Sie haben schon was, die geregelten Abläufe. Jeder, der mal einen Hund oder/und Kinder versucht hat zu erziehen, kann davon mehrere Liedchen singen. Die Abläufe geben Sicherheit, manche sogar so was wie das Gefühl, daheim zu sein, so was wie Heimat zu spüren.

Bei Kirchweihen ist das so. Die laufen in der Regel immer gleich ab. Manchmal, wenn es Umzüge gibt, ändern sich vielleicht die Themen, der Ablauf nicht. Eine der traditionsreichsten Kirchweihen in unserer Gegend ist sicher die Etwashäuser. Die Bilder gleichen sich, auch wenn die Gesichter sich ändern. Der Ablauf ist immer gleich, die Reihenfolge im Umzug und das Ritual der Krönung der neuen Gärtnerkönigin auch. Das gibt Sicherheit, man weiß genau, was auf einen zukommt.

Geregelt geht es aber nicht nur während des Umzugs zu. Auch danach, beim Bummel durch die verkaufsoffene Stadt das gleiche Spiel. Man trifft Leute, die man – gefühlt – seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen hat. Leute, die man gerne trifft, aber irgendwie auch nicht vermisst, wenn man sie mal nicht sieht. Und dann sind die alten Sprüche nicht mehr zu verhindern. Beispiele: „Frag mich mal, wie es mir geht?“ „Na, wie geht's dir denn?“ „Ach, frag' mich nicht.“

Oder zum Abschied, alle Jahre wieder: „Schöne Grüße daheim.“ „Ja, wenn ich zu Wort komme.“ – So geht's, der Rest ist Schweigen, bis es in einem Jahr wieder heißt, frag mich mal, wie es mir geht.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.