VOLKACH/FAHR

Diskussion kreiste um drei Bauplätze

Mit zwei kleinen Planvarianten versucht die Stadt Volkach ein Problem in Fahr zumindest abzuschwächen: Der Ort hat zwar laut Bürgermeister Peter Kornell viele bebaubare Flächen, aber so gut wie nichts in städtischer Hand. Um vor allem jungen Familien eine Chance zu geben, soll jetzt der Bebauungsplan „Im Gries“ geändert werden.
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Bloß keine sterilen Siedlungen: Beratung für Häuslebauer und Renovierer
(hawo) Das Landratsamt Haßberge rührt die Werbetrommel für eine Bauberatung durch seine Fachleute. „Jedes Haus, jedes Gebäude ist ein Stück gestaltete Heimat und trägt zur regionalen Baukultur bei“, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde. Ob in Ortskernen, Siedlungs- oder Gewerbegebieten, ob in kleinen Dörfern oder in Städten: Ein gut gestaltetes Gebäude bedeute ein Stück Lebensqualität. Der Landkreis Haßberge ist ländlich geprägt; jede Gemeinde habe ihren eigenen Charme, heißt es weiter. Dazu trügen auch Gebäude oder Dorf- und Marktplätze bei. Anonyme Neubauten wie in großstädtischen Siedlungsgebieten seien hier kaum zu finden. „Leider greifen aber auch bei uns immer mehr Bauherren zu Standardlösungen, die sich nicht in die gewachsenen Strukturen einfügen“, so Kreisbaumeister Herbert Schäfer. Gleichzeitig unterstreicht er, dass Einfügen nicht gleich Angleichen bedeute. Dies sieht Architekt Bernhard Joos, der am Landratsamt auch Ansprechpartner rund um den Denkmalschutz ist, genauso: „Ein individueller, gut gestalteter Neubau ist eine Bereicherung des Ortsbilds. Ein seelenloser und lieblos gestalteter Bau ist das Gegenteil.“ Gute Architektur berücksichtige regionale Bauformen und Materialien. Auch die Bauvorschriften wirkten sich auf die Baugestaltung aus. Gerade bei Bauvorhaben in der Nähe von Baudenkmälern herrsche oft Unsicherheit bei den Bauherren: Lassen sich unsere Vorstellungen verwirklichen? Wie stellen sich die Baubehörde und der Denkmalschutz dazu? Um all diese Fragen zu klären, bietet die Bauverwaltung des Landratsamtes allen Bauinteressierten eine Beratung an. „Besprechen Sie Ihre Ideen und Vorstellungen mit unseren Fachleuten“, rät auch Landrat Rudolf Handwerker. Ansprechpartner: Bernhard Joos, (0 95 21) 2 72 74; E-Mail: bernhard.joos@hassberge.de; Herbert Schäfer, (0 95 21) 2 73 11; E-Mail: herbert.schaefer@hassberge.de Foto: Foto: Jens Schierenbeck

Mit zwei kleinen Planvarianten versucht die Stadt Volkach ein Problem in Fahr zumindest abzuschwächen: Der Ort hat zwar laut Bürgermeister Peter Kornell viele bebaubare Flächen, aber so gut wie nichts in städtischer Hand. Um vor allem jungen Familien eine Chance zu geben, soll jetzt der Bebauungsplan „Im Gries“ geändert werden. Keine ganz unumstrittene Sache, wie sich am Montagabend im Stadtrat zeigte.

Kern der Diskussion waren fünf Bauplätze, die genutzt werden könnten, wenn die Bebauungsplanänderung tatsächlich durch ist. Die hat aber noch einige Hürden zu überwinden: Erst dürfen sich bei der 14-tägigen Auslegung der Pläne alle beteiligten Nachbarn und die sogenannten Träger öffentlicher Belange äußern. Das muss der Stadtrat dann bewerten und endgültig entscheiden – dafür oder dagegen.

Drei Gegenstimmen fand das Vorhaben schon jetzt im Rat. Der Grund sind drei Bauplätze, die nordwestlich vom Sportgelände des FC Fahr ausgewiesen werden könnten. Widerstand kam vom Fahrer SPD-Stadtrat Günter Nicola. Der stemmte sich gegen die Pläne, da auf Teilen der Fläche ein „häufig genutzter“ Korbballplatz für Kinder und Jugendliche sei.

Den werde die Stadt dem FC Fahr auch jetzt nicht wegnehmen, betonte Bürgermeister Kornell. Die Stadt wolle nur Vorsorge treffen, wenn Einheimische bauen wollten, anderswo im Ort aber nichts fänden. Dass der Verein nicht im Regen stehen wird, wenn Häuslebauer wegen der Grundstücke bei der Stadt anklopfen, machte FWG-Vorsitzender Herbert Römmelt deutlich. „Wenn es ernst wird, werden sich Alternativen finden.“

Dass der Fahrer FC den städtischen Plänen nicht wehrlos gegenüber steht, unterstrich Bauamtschefin Ulla Gistel-Gareiß. Der Verein könne sich im Verfahren zu dem Vorhaben äußern und werde dafür die Unterlagen erhalten. Deutlich problemloser bei der Änderung des Bebauungsplans waren Veränderungen auf drei Grundstücken südlich des Grabenwegs. Hier ist ein Grundstückstausch geplant, um einer Familie das Bauen zu ermöglichen. Dabei würde der Spielplatz nach Norden wandern, der Bauplatz bei der Rochade im Süden entstehen.

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