MARKT HERRNSHEIM

Die gute alte Zeit lebt wieder auf

Die gute alte Zeit lebt in den kommenden beiden Wochen im evangelischen Gemeindehaus von Markt Herrnsheim auf. Denn dort ist – jeweils an den beiden kommenden Sonntagen von 11 bis 17 Uhr – die Ausstellung „Leben auf dem Dorf“ zu sehen. Begleitend dazu öffnen Ludwig Geitz und die Familie Schumann-Krätzig ihre Kirchengaden und zeigen darin historische Gerätschaften oder Hauseinrichtungen.
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Historisches in den Kirchengaden: Peter Krätzig und die Familie Schumann öffnen begleitend zur Ausstellung “Leben auf dem Dorf“ ihre Kirchenburg-Gade und zeigen, wie ein Haus eingerichtet war. Foto: Foto: H. Hess
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Die gute alte Zeit lebt in den kommenden beiden Wochen im evangelischen Gemeindehaus von Markt Herrnsheim auf. Denn dort ist – jeweils an den beiden kommenden Sonntagen von 11 bis 17 Uhr – die Ausstellung „Leben auf dem Dorf“ zu sehen. Begleitend dazu öffnen Ludwig Geitz und die Familie Schumann-Krätzig ihre Kirchengaden und zeigen darin historische Gerätschaften oder Hauseinrichtungen.

Die von der Regierung von Unterfranken und dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) konzipierte Ausstellung thematisiert in Text und Bild das Leben von einst. Der frühere ALE-Präsident Rolf Richter sieht sie als Beitrag zur „geistigen Dorferneuerung“, während das Amt die bauliche und infrastrukturelle Dorferneuerung zur zentralen Aufgabe hat. Die Regierung und das ALE sehen sich verpflichtet, die Dörfer in ihren eigenständigen Charakteren zu erhalten und die Identifikation mit dem Lebensraum auf dem flachen Land zu stärken. Ein Dorf werde eine lebendige Gemeinschaft bleiben, so lange es fähig sei, bestimmte soziale Gebote zu befolgen, schreiben die Schöpfer der Ausstellung.

Willanzheims Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert meinte, dass sich manche ältere Bürger auf den Bildern oder in Texten wiedererkennen könnten. Die Schau wecke bei Besuchern manche Erinnerung. „Wir hatten 1934 das erste Telefon in Herrnsheim“, verriet Elfriede Schumann mit Blick auf ein altes Telefonhäuschen. Den Unterschied von damals zu heute machte die Gastgeberin auch am aktuellen Weltmeistertitel unserer Nationalmannschaft fest. Während die WM-Helden heute von Hochglanzpostern strahlen, gab es die 1974er Weltmeister damals nur in schwarz-weiß zu sehen. Deswegen sind alle Ausstellungsbilder in schwarz-weiß.

Reifenscheid-Eckert führte den Herrnsheimer Bauernmarkt am kommenden Sonntag als Paradebeispiel dafür an, wie eine Tradition – der Markt wird seit der Marktrecht-Verleihung im Jahr 1583 ausgerichtet – erhalten, gepflegt und der heutigen Zeit angepasst wird.

Stellvertretende Landrätin Doris Paul sagte, dass Herrnsheim ein Dorf sei, durch das die Menschen weniger fahren, sondern gezielt ansteuern wie zum Marktwochenende, dem Streuobstfest oder jetzt zum Ausstellungsbesuch. Sie wünschte sich, dass auch die örtlichen Schulkinder die Gelegenheit bekommen, die historische Ausstellung zu betrachten.

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