Reupelsdorf

Die Tage der Baustellen in Reupelsdorf sind gezählt

Mit dem Kirchplatz und dem Pfarrhaus schließt Reupelsdorf seine Dorferneuerung bis Mai 2020 ab.
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Besprechung an der Baustelle vor der Kirche in Reupelsdorf: Ilse Brückner von der Kirchenverwaltung, Bürgermeister Werner Knaier, Planer Harald Kober und Oswald Bader von der Dorferneuerung (von links) beraten den Stand am alten Pfarrhaus (hinten) und dem Platz vor der Kirche. Foto: Andreas Stöckinger
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In Reupelsdorf sind die Tage der Dorferneuerung gezählt. Bis Mai 2020 wollen und müssen die Verantwortlichen mit den letzten der größeren Projekten dort fertig sein. Das heißt, dass bis dahin ein schmucker Platz vor der Kirche entstanden ist. Zugleich soll das direkt daneben liegende ehemalige Pfarrhaus fertig sein. Rund 650 000 Euro wird das Ganze kosten, das als Abschluss des Förderprogramms im Dorf gedacht ist.

Mehr als die Hälfte der Kosten stammt aus den Fördertöpfen der Dorferneuerung, sowie aus dem EU-Programm ELER. Diese beiden Stellen lassen das 370 Einwohner zählende Dorf profitieren. „Der Bereich wird ein richtiger Mittelpunkt, es gibt ja keinen Dorfplatz.  Sonst war die Kirche immer recht versteckt und kaum wahrzunehmen“, freut sich Ilse Brückner.

Sie war und ist als Vertreterin der Pfarrgemeinde bei den Gesprächen der Zuständigen dabei und bringt sich mit ein, wie auch Oswald Bader als örtlicher Vorsitzender der Dorferneuerung. Beim Ortstermin sprachen beide mit Bürgermeister Werner Knaier und Ingenieur Harald Kober über Details, wie die Sitzbänke, die aufgestellt werden, oder über eine Mauer, die noch abzureißen ist.

Ganz so umfangreich, wie es nun wird, hatten es sich die örtlichen Verantwortlichen zunächst nicht gedacht. „Die allererste Idee war eine Toilette für die Besucher der Gottesdienste“, erinnert sich Ilse Brückner. Weiter dachte man, dass mehr Platz vor der Kirche, statt des nur zwei Meter breiten Pflasterwegs, schön wäre, um sich zu versammeln.

Dazu gaben auch die Vertreter von Dorferneuerung und Kommune ihrer Zustimmung, ließen planen und gewährten 180 000 Euro. Der Platz wird auf das Niveau der davor liegenden Straße abgesenkt, zur Kirche führt weiter oben eine Treppe. An der Seite wird bepflanzt, außerdem sollen ein Quellstein und Bänke aufgestellt werden. Zudem kehrt die Madonnen-Statue wieder an ihren Platz zurück.

Dass das daneben liegende ehemalige Pfarrhaus in dem Zug ebenso hergerichtet wird, verdankte die Kommune einer anderen Stelle. Das ELER-Programm förderte bereits verschiedene Projekte im Ort, wie den Bau des Radwegs nach Eichfeld, oder die umfangreiche Sanierung des Gemeinschaftshauses am Sportplatz.

Prägend für den Ort

Die Behörde stufte auch das zuletzt als Wohnung dienende Pfarrhaus als prägend für den Ortsteil ein, so dass es zusammen mit dem Gemeinschaftshaus zur Förderung eingereicht werden konnte. Jeweils die Hälfte der Kosten für Gemeinschaftshaus (470 000 Euro) und ehemaliges Pfarrhaus (350 000 Euro) finanziert nun die öffentliche Hand.

„Wir hatten Glück, dass es in dieser Kombination ging. Sonst hätten wir das Pfarrhaus nie angepackt“, gibt Bürgermeister Knaier zu. Gerade das Pfarrhaus befand sich in einem „äußerst schlechten Zustand. Dort wurden in der Vergangenheit einige Bausünden begangen“, beschrieb es Planer Kober. So musste etwa ein Container voll mit Verpackungs- und Dämmmaterial raus.

Vom Haus bleibt bis auf die Außen- und Innenwände nicht viel erhalten, auch der zunächst stabil wirkende Dachstuhl entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als recht marode. Das Gebäude komplett abreißen und neu bauen, kam nicht in Frage. „Sonst hätten wir keine Förderung bekommen“, nennt Bürgermeister Knaier den Grund.

So werden ab nächstem Jahr neben einer Toilette für die Kirchenbesucher auch Büro- und Versammlungsräume sowie Möglichkeiten zur Lagerung im dann renovierten Pfarrhaus sein. Außerdem richtet die Gemeinde in dem Zug das Nebengebäude mit her.

Würdiger Abschluss

Mit dem Ganzen soll Reupelsdorf einen würdigen Abschluss der seit 2007 laufenden Erneuerung bekommen. Die Bürger dort freundeten sich schnell mit dem Ganzen an. „Am Anfang herrschte schon etwas Unsicherheit bei den Anliegern, weil sie nicht wussten, ob sie mit bezahlen müssen“, schaut Ilse Brückner zurück.

Das legte sich, man habe immer alles offen kommuniziert und die Reupelsdorfer mit einbezogen, so Oswald Bader. „Dass es funktioniert, sieht man an den Pflanzbeeten. 37 wurden neu geschaffen, 35 davon werden von den Leuten selbst gepflegt. Die Reupelsdorfer sind froh, dass ihr Ort grüner und schöner geworden ist“, zieht auch Bürgermeister Knaier zufrieden Bilanz.

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