IFFIGHEIM

Die Tage des alten Rathauses sind gezählt

Bürgerversammlung in Iffigheim – Getrennte Abwassergebühr beschäftigt die Bürger
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Die Bausubstanz des alten Iffigheimer Rathauses ist komplett dokumentiert. Selbst für das Denkmalamt ist eine Sanierung zu teuer, weswegen das Gebäude abgerissen werden darf. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Die Risse am alten Rathaus in Iffigheim werden größer. Auch der Denkmalschutz hat eingesehen, dass eine Sanierung des Gebäudes wirtschaftlich in keinster Weise zu vertreten ist. Deswegen hat die Gemeinde Seinsheim alles genau dokumentieren lassen, damit das Gebäude abgerissen werden kann.

In der Bürgerversammlung in Iffigheim informierte Bürgermeister Heinz Dorsch die 24 Zuhörer, darunter acht Mitglieder des Gemeinderats, über den geplanten Abriss. Bei der dendrochronologischen Untersuchung sei herausgekommen, dass die ältesten verwendeten Hölzer aus dem Kernbau von 1599 stammten. Erhalten werden sollte bei einem Abriss die Mauer, um den Charakter der Kirchenburg zu wahren.

Dorsch gab zudem bekannt, dass das Wohnhaus unterhalb der Kirche und des alten Rathauses samt großen Platz von der Gemeinde erworben worden ist, weswegen auf dem Platz auch wieder geparkt werden kann.

Was mit dem Haus geschieht, steht laut Dorsch noch nicht fest. Normalerweise gehöre es abgerissen und der dazugehörige Felsenkeller verfüllt. An der Stelle könnte ein neues Dorfgemeinschaftshaus entstehen, falls es gelinge, über das Eler-Programm Fördermittel zu bekommen. Ohne solche, sei das Projekt nicht finanzierbar. Ein solches Haus für das Dorf benötige einen Saal für etwa 60 bis 70 Leute. Nebengebäude für irgendwelche Lagermöglichkeiten seien nicht vorgesehen. Auf Grund der derzeit guten Konjunkturlage sei es momentan aber nicht einfach, einen Architekten für so ein Projekt zu finden, sagte Dorsch.

Zur geplanten Einführung einer getrennten Abwassergebühr nach dem Grundstücksabflusswert wollten einige Bürger Näheres wissen, wurden aber von Bürgermeister Dorsch auf eine dafür eigene Bürgerversammlung am 23. April im Seinsheimer Jugendheim für alle Ortsteile verwiesen. „Für viele wird es günstiger, für einige teurer“, erläuterte der Bürgermeister, denn größere, versiegelte Flächen schlügen nun stärker zu Buche.

Das bisherige System mit der Einleitungsgebühr, die sich nach der Zahl der auf dem Grundstück ständig wohnenden Personen und nach der Grundfläche aller vorhandenen Gebäude berechnet, funktioniere nicht mehr. Er halte dies zwar nach wie vor für die gerechteste Lösung, die aber nur so lange Bestand gehabt hätte, bis jemand Einspruch dagegen erhebt, was mittlerweile der Fall sei. „Deswegen muss das gute System verändert werden.“

Gut laufe der Bürgerbus. 1259 Fahrgäste seien 2017 befördert worden. Bei der Buslinie seien rund 20 500 Kilometer gefahren worden, die Mitglieder hätten 38 800 Kilometer gefahren. „Ein gutes Angebot für die Bürger“, meinte Dorsch. Das allerdings sahen Iffigheimer in Gefahr, da es nun eine öffentliche Buslinie gebe, die parallel fahre. Dieses Gefahr sah Dorsch nicht, denn die Bürgerbuslinie decke den Bedarf der Bürger, sei preisgünstig und fahre auch nach Bullenheim, zum Ochsenfurter Krankenhaus oder nach Unterickelsheim auf ihrer Route.

In seinem allgemeinen Bericht hatte Dorsch die Haushaltszahlen der Gemeinde vorgestellt und dabei auf den kontinuierlichen Schuldenabbau verwiesen. Neben dem geplanten Abriss des alten Rathauses in Iffigheim wird die Gemeinde unter anderem der Umbau des Feuerwehrhauses in Wässerndorf, das Amtshaus und die Bachgasse in Seinsheim sowie ein Jugendraum für Seinsheim beschäftigen. In Tiefenstockheim sei das Gebäude der Raiffeisenbank erworben worden und diene nun als Lager und Probenraum.

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