Heiligenkraut, Minze und Blutstropfen. Dazu noch etwas Salbei und den Beifuß nicht vergessen. Mindestens sieben Kräuter müssen in den Strauß.
Der Katholische Frauenbund St. Johannes bindet wieder eifrig Kräutersträuße für Mariä Himmelfahrt. Es ist eine christliche Tradition, an dem katholischen Feiertag einen Kräuterstrauß im Haus oder im Stall aufzuhängen, oder an die Tiere zu verfüttern.
Christiane Greubel, Leiterin der Aktion, bindet mit den anderen Frauen aus dem Frauenbund verschiedenste Heilkräuter zusammen. Nach einer Sammelaktion am Morgen sind einige Pflanzen zusammengekommen. "Die Leute haben sehr viele Kräuter vorbeigebracht", berichtet Greubel. "Und der Rest stammt aus dem eigenen Garten. Jeder bringt mit, was er hat."
Nachdem die Frauen die Kräuter geordnet haben, stellen sie kleine, handgerechte Sträuße zusammen. Von jedem Kraut eins, dazwischen auch mal eine Blume, damit die Bündel auch schön ausschauen.

Lange Tradition


Sind die Kräuter ausgewählt, bindet Erika Michelsen den Strauß mit einem Band fest, sodass er fertig für den Verkauf in den Wassereimer kommt. So sollen die Kräuter zu Mariä Himmelfahrt vor dem Gottesdienst verkauft werden. Für drei Euro kann jeder einen Kräuterbund erwerben, der dann das Jahr über für Glück und Gesundheit in der Familie sorgen soll.
Mit dem Erlös unterstützt der Frauenbund die Kitzinger Schwangerenberatungsstelle.
Seit über 15 Jahren kümmern sich die Frauen schon darum, die Kräutertradition fortzusetzen. Auch Hannelore Hörnig ist schon lange dabei. "Ich binde hier seit zirka zehn Jahren die Sträuße", erzählt sie. "Mir macht das einfach Spaß, und außerdem ist es für einen guten Zweck."
Schon die heilige Maria verteilte Kräuter an die Menschen und wies somit auf deren heilende Wirkungen hin. Und auch wenn Mariä Himmelfahrt im evangelischen Kitzingen nicht als Feiertag gilt, so wird die Tradition doch auch hier weitergeführt.