: Den Schulsport so schnell wie möglich, so nah wie möglich und in einem finanzierbaren Rahmen umzusetzen. Eine schnelle Lösung gebe es aber nur am alten Standort.

Stehen die 16 Stadträte am Donnerstag zu ihrem Antrag, wäre zum wiederholten Mal in Kitzingen ein Anlauf zum Bau einer Mehrzweck- oder Stadthalle gescheitert. Möglich ist das, zumal die Kommunale Initiative Kitzingen (KIK) den Antrag zum Anlass nimmt, ihre Vorschläge für einen naturnahen Bürgerpark auf der stadtnahen Fläche wieder ins Spiel zu bringen.

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