Die Wahlen sind rum. Mit den Folgen wird derzeit vor allem im Bund an fast allen Fronten gekämpft. Das Ergebnis ist vermutlich noch ein bisschen länger offen.

In Kitzingen stehen die Zeichen auf Abrüstung. Die allermeisten Parteien und Gruppen haben begriffen, dass die Wahlplakate ihren Sinn verloren haben. Seit dem Wochenende ist fast alles wieder verschwunden, was an die Doppelwahlen für Land- und Bundestag erinnert. Selbst die bunten Hintern auf der Nordtangente muss man sich nicht mehr antun. Es gibt eigentlich nur noch einen eher grünen Kandidaten, dem das Grinsen trotz der eher nicht erfolgreichen Landtagswahl noch nicht vergangen ist. Und auch die Piraten scheinen nach dem Untergang noch nicht in der Lage zu sein, ihre Botschaften wieder einzupacken.

Ansonsten haben inzwischen Hinweise auf Flohmärkte, Neueröffnungen von Lokalen oder Fahndungsfotos von vermissten Katzen die Laternenpfähle wieder übernommen. Allerdings ist das nur die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Wenn wir viel Glück haben, geht vielleicht Weihnachten noch ohne neue Gesichter an den Straßen vorbei. Spätestens im neuen Jahr, wenn Mitte März die Stadt- und Gemeinderatswahlen warten, werden sie wieder hängen. Bei acht Gruppierungen im Kitzinger Stadtrat kann man sich ausrechnen, dass es eng werden wird.

Aber, was soll's. Irgendwie gehören die Politiker ja auch da hin. Das hat keiner so schön gesagt, wie Loriot: Der beste Platz für den Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.