Wiesenbronn
Gemeinderat

Die Visionen der Wiesenbronner Räte

Auf neuen Wegen zum Ziel: In einem Workshop legten die Gemeinderäte aus Wiesenbronn am Dienstag die wichtigsten Projekte für die nächsten Jahre fest. Auch ein Gemeinde- und Dienstleistungszentrum steht auf der Liste.
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Wohin geht die Reise in Wiesenbronn? Dieser Frage gingen am Dienstag die Wiesenbronner Gemeinderäte in einem Workshop nach. Foto: Worschech
Wohin geht die Reise in Wiesenbronn? Dieser Frage gingen am Dienstag die Wiesenbronner Gemeinderäte in einem Workshop nach. Foto: Worschech
Die Pfosten sind eingeschlagen, um den Weg zu markieren, den Wiesenbronn in diesem Jahr und den kommenden Jahren gehen wird. Auf doch etwas ungewöhnliche Weise machte sich der Wiesenbronner Gemeinderat in der ersten Sitzung im neuen Jahr am Dienstagabend auf die Suche nach den Zielsetzungen. Mittels eines Workshops unter der Leitung von Unternehmensberaterin Barbara Becker wurden wichtige und nötige Investitionen ebenso besprochen wie auch Projekte mit doch eher visionärem Charakter.

"Es kommt auf uns alle an"

"Wir werden uns heute damit beschäftigen, wie es in Wiesenbronn weiter geht und dabei kommt es auf uns alle an." Bürgermeisterin Doris Paul zeigte sich bei ihrer Vorstellung zur Marschrichtung des Abends optimistisch, "dass wir enger zusammen arbeiten werden, eine gemeinsame Richtung einschlagen und nicht stehen bleiben". Auch die Aussagen der übrigen Ratsmitglieder gingen in diese
Richtung. So stellte Paula König fest, "dass Prioritäten gesetzt werden müssen" und Gudrun Ackermann erklärte, dass "die Vorhaben angepackt werden müssen, ohne uns im Kreis zu drehen". "Der Finanzrahmen muss abgesteckt werden", stellte Anton Hell fest. Wie Gerhard Roth sagte, müsse "das Wichtige gut ausdiskutiert werden". Der Blick sei auf die kommenden fünf Jahre zu richten, erklärte Reinhard Hüßner und Reinhard Fröhlich sagte, dass es "im Endeffekt darum geht, das Beste für Wiesenbronn zu erreichen."

Die Lebensqualität steigern

Und dann ging es an die Arbeit: Zu den Themenfeldern Lebensqualität, Infrastruktur, Dorfgemeinschaft und Wirtschaft (Gewerbe, Dienstleistungen, Landwirtschaft und Weinbau) trugen die Ratsmitglieder alles ein, was schon geleistet wurde, womit begonnen wurde und was noch zu erledigen ist. So war zum Beispiel das "Weinlabyrinth" unter "geschafft" und auch unter "angefangen" zu finden, da noch ein Aussichtsturm im Zentrum des Labyrinths entstehen soll. Weitere Themen mit Eintragungen in verschiedenen Kategorien waren das Seegartenfestgelände samt Beleuchtung, die Verkehrsberuhigung, die Erweiterung des Gewerbegebiets oder erneuerbare Energien, bei denen aber zunächst der von den Dorfschätzen in die Wege geleitete Energie-Nutzungsplan abgewartet werden soll.
Auf der Liste der Investitionen, die für dieses Jahr als dringend erachtet wurden, stehen die Straße zum Baugebiet Geisberg, der dritte Bauabschnitt im Neubaugebiet, die Planungen für die Ertüchtigung der Kläranlage nach Vorlage des Gutachtens und die Neugestaltung des Friedhofs inklusive Anlage einer Friedwiese.
Als Zuhörer, die diesmal ausdrücklich in die Diskussionen einbezogen waren, machte sich Günther Lautenbach für eine bessere Versorgung der Touristen mit Info-Material und deren Betreuung stark: "Da sollte man auch über ein Anlaufstelle nachdenken, zumal es meist ältere Leute sind, die nach Wiesenbronn kommen". Aus den Reihen der Zuhörer kam auch die Anregung, die Verbesserung der Sportstätten in die diesjährige Agenda aufzunehmen.
Einige Male wurde die Möglichkeit angesprochen, ein Haus für mehrere Generationen einzurichten, da in Zeiten, in denen die Menschen immer älter werden, auch Wohnmöglichkeiten für Senioren geschaffen werden sollten. Doch in Richtung "Visionen" ging es, als in diesem Zusammenhang ein Gemeinde- und Dienstleistungszentrum ins Gespräch gebracht wurde, das nach den Vorstellungen von Reinhard Hüßner auch eine "Mehrgenerationenabteilung" enthalten könnte, "wozu dann die richtigen Fördertöpfe angezapft werden müssen". Zu diesem Themenkreis gehörte auch der Vorschlag, bei einer Generalsanierung der Sporthalle hier auch das Gemeindezentrum einzurichten.

Kläranlage und Geisberg

Zu den wichtigsten Projekten wurde auch gleich der Finanzrahmen abgesteckt. Demnach dürfte der dritte Bauabschnitt im "Geisberg" rund 600 000 Euro kosten, die Straße zur ordnungsgemäßen Anbindung des Baugebiets ist mit rund 750 000 Euro veranschlagt. Bei Ertüchtigung oder sogar Neubau der Kläranlage, die ab 2015 an der Reihe ist, rechnet man mit Kosten zwischen 350 000 Euro und 750 000 Euro. In diesem Fall gebe es aber einen Rückfluss, da ein Teil der Kosten über die Beiträge und der andere längerfristig über die Gebühren getilgt werde, gab die Bürgermeisterin bekannt.
"Und wie ist der Eindruck zu dieser Liste?", wollte Barbara Becker wissen. "Fast nicht zu schaffen", meinte Günther Lautenbach. Der Gemeinderat zeigte sich aber überzeugt, dass das meiste verwirklicht werden könne.
Um es auf den Weg zu bringen, wurden gleich Ausschüsse gebildet, die sich mit einem Gemeinde- und Dienstleistungszentrum und mit der Sporthalle beschäftigen. Dabei sollen auch Vertreter des Sport-, Schützen- und Weinbauvereins ins Boot geholt werden, "falls es in diesem Fall doch in Richtung Mehrzweckhalle geht", schlug Barbara Becker vor.

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