GLOSSE

Die Woche: Wildes Treiben in Geiselwind

Was hat der Kaugummi-Winter nur mit den Menschen gemacht? Am Donnerstag, als die Sonne ein wenig hervorguckte, liefen viele Menschen in Kitzingen umgehend kurzärmelig auf den Straßen herum. Bei knapp acht Grad. Einer hatte sogar eine kurze Hose an.
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Die Woche:     Notfalls Eimer unter den Tisch

Was hat der Kaugummi-Winter nur mit den Menschen gemacht? Am Donnerstag, als die Sonne ein wenig hervorguckte, liefen viele Menschen in Kitzingen umgehend kurzärmelig auf den Straßen herum. Bei knapp acht Grad. Einer hatte sogar eine kurze Hose an.

Die ersten rollenden Discos waren ebenfalls unterwegs – mit offenem Fahrerfenster, damit auch ja der gesamte Königsplatz etwas von dem Gewummere hat.

Dabei ist es gar nicht abwegig, dass es noch mal schneit. Weil der Mutigste unter uns hier in der Redaktion diese Woche die Sommerreifen montieren ließ. Aber wir wollen es lieber nicht beschreien und lieber an der fröhlichen Frühlingsbastelaktion hier gleich nebenan teilnehmen.

Zuvor jedoch müssen wir Ihnen noch ein wenig ins Gewissen reden. Mit dem Gewissen ist es so eine Sache. Manche behaupten, sie hätten ein reines Gewissen – wahrscheinlich, weil sie es nie nutzen. Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass das Gewissen jene innere Stimme ist, die uns warnt, weil jemand zuschauen könnte.

Da ist was dran, wie jeder weiß, der hin und wieder öffentliche Toiletten aufsuchen muss. Weil auf dem stillen Örtchen keiner zuschaut, offenbart sich das ganze Drama, wenn die innere Stimme schweigt.

Der endgültige Beweis für die Richtigkeit der warnenden inneren Stimme wurde am Donnerstagmorgen auf der Kitzinger Nordtangente geliefert. Ein Mann fährt mit seinem Geländewagen durch die Gegend – nicht angeschnallt. Die innere Stimme schweigt. Bis die Polizei auftaucht. Das schlechte Gewissen schlägt Alarm. So heftig, dass der 47-Jährige völlig verschreckt einen spektakulären Unfall baute.

Verschreckt hat uns diese Woche auch eine Meldung aus Geiselwind. Dort herrscht Sodom und Gomorra – zumindest im Reich der Störche. Bekanntlich hatte das Storchenmännchen im März wieder sein Nest auf der Pfarrkirche in Beschlag genommen. Seither schien es treu auf seine Angetraute zu warten.

Doch die Situation ist inzwischen außer Kontrolle geraten. Wie es aussieht, buhlen derzeit gleich mehrere Storchenweibchen um die Gunst des Männchens. Wir bleiben natürlich am Ball, wie das wilde Treiben dort weiter geht.

Wenn wir schon in Geiselwind sind – gleich noch eine Geschichte hinterher. Zum Ende der Ferien hätten wir etwas aus dem Schulbereich zu bieten. Die Geiselwinder Schule trägt bisher den Namen „Drei-Franken-Volksschule Geiselwind“. Das gefiel dem Staatlichen Schulamt irgendwie gar nicht mehr, weshalb die Schule künftig „Drei-Franken-Grundschule Geiselwind“ heißen soll.

Jetzt müssen – übrigens zum wiederholten Mal – Schulsiegel, Schulstempel, Briefköpfe und die Bezeichnung an der Fassade geändert werden. Völlig sinnfrei, weil sich ja nun an dem Namen Volksschule nicht wirklich jemand stören kann. Die Kosten trägt die Gemeinde – um die 1500 bis 2000 Euro dürften da zusammenkommen.

Damit sind wir auch schon beim Zitat der Woche. Karl Lagerfeld hat sich damit zu Wort gemeldet: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

Jetzt würden wir gerne wissen, was der große Meister über Leute sagt, die bei knapp acht Grad in kurzen Hosen durch Kitzingen spazieren.

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.

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