Für den Würzburger Projektentwickler Reinhard May ist die Kombination von Architektur und Wein seit 15 Jahren ein Steckenpferd. "Mein Herz schlägt für den Wein, die Gastronomie und die Hotellerie - da war es nahe liegend, sich mit Weinarchitektur zu befassen." Die Kampagne "Franken - Wein.Schöner.Land" hat diese Kombination jetzt auch entdeckt und vermarktet sie seit neuestem unter dem Begriff "Architektouren". Da fiel dem Tourismusverband Franken und dem Fränkischen Weinbauverband die Entscheidung für den Preisträger des diesjährigen Weintourismuspreises leicht: Reinhard May hieß gestern in Iphofen der Mann der Stunde.

Eine Marke an Gäste verkaufen


Nach dem Start im Jahr 2007 hat sich die Marke "Franken - Wein.Schöner.Land" inzwischen im Weintourismus positioniert. Das Anliegen der Kampagne des Fränkischen Weinbauverbandes, des Tourismusverbands Franken und der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau ist vor allem die Vernetzung von qualitativ hochwertigen Angeboten rund um den Frankenwein. Gäste kommen schließlich nicht nur wegen des Weines oder der Natur. Sie erwarten ein Gesamtpaket: Wein, Genuss, Geselligkeit, Natur, Kultur, Wellness sind nur einige der Anforderungen der Touristen. Projektpartner aus den verschiedensten Bereichen wurden gestern daher für ihre besondere Service- und Dienstleistungsqualität ausgezeichnet - und wie immer waren viele Betriebe und Gemeinden aus dem Landkreis Kitzingen mit von der Partie.

Preis für Autodidakt


Den 4. Weintourismuspreis räumte nach Iphofens Bürgermeister Josef Mend, Hiltrud Reiter vom Bayerischen Fernsehen und Krimiautor Roman Rausch in diesem Jahr wieder ein Würzburger ab: Der Autodidakt Reinhard May, der sich nach einer Schreinerlehre und einigen Abstechern in die Gastronomie das Gestalten von Räumen und Gebäuden selbst beibrachte. Seit 40 Jahren ist er nun im weiten Feld der Architektur unterwegs und hat in den letzten 15 Jahren zur Weinarchitektur gefunden. Er gestaltet historische Holzfasskeller und Gästezimmer ebenso wie moderne Vinotheken, Küchen, Seminarräume oder Weinhotels. Das Weingut am Stein in Würzburg trägt seine Handschrift, das Weingut Horst Sauer und der Winzerkeller Sommerach oder der Gasthof Krone in Escherndorf. Bei seiner Gestaltung bezieht May Kunst, Architektur, Design und die Menschen gleichermaßen ein. Wie Weinbaupräsident Arthur Steinmann in seiner Laudatio würdigte, ist May ein "Gestalter, der Räumen zunächst ihre Funktionalität, aber auch ihre Stimmung, ihren Ausdruck und damit ihre Seele verleiht".

Tradition und Moderne


May selbst lobte den Mut seiner Auftraggeber und Partner, offen für Neues zu sein. Für ihn sind Tradition und Moderne keine Gegensätze - sie gehören ganz selbstverständlich zusammen. "Wir haben hier in Franken viel erreicht, weil wir bei aller Tradition nie stehen geblieben sind." Das sei der Schlüssel für eine gelungen Symbiose aus Wein- und Baukultur. Natürlich gehört auch Kreativität dazu. Seine Inspiration nimmt May aus seiner "Neugierde und der Liebe für Formen und schöne Dinge". Aber auch die persönliche Beziehung zu den Menschen, für die er arbeitet, ist für den 61-Jährigen ein selbstverständlicher Bestandteil seiner Projekte. Für die Zukunft des Frankenweins und des Weintourismus in seiner Heimat wünscht sich May nur eines: "Die Winzer und Gastronomen sollten sich noch mehr dafür engagieren, dass der Frankenwein so präsentiert wird, wie er es verdient hat."

Die Namen aller neuen Projektpartner und die zertifizierten Weinfeste können Sie aus der Dienstagsausgabe der Kitzinger entnehmen.