VOLKACH

Die Zukunft des Waldes im Visier

Mit Spaten, Handschuhen und Mützen ausgerüstet pflanzten am Dienstagvormittag etwa 70 Schüler der Volkacher Mittelschule junge Laubbäume im Stadtwald. Es war bitterkalt. Bei minus fünf Grad Celsius setzten die Jugendlichen junge Hainbuchen, Kirschen und Feldahorn in der Nähe des Trimm-Dich-Pfades.
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Vorbildliche Pflanzaktion: Im Volkacher Stadtwald pflanzten am Dienstag Revierförster Max Bartholl (links) und 70 Schüler junge Laubbäume. Christian aus Sommerach und Janina aus Volkach waren beim Pflanzen begeistert bei der Sache. Foto: Foto: Peter Pfannes

Mit Spaten, Handschuhen und Mützen ausgerüstet pflanzten am Dienstagvormittag etwa 70 Schüler der Volkacher Mittelschule junge Laubbäume im Stadtwald. Es war bitterkalt. Bei minus fünf Grad Celsius setzten die Jugendlichen junge Hainbuchen, Kirschen und Feldahorn in der Nähe des Trimm-Dich-Pfades.

Die Siebt- und Neuntklässler waren der Einladung von Forstbereichsleiter Klaus Behr und Revierförster Max Bartholl gefolgt, um die Zukunft der heimischen Wälder mit eigener Hand mitzugestalten. Begeistert waren die jungen Waldarbeiter bei der Sache, als es darum ging, die Pflanzlöcher mit einem Spaten auszustechen und den Baumnachwuchs unter fachmännischer Anleitung einzusetzen.

Nur ungern erinnert sich Max Bartholl an den verheerenden Sturm Wiebke Ende Februar 1990, der auch im Volkacher Stadtwald erhebliche Schäden hinterließ. „Damals wurden viele Kiefern, die in der Abteilung Klingenholz auf einem Sandrücken standen, umgeworfen“, erklärt der Revierförster. Jahrzehnte werde es dauern, um die Wälder nach dem tobenden Orkan wieder auf Vordermann zu bringen.

In dem lichten Waldbestand fehlt momentan vor allem das Laub-Schattholz. Die Aufgabe der Volkacher Schüler bestand nun darin, auf der 1,1 Hektar großen Fläche zwischen Volkach und Rimbach Laubbaum-Pflanzen zu setzen, darunter auch einige Elsbeeren und Baumhasel. Die Fläche hatten Bartholl und seine Kollegen bereits eingezäunt, damit sich die jungen Pflanzen entwickeln können. „Bis diese Bäume 20 Meter hoch sind, vergehen etwa 40 Jahre“, erklärte Bartholl den Jugendlichen.

Forstbereichsleiter Klaus Behr freute sich über das Engagement der jungen Waldgärtner, das gerade im 300. Jubiläumsjahr der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft ein Zeichen setze. „Wir wollen die Schüler für diese Lebenshaltung begeistern“, nannte Behr die Zielsetzung der Aktion. Sein Wahlspruch lautet: „Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmer mehr.“ Die Schüler seien für „ihren“ Wald begeisterungsfähig, gerade in Zeiten des Klimawandels. Behrs Aussage bewahrheitete sich schnell. Siebtklässler Christian rammte seinen Pflanzspaten in den gefrorenen Boden. Neuntklässlerin Janina steckte die Wurzeln der kleinen Rotbuche in die Erde und das erste Bäumchen hatte sein neues Zuhause. Alle halfen mit, die 400 Jungbäume einzupflanzen. Auch Bürgermeister Peter Kornell war zu dem Projekt in den Wald gekommen und packte mit an.

Die Arbeit der Schüler war am späten Vormittag allerdings noch nicht beendet. Durch die Übernahme der Patenschaft für die neu gepflanzten Bäume werden sie sich auch in den kommenden Jahren um deren Wachstum durch Freischnitt und Pflege kümmern.

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