PRICHSENSTADT

Die Wünsche sind groß, die Kasse ist leer

Vor dem Hintergrund der angespanten finanziellen Lage der Stadt, arbeitete der Stadtrat am Donnerstagabend eine umfangreiche Liste von Zuschussanträgen von Vereinen und der Kirche ab. Besser gesagt, er strich diese Liste radikal zusammen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolbild
Foto: A3446 Patrick Seeger (dpa)

Vor dem Hintergrund der angespanten finanziellen Lage der Stadt, arbeitete der Stadtrat am Donnerstagabend eine umfangreiche Liste von Zuschussanträgen von Vereinen und der Kirche ab. Besser gesagt, er strich diese Liste radikal zusammen.

• Der TSV Prichsenstadt bat beispielsweise um einen Zuschuss für die Sanierung des Sporthallendaches. Abgelehnt.

• Die alte Meierei in Altenschönbach soll saniert werden. Verschoben. Der Antrag war den Räten zu unkonkret.

• Zuschuss zur Innenraumsanierung der Kirche in Stadelschwarzach. „Wir haben kein Geld.“ Abgelehnt.

• Die Schützengesellschaft hat 4000 Euro für neue Jugendgewehre investiert. Zuschuss abgelehnt.

• Der TSV bittet um Unterstützung für seine neu entstandene Tischtennisabteilung. Abgelehnt.

Bei einigen weiteren Anträgen schießt die Stadt zehn Prozent der nachgewiesenen Kosten zu.

Bei den Anträgen der Kirche entbrannte die Frage, ob die Stadt baulastpflichtig sei. Das soll nun von neutraler Seite geprüft werden, notfalls durch ein Gericht. Denn es herrschen zwei Meinungen vor: Die Kirche sagt ja, die Stadt nein. Unter anderem geht es um die Sanierung der historischen Stadtmauer auf dem Grundstück der evangelischen Kirche in Prichsenstadt.

„Das ist ein Privatgrundstück, also müsste es auch der Besitzer, sprich die Kirche sanieren“, sagte Bürgermeister Adolf Falkenstein, „aber die argumentiert, sie habe bislang noch nie etwas daran saniert, außerdem gehöre es der Stadt, weil es Bestandteil der alten Wehranlage ist“. Auch diese Zuständigkeitsfrage wird wohl gerichtlich geklärt werden müssen, denn weder die Stadt noch die Kirche „sind neutral, denn beide vertreten ihre Seite“, sagte Falkenstein.

Der Antrag der Spielvereinigung Laub sorgte für eine weitere kontroverse Debatte. Das marode Vereinsheim muss von Grund auf saniert werden. Nach dem strengen Winter hat vor allem das Dach der Turn- und Sporthalle gelitten, der Verein muss dafür 200 000 Euro investieren. Um die sanitären Anlagen behindertengerecht herzurichten, sind weitere 55 000 Euro fällig.

Der Neubau eines Schulungsraumes für die Feuerwehr, der gleichzeitig als Wahlraum dienen könne, würde weitere 34 000 Euro kosten, und die mittlerweile durch eine Hackschnitzelheizung ersetzte Ölheizung hat bereits 16 000 Euro gekostet. Grundsätzlich wollte sich der Stadtrat einem Zuschuss nicht verschließen, dennoch wurde eine Entscheidung verschoben. Denn für die Feuerwehr in Laub stellte der Stadtrat anstelle der veranschlagten 250 000 Euro nun 320 000 Euro in den Haushalt ein, und ob dann ein Schulungsraum für die Feuerwehrleute im Vereinsheim, das in ein Gemeinschaftshaus umfunktioniert werden soll, notwendig ist, darüber waren sich die Räte nicht einig.

Doch 55 000 Euro für die SpVgg

Wegen der Komplexität der Angelegenheit und weil Laub als einziger Ort der Großgemeinde Prichsenstadt kein Gemeinschaftshaus besitzt, vertagten die Räte eine Entscheidung und wollen die Bürger aktiv in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen. „Wir hätten gern aus Laub eine konkrete Wunschaussage, vorher können wir noch nichts sagen“, so der Bürgermeister. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht stellte der Rat 55 000 Euro für das Sportheim in den Haushalt, „wir brauchen dennoch eine konkrete Aussage, was dort geschehen soll“.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren