Dettelbach

Die Schule wird zum Kindergarten

Defizit in Dettelbach im Bereich der Krippenplätze
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Kindergarten und Feuerwehr: die beiden Hauptthemen der Stadtratssitzung am Montagabend in Dettelbach zeigten sich als wahre Publikumsrenner. Mit gut 40 Besuchern erreichte der historische Sitzungssaal im Rathaus seine Kapazitätsgrenzen. Dabei erlebten die Zuschauer vor allem beim Themenkomplex Kindergarten eine muntere Diskussion mit viel Lob, aber auch Kritik an Bürgermeisterin und Verwaltung.

Eigentlich, so das Ergebnis der alljährlich aufzustellenden Bedarfsermittlung, ist Dettelbach mit seinen sechs Kindergärten und insgesamt 329 Plätzen ganz gut aufgestellt. Doch die Detailbetrachtung von Sachbearbeiter Daniel Sauer ergab in einigen Bereichen durchaus Defizite, die "dringenden Handlungsbedarf" (Bürgermeisterin Christine Konrad) nach sich ziehen. Vor allem bei den Kleinkindern im Krippenbereich "brennt den Eltern das Thema auf den Nägeln", so Sauers Resümee einer Elternbefragung. Und hier stechen vor allem die Einrichtung Bibergau-Effeldorf ins Auge, wo eine deutliche Steigerung des Bedarfs zu erwarten ist. Zudem ist der Kindergarten Bibergau dringend sanierungsbedürftig.

Schnelles Handeln ist also angesagt, denn bayerische Eltern haben einen Betreuungsanspruch für ihre Kinder, zudem eine Pflichtaufgabe von Kommunen. Um die Lage schnell zu entspannen schlägt die Verwaltung vor, im Dettelbacher Kindergarten St. Maria eine Kindergartengruppe zur Kindergruppe umzubauen. Das kann mit nur geringem baulichen Aufwand erfolgen. Die "verdrängte" Kindergartengruppe soll aber zusammen bleiben können - dazu wird ein Container direkt am Anschluss an St. Maria aufgestellt. Das hat den Vorteil, dass die Infrastruktur des Kindergartens dafür genutzt werden kann. Die Kosten für Umbau und Containermiete werden für kommendes Jahr auf 35.000 Euro geschätzt.

Mittelfristig soll der sanierungsbedürftige Kindergarten in Bibergau, bei dem auch eine nötige Erweiterung schwierig ist, aufgelassen werden. Ersatz soll in der ehemaligen Schule zwischen Bibergau und Effeldorf geschaffen werden. Das Gebäude gehört der Stadt und ist derzeit ungenutzt. Platz für einen zweigruppigen Kindergarten mit Krippeengruppe ist dort ausreichen vorhanden. Zudem ist ein großes Freigelände da und Erweiterungsmöglichkeiten gegeben. Dafür sollen Planungskosten in Höhe von 150.000 Euro in den Haushalt 2019 eingestellt werden.

Kritik kam vor allem von Seiten der CSU-Fraktion. Ein Container in Bibergau anstelle im Bereich von St. Maria, wie ihn Michael Schuba vorschlug werde wohl vom Landratsamt nicht zugelassen, da hier die besonderen Vorgaben für Krippenplätze nicht gegeben sind. Zudem müssten dazu umfangreiche Umbaumaßnahmen ergriffen werden. Für Marcel Hannweber waren die Planungskosten in Höhe von 150.000 Euro für den Einbau eines Kindergartens in der ehemaligen Schule zu hoch. Er wollte vor einer Zustimmung zumindest grobe Baukosten vorgelegt bekommen. Die wiederum könnten aber erst nach einer Vorplanung ermittelt werden - und dazu seien zumindest ein Teil der Planungskosten nötig.

Nicht nur der Schulumbau, sondern auch eine Sanierung des Bibergauer Kindergartens sollten untersucht werde, so die Forderung von Raimund Sauer, die mehrheitlich abgelehnt wurde. Am Ende stimmten die Räte einstimmig für Umbau und Containerlösung in St. Maria und mehrheitlich für die Planungskosten zum Umbau der ehemaligen Schule.

Zusätzliche Räume braucht auch der Kindergarten St. Sebastian in Dettelbach unter anderem wegen geänderter pädagogischer Richtlinien, der Mittagsbetreuung und fehlender Lagerflächen. Das alles ist nur durch eine Aufstockung des Hauses möglich, wofür Planungskosten in Höhe von 25.000 Euro in den Haushalt 2019 eingestellt werden.

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