Volkach
Verkehr

Die Volkacher Umgehung kann kommen

Aufatmen in Volkachs Norden und im Zentrum von Gaibach , besorgte Minen in Volkachs Osten. Mit einer knappen Mehrheit hat der Volkacher Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend einer städtischen Sonderbaulast für eine Umgehungsstraße zugestimmt.
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Historische Entscheidung im geschichtsträchtigen Schelfenhaus: Vor etwa 100 Zuhörern sprach sich der Volkacher Stadtrat am Montag für den Bau einer Umgehung in städtischer Sonderbaulast aus.
Historische Entscheidung im geschichtsträchtigen Schelfenhaus: Vor etwa 100 Zuhörern sprach sich der Volkacher Stadtrat am Montag für den Bau einer Umgehung in städtischer Sonderbaulast aus.
Elf Ratsmitglieder stimmten für die finanzielle Beteiligung an dem staatlichen Straßenbauprojekt der Staatsstraße 2271. Neun Räte waren gegen die Verwirklichung des Projekts in Sonderbaulast. Mit der Entscheidung ist der erste Schritt für eine seit vielen Jahren diskutierte Umfahrung von Volkach und Gaibach getan. Mit im Boot sitzt die Gemeinde Kolitzheim, die in einem früheren Beschluss festgelegt hat, dass sie ebenfalls eine Umgehungsstraße in Sonderbaulast errichten will, wenn Volkach ebenfalls mitmacht.

Der Grundsatzbeschluss des Volkacher Stadtrats beinhaltet keine Festlegung auf eine bestimmte Trasse sondern lediglich die Übernahme der Sonderbaulast. Favorisiert nach dem jetzigen Stand der Dinge wird eine komplette Osttrasse mit der Umfahrung Volkachs und Gaibachs im Osten, um dann kurz vor Kolitzheim wieder auf die alte St 2271 zurückzukehren.
"Dort kann Kolitzheim dann selbst entscheiden, ob eine Ost- oder Westumfahrung ihrer Gemeidne gewünscht wird", sagte Bürgermeister Peter Kornell (FWG).

Je nach Trassenführung wird die neue Umgehungsstraße von Volkach und Gaibach zwischen 16,5 und 20 Millionen Euro kosten. Nach Abzug von staatlichen Zuschussmitteln (80 Prozent), Geldern aus dem Konversionsausgleich (750.000 Euro) und der möglichen Beteiligung des Landkreises Kitzingen (700.000 Euro) kommen nach den aktuell vorliegenden Schätzungen zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro an Eigenkosten auf die Stadt zu. Die Finanzierung soll auf fünf Jahre verteilt werden.

Wenn alle Hindernisse für den Bau der Umgehungsstraße wie Einsprüche, Grundstücksverhandlungen und Gerichtsverfahren aus dem Weg geräumt sind, dürfte mit dem Bau der Umgehung in etwa vier Jahren begonnen werden. In knapp zehn Jahren sollte die Blechlawine dann über die neue Trasse rollen.

Die Mehrheit im Stadtrat sah ihre Zustimmung als Entscheidung für die Zukunft der Weinstadt. Weil die Umfahrungen von Volkach und Gaibach im Ausbauplan für Staatsstraßen in Bayern nur in Dringlichkeitsstufe "2" eingestuft wurden, ist ihre Verwirklichung innerhalb der nächst 15 Jahre nur im Rahmen einer Sonderbaulast durch die Stadt Volkach möglich.

Der Schwerlastverkehr, der jetzt schon unerträglich ist und stetig zunimmt, war ein Hauptargument für die Entscheidung pro Sonderbaulast. Lärmschutz für die Bewohner in Volkachs Osten und der Bau von Kreisverkehren an den Einmündungen und Kreuzungen sind für sie ein "Muss".

Die Gegner der Sonderbaulast monierten, dass der Staatsstrassenbau eine staatliche Aufgabe und keine kommunale sei. Sie befürchten, dass die ohnehin nicht in Reichtum gebettete Stadt ihren Pflichtaufgaben im eigenen Bereich aufgrund der hohen finanziellen Belastung durch die Umgehungsstraße nicht mehr ausreichend nachkommen kann. Eine zweite Beschlussvariante, die lediglich eine Gaibacher Umgehung vorsah, kam aufgrund der positiven Entscheidung für eine "große Lösung" nicht mehr zur Abstimmung.

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