Kitzingen

Die Stunde der Schnäppchenjäger

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten - einmal im Jahr werden in Kitzingen Fundsachen versteigert. Am Samstag war es mal wieder soweit. Ein Ortstermin.
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Ein Hammer, die Spielregeln und eine Liste mit den Gegenständen, die versteigert werden sollen – kann losgehen!
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Zum Aufruf kommt: Ein Ehering, Goldwert 80 Euro. 3,8 Gramm. Eingraviert der Name „Carola“. Was umgehend zu einer netten Nachfrage aus dem Publikum führt: „Ist die Carola im Preis mit dabei?“ Ohne dazugehörige Frau bleibt das Interesse überschaubar: Das Anfangsgebot von 65 Euro verhallt ohne Reaktion. Nicht ein Bieter. Der Ring findet keinen neuen Besitzer. Das Schicksal des Rings ist damit besiegelt: Er wird eingeschmolzen.

Kein Gebot – das bleibt am Samstag im Kitzinger Feuerwehrhaus eher die Ausnahme. Alljährlich im April versteigert die Stadt Kitzingen ihre Fundsachen. Ein Muss-Termin für Schnäppchenjäger, gut 100 haben sich an diesem Morgen eingefunden. Der Mann mit dem Hammer ist auch schon da: Jörg Engelbrecht, stellvertretender Leiter der Ordnungsamtes, gibt den Auktionator.

Spielregeln

Die Spielregeln sind schnell erklärt: Im Grunde ist alles ohne Gewähr. Bei allem, was hier für kleines Geld über den Tisch geht, ist die Haftung ausgeschlossen. Ansonsten: Einfach Hand heben, wer mitbieten will. Und natürlich sofort und bar bezahlen. Die Stadtkasse frohlockt schon. Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten – kann losgehen.

Im Mittelpunkt der Versteigerung stehen 48 Fahrräder. Zuvor warten diverse Kleinigkeiten. Ein vergoldetes Damenarmband – gibt's für fünf Euro. Eine silberne Halskette – neun Euro. Eine Damenuhr, geschätzt 70 Euro, findet für 35 Euro eine neue Liebhaberin.

Marken-Regenschirm

Gut läuft auch ein Regenschirm: Der Markenname treibt den Preis auf 20 Euro. Es folgen ein Motorradhelm und ein Mikrofon – die Versteigerung kommt in Fahrt. Nur für Super-Mario scheinen die Zeiten schlecht zu sein: Ein entsprechendes Spiel samt schwarzer Tasche findet auch für fünf Euro keinen Abnehmer.

Bestes Stück des Tages

Nach dem Schlag ins Wasser mit dem „Carola-“Ehering läuft es für einen weiteren Ehering besser. Das beste weil wertvollste Stück des Tages ist aus 900er Gold, dessen Wert tagesaktuell 137 Euro ausmacht. Eingraviert sind das Hochzeitsdatum „3. 2. 25“ sowie „Walter“ und „Else“. Aufgerufen für 120 Euro – ein Interessent, Zuschlag.

Dann ist auch schon Zeit für die Klassiker: 48 Fahrräder sind im Laufe des Jahres zusammengekommen und stehen jetzt bereit für einen Start in ein neues Leben. Das Interesse ist groß. Fast im Minutentakt gehen die Drahtesel über den Tisch. 75 Euro. 45 Euro. Das teuerste Rad startet mit 55 Euro und bringt es schließlich auf 130 Euro. Ein Mountainbike in gewöhnungsbedürftigem Lila muss sich mit 20 Euro begnügen.

40 Räder versteigert

Von den 48 Rädern finden am Ende 40 einen neuen Besitzer. Die restlichen gehen – wie auch der sonstige unverkaufte Rest – traditionell seit gut zehn Jahren an die Rumänienhilfe des Bibergauers Elmar Karl.

Nachdem der letzte Hammer gefallen ist, zeigt sich der Auktionator zufrieden: Es lief für alle Beteiligten bis hin zur Stadtkasse ausgesprochen gut – von Carola einmal abgesehen.

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