LANDKREIS KITZINGEN

Die Stunde der Briefwähler

Nur noch zehn Tage bis zur Landratswahl und zur Bürgermeisterwahl in Dettelbach: Im Kreis sind rund 71 000 Bürger dazu aufgerufen, am 23. September ihr Kreuzchen für einen der beiden Landratskandidaten zu machen, in Dettelbach wirbt ein Trio um die Stimmen von rund 5700 Wahlberechtigten.
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Symbolfoto Foto: Foto: Siegfried Farkas

Nur noch zehn Tage bis zur Landratswahl und zur Bürgermeisterwahl in Dettelbach: Im Kreis sind rund 71 000 Bürger dazu aufgerufen, am 23. September ihr Kreuzchen für einen der beiden Landratskandidaten zu machen, in Dettelbach wirbt ein Trio um die Stimmen von rund 5700 Wahlberechtigten. Was jetzt schon feststeht: Bei den Briefwählern zeigt der Trend wie in den vergangenen Wahlen im Kreis weiter nach oben.

„Das steigt von Wahl zu Wahl“, sagt Jörg Engelbrecht vom Kitzinger Wahlamt. Rund 850 Briefwähler hat er gezählt, schon jetzt fast 50 Prozent mehr als bei der Landratswahl 2006 (650). Bis zum Tag des Urnengangs rechnet er mit bis zu tausend Leuten (von rund 15 000 Wahlberechtigten), die ihr Kreuzchen zu Hause gemacht haben.

Wählen im Wohnzimmer ist nicht nur in der Großen Kreisstadt im Trend, wie eine kleine Umfrage in den größeren Verwaltungsgemeinschaften zeigt: Rund 500 Briefwähler (etwa 9000 Wahlberechtigte) haben in der VG Volkach ferngewählt, etwa 300 (8500) in der VG Marktbreit und 210 (6800) in der VG Wiesentheid.

Etwas aus dem allgemeinen Rahmen fällt Dettelbach, weil hier nicht nur über den Inhaber des Chefpostens im Landratsamt entschieden wird, sondern auch ein neuer Bürgermeister zu bestimmen ist. Konsequenz ist ein erhöhtes Interesse für den Urnengang, der sich in der Zahl der Briefwähler deutlich zeigt: 620 Bürger (5700 Wahlberechtigte) haben bereits entschieden, wer die künftige Nummer eins im Rathaus werden soll und natürlich auch, wer im Landratsamt am längsten Hebel sitzt. Und, so eine Sprecherin, „die Zahl erhöht sich minütlich“.

Das offensichtlich hohe (Brief-)Wählerinteresse könnte sich auch in einer insgesamt höheren Beteiligung am Urnengang niederschlagen. Schließlich gibt's in beiden Fällen wieder mal eine echte Wahl. Nach dem Alleingang 2006 hat Landrätin Tamara Bischof mit dem Grünen/Ödp-Kandidaten Rafiq Iqbal einen Gegenspieler, dessen Engagement den Schatten auf der letzten Wahl verdrängen könnte: Nur jeder vierte Kreisbürger ging wählen.

Auf sehr hohes Interesse dürfte der Dettelbacher Urnengang treffen, wie es sich schon vor zwei Wochen bei der Podiumsdiskussion der Main-Post mit 650 Besuchern zeigte: Drei Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Reinhold Kuhn, der bei seinem letzten Antreten zur Wahl – trotz seines vierten Alleingangs – immerhin jeden dritten Dettelbacher ins Wahllokal zog. Da ist sicher für die Bewerber Christine Konrad (FW), Norbert Schneider (UCW) und Michael Schuba (CSU) mehr drin.

Beim Auszählen, wenn überall im Landkreis die Wahllokale um 18 Uhr schließen, hat Dettelbach die Nase vorne. Hier werden „laut Gemeinde- und Landkreiswahlordnung erst die Stimmzettel für den Bürgermeister ausgezählt, dann die des Landrats“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. Dies könne die Ergebnis-Verkündigung der Landratswahl etwas verzögern. Laut Pressetext „dürfte nicht viel Zeit vergehen, bis erste Ergebnisse vorliegen“.

Über die Ergebnisse der Landratswahl informiert das Landratsamt am 23. September unter www.kitzingen.de/aktuell.

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