SEINSHEIM

Die optisch bessere Lösung

Eigentlich sollte es nur um den Dachstuhl der im Gemeindebesitz befindlichen Kirchgade Fischer gehen. Doch die Seinsheimer Gemeinderäte zettelten erneut eine Diskussion um die Ausstattung an.
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Noch viel zu tun: Die gemeindeeigene Kirchgade bekommt ein neues Dach. Der künftige Mehrzweckraum erhält keine Decke, sondern bleibt zum dann gedämmten Dach hin offen. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Eigentlich sollte es nur um den Dachstuhl der im Gemeindebesitz befindlichen Kirchgade Fischer gehen. Doch die Seinsheimer Gemeinderäte zettelten erneut eine Diskussion um die Ausstattung an.

Das Gadeninnere soll zu einem Mehrzweckraum umgestaltet werden. Die Raumhöhe würde, falls der hohe Dachstuhl durch eine Decke abgetrennt würde, nur 2,20 Meter betragen. „Zu niedrig“, meinte nicht nur Bürgermeister Heinz Dorsch, der vorschlug, den Raum zum Dachboden hin offen zu lassen. „Das ist optisch besser“, meinte Jürgen Merbecks, der diese Lösung von der eigenen Wohnraumgestaltung her kennt.

Dorsch erinnerte daran, dass schon der alte Gemeinderat „nur“ einen Veranstaltungsraum gewünscht hatte, zum Beispiel für eine Vernissage. Doch dann seien Begehrlichkeiten nach Wasseranschluss und Heizung gekommen, letztere ist laut Dorsch nur als elektrische Fußbodenheizung sinnvoll. Auch im neuen Gemeinderat zielten nun Äußerungen auf eine bessere Ausstattung hin, eben Wasser und Heizung. Auch der Einbau einer Theke kam zur Sprache. Die Ratsmitglieder beschlossen aber lediglich, nach der Erneuerung und Dämmung des Daches, dieses zum Mehrzweckraum hin offen zu lassen. Die Gemeinde rechnet mit Zuschüssen.

Weitere Themen:

• Die Klöppel der vier Glocken der Iffigheimer Kirche hätten überholt werden sollen. Seitens der beauftragten Firma sei jedoch signalisiert worden, dass sich dies aufgrund des Zustands eigentlich nicht mehr lohne, berichtete Bürgermeister Heinz Dorsch. 2545 Euro bedeute dies an Mehrkosten. Die neuen Klöppel sollen rund 7500 Euro kosten. Zu Scherzen war Gemeinderat Jürgen Merbecks aufgelegt: „Eigentlich bräuchten wir gar keine Klöppel mehr, weil wir eh nicht läuten dürfen.“ Damit spielte er auf die nächtliche Zeit an, in der die Glocken schweigen, um einen Nachbarn nicht zu stören. Ingrid Sußner fand dies weniger lustig, denn sie sei schon in Iffigheim gefragt worden, wann die Glocken wieder richtig läuten. „Zu Weihnachten“, meinte der Bürgermeister, korrigierte seine zeitlich Aussage aber sofort auf Mitte Oktober, als er die Blicke der Iffigheimer Ratsmitglieder registrierte.

• An der dem Eingang gegenüberliegenden Seite des Tiefenstockheimer Friedhofs wird eine Aussegnungshalle errichtet. Dazu wird die Außenmauer aufgebrochen. Im Zuge der Bauarbeiten soll auch die zum Teil seit langem eingestürzte Mauer zur Straße hin repariert werden. Die Entscheidung fiel einstimmig.

• Zwei Bemerkungen hatte es nach der örtlichen Rechnungsprüfung gegeben: Zum einen sollten Haushaltsstellen, die knapp kalkuliert sind, künftig einen höheren Ansatz erhalten. Zum anderen stellten die Rechnungsprüfer fest, dass bei einem Auslagenposten statt 67,05 Euro nur 65,05 Euro ausbezahlt worden sind, was laut Dorsch nachbezahlt wird. Des Weiteren stellte der Gemeinderat die Jahresrechnung für 2014 fest. Das Haushaltvolumen betrug demnach rund 2,24 Millionen Euro. Dem Vermögenshaushalt wurden 137 066 Euro zugeführt.

• Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hüttenheim zu, an der Gemarkungsgrenze einen Bauwagen für eine Waldkindergartengruppe aufzustellen.

• Oft hatte der Gemeinderat schon über die Restaurierung des Backhäuschens in Wässerndorf gesprochen – ohne einen Beschluss zu fassen. Diesen fasste der Gemeinderat nun. Das Projekt soll der Abschluss der Dorferneuerung sein. Angebracht werden soll auch eine entsprechende Tafel. Bürgermeister Heinz Dorsch gab zudem bekannt, dass es schon einen Interessenten gebe, der dort Brot backen möchte.

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