Die Kosten für den Neubau der Schule und der Kindertagesstätte in Prichsenstadt sinken ganz leicht. In seiner Sitzung stimmte der Stadtrat nach einer zweistündigen Diskussion Mehrkosten von knapp 70 000 Euro zu, im Gegenzug verringern sich andere Posten um fast 120 000 Euro.

Ein Ende der ständig neu zu fassendenden oder zu kippenden Beschlüsse rund um das Bauwerk erwartet Bürgermeister Adolf Falkenstein erst mit dessen Einweihung.

Das Umweltgutachten, vorgestellt von Nils Oehler, verteuert sich um 11 000 Euro. Das hängt zusammen mit den Abbrucharbeiten, die sich um 44 000 Euro erhöhen. Grund dafür, so die Architekten Volker und Bernhard Heid, „ist das Fundament der alten Schule. Dort haben wir bereits 376 Kubikmeter Beton rausgeholt, und diese Menge hat sich mit 1174 Kubikmeter fast verdreifacht“.

Extrem viel Beton verbaut

Beim damaligen Bau der Schule, dessen Baupläne nicht auf ein derart massives Fundament hinwiesen, „wurde extrem viel Beton verbaut, vermutlich um den Untergrund zu festigen“, so Bernhard Heid. Diese Vorgehensweise sei in der damaligen Zeit, als das Umweltbewusstsein noch keine große Rolle gespielt habe, durchaus üblich gewesen.

Da es mit der Abbruchfirma einige Meinungsverschiedenheiten über entstandene Kosten gibt, stimmte der Rat zwar den Mehrkosten von 44 000 Euro zu, behielt sich aber eine eingehende Prüfung vor. „Das wird wohl vor Gericht enden“, orakelte Falkenstein. Und das um 11 000 Euro teurere Umweltgutachten hängt mit dem komplizierten Abfallrecht zusammen, so Oehler. „Da kleben zum Beispiel Fliesen mit einem speziellen Kleber am Putz und die Trennung ist schwierig“, erklärte er den Räten.

Die Lüftungsanlage zur Erwärmung der Turnhalle wird auf Empfehlung des Büros Heid nicht mehr in Betrieb genommen, weil sie veraltet ist „und einer mikrobiologischen Untersuchung nicht mehr standhalten wird“, so Volker Heid, „jetzt liegt sie uns im Weg rum“. Mit 7:4 beschloss der Rat, sie nicht mehr in Betrieb zu nehmen.

Zu den Vorwürfen, dass es auf der Baustelle zu einem Streik von Arbeitern wegen ausstehender Bezahlung gekommen sei, nahm Edgar Endres, Prokurist der Firma Dechant, Stellung. Es habe Probleme mit einem Subunternehmer gegeben, räumte er ein. „Mit diesem Unternehmer arbeiten wir schon viele Jahre zusammen, bislang lief alles reibungslos“, sagte er. Allerdings habe es „Ungereimtheiten“ gegeben, die Firma habe selbst den Zoll eingeschaltet und dem Subunternehmer fristlos gekündigt. Auf Details wollte er auch trotz bohrender Nachfragen seitens der Räte nicht eingehen, „wir haben einen anderen Subunternehmer eingestellt, jetzt läuft es wieder“.

Erfreuliches berichtete der Architekt Rudy Laatsch vom Planungsbüro Büro Brendlein. Die Kosten für den Stahl verringern sich um gut 100 000 Euro, „wir mussten sehr viel weniger Stahl einbauen“, sagte er. Der Allwetterplatz hinter der Turnhalle wird vorerst nicht saniert, was die Verwaltung mit gut 66 000 Euro veranschlagt hatte. Um den Platz zu schonen, darf er von den Baufirmen nicht mehr als Zwischenlager für Baustoffe verwendet werden.