Kitzingen

Die Steigerwaldbahn kommt auf den Prüfstand

Ob die Steigerwaldbahn zwischen den Landkreisen Kitzingen und Schweinfurt reaktiviert werden kann, soll nun ein Prüfverfahren zeigen. Dabei geht es auch um Fahrgastzahlen.
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Ist das der Anfang vom Ende einer möglichen Reaktivierung der Steigerwaldbahn? Die Firma Gleisrückbau Meißner hat an der Gemarkungsgrenze zu Großlangheim begonnen, die Gleise zurückzubauen. Dort beginnt die Kitzinger Gemarkung, auf der die Schienenstrecke bereits entwidmet ist. Foto: Barbara Herrmann
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Die Frage der Reaktivierung der Steigerwaldbahn ist zäh wie Kaugummi. Die Landkreise Kitzingen und Schweinfurt haben einer Entwidmung der Strecke widersprochen, was verhindern soll, dass die Gleise abgebaut werden. Die Kommunen entlang der Bahnlinie haben aber zum Teil eigene Pläne mit den brach liegenden Grundstücken.

Soll die Steigerwaldbahn zwischen Schweinfurt und Kitzingen tatsächlich eines Tages reaktiviert werden, so muss sie zunächst ein Prüfverfahren durchlaufen. Das wird unter anderem ermitteln, welche Fahrgastzahlen auf der Strecke denkbar wären. Der Landkreis Kitzingen hat sich in seinem Verkehrsausschuss für dieses Verfahren ausgesprochen, allerdings muss dem auch noch der Landkreis Schweinfurt zustimmen.

Chance für die Zukunft

Mit seiner Zustimmung will der Landkreis die Chance auf eine Wiederbelebung der Bahn in der Zukunft erhalten. Denn vor dem Hintergrund von Klimaschutzzielen und eines sich verändernden Öffentlichen Personen-Nahverkehrs könnte eine Bahnstrecke möglicherweise noch eine wichtige Rolle spielen.

Die Landtagsabgeordnete Barbara Becker (CSU), die nicht an der Ausschuss-Sitzung teilnahm, erklärte in einem Telefonat, dass sie für die Steigerwaldbahn nicht so gute Chancen sieht wie für die Mainschleifenbahn zwischen Volkach und Würzburg.  Sie präferiert mittlerweile eine andere Variante auf der Steigerwaldbahn-Strecke: Becker plädiert dafür, die Gleise gegen eine Bustrasse zu tauschen und eine Schnellbuslinie einzuführen. Sympathie hegt sie auch für einen Radweg, eventuell zusätzlich zur Bustrasse. Beides wäre dann für diese Verkehrsmittel reserviert und dürfte nicht von anderem Kraftverkehr genutzt werden.

Becker präferiert Schnellbuslinie

Aus Sicht Beckers ließe sich so ein Projekt mit etwa drei Jahren Vorlaufzeit verwirklichen, also deutlich schneller als die Reaktivierung der Bahnlinie. Würde man dann noch einen Bus mit regenerativer Energie einsetzen, so könnte es – anders als für die Bahnstrecke – auch noch Fördermittel des Freistaats geben. Das lässt Becker seit Mitte November im Verkehrsministerium prüfen. Um der Bahnstrecke aber nicht voreilig den Todesstoß zu versetzen, sei auch Becker für das vom Landkreis Kitzingen angestrebte Prüfverfahren. 

Derweil werden am Ende der Strecke, zwischen Großlangheim und Kitzingen, in diesen Tagen Tatsachen geschaffen: Der Abbau der Gleise hat diese Woche begonnen. Vor einigen Monaten hatte die Bahn diese Teilstrecke verkauft. Der Käufer verwertet nun die Gleise – und verkauft dann nach und nach die Flächen seinerseits weiter. In Kitzingen ist sich die Stadt mit dem neuen Besitzer bereits einige geworden. Nach Auskunft von Pressesprecherin Claudia Biebl werde die Stadt demnächst die Flächen innerhalb der Stadtgrenzen kaufen. Dies ermögliche der Stadt dann endlich, "das letzte Teilstück der Nordtangente fertigstellen zu können".

  • Lesen Sie hierzu auch eine aktuelle Mitteilung der Steigerwaldbahn-Befüworter ...
  • ... und eine Mitteilung der Bürgerinitiative gegen eine Reaktivierung der Steigerwaldbahn

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