Man lernt nie aus. Beispiel: Vor drei Jahren hat in Kitzingen kein Mensch gewusst, was Entente Florale heißt, geschweige denn, wie man so was ausspricht. Heute geht der Name des Wettbewerbs zwar immer noch vielen schwer über die Lippen, Kitzingen hat aber zweimal Gold geholt. Vor einem Jahr die Goldmedaille auf Bundesebene und am Freitag zusammen mit Sommerach eine Stufe höher in Europa.

Was zeigt, dass trotz gelegentlicher Maulereien in Kitzingen nicht alles schief laufen kann. Den Erfolg kann man feiern.

Dass wir uns überhaupt mit Entente florale auseinandersetzen dürfen, haben wir der CSU in Kitzingen zu verdanken. 2012 hat der Fraktionschef Andreas Moser nach der erfolgreichen Gartenschau 2011 die Teilnahme am Wettbewerb beantragt. Nach dem Motto „Kostet nichts, kann was bringen“, war der Stadtrat mit dabei und Kitzingen mitten im Wettbewerb.

Dann viel Arbeit, Jury-Besuch und die erste Stufe. Preisverleihung auf dem Gelände des Fernsehgartens in Mainz. Jetzt muss man wissen, dass es bei diesem Wettbewerb nicht nur einen Sieger gibt. Es ist wie beim Sportabzeichen, bloß ohne Sport. Bei Entente gibt es zehn Bewertungskriterien (Sportarten). Erreicht man eine bestimmte Punktzahl, gibt es Urkunden, bei mehr Punkten eine Bronze-, Silber oder Goldmedaille. 2013 war es Gold für Kitzingen, aber auch für Bad Füssing. Dann wurde ein deutscher Vertreter für Europa gesucht und der wurde – warum auch immer – Kitzingen.

Damit kam der nächste Schritt 2014: Arbeit, Jury und Preisverleihung. Diesmal in Ungarn. Und wieder waren da der Kriterienkatalog und die Punkte. Diesmal waren es 19 Teilnehmer, zehn Gemeinden und neun Städte. Am Ende gab es einmal Bronze, sechsmal Silber und zwölfmal Gold, darunter Kitzingen und Sommerach. Damit ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Weltweit gibt's den Wettbewerb (noch) nicht und damit auch keine Stadt, die Europa in der Welt vertritt.

Apropos, was dazu lernen und aussprechen. Eine schöne Übung nach Entente florale ist der Name des Orts der Preisverleihung: ganz einfach Százhalombatta.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.