Kitzingen

Die Schlappmaul-Suche: Wer hat die lockerste Zunge?

Die Kitzinger Narren verkünden am Freitag, wer das 36. Schlappmaul und damit Nachfolger von Hubert Aiwanger wird. Wir spekulieren ein wenig, wer in Frage kommen könnte.
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Wer kann sich den Titel "Schlappmaul 2020" und damit die Nachfolge von Hubert Aiwanger sichern? Die Karnevalisten aus Kitzingen lüften das seit Wochen bestens gehütete Geheimnis am Freitagmittag. Wir hätten da ein paar Ideen, wer wegen seiner "gar trefflich lockeren Zunge" am Rosenmontag womöglich den Orden umgehängt bekommen könnte.

Wird es wieder ein Politiker? Dann könnte es auf ihn hinauslaufen: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer war zuletzt immer für eine Schlagzeile gut. Sein Name ist untrennbar mit einer unendlichen Maut-Geschichte verbunden. Und auch wenn viele über den CSU-Minister nur den Kopf schütteln – einen eigenen Kopf hat er jedenfalls. Das gilt auch für Julia Klöckner. Die CDU-Landwirtschaftsministerin und frühere Weinkönigin weiß sich in Szene zu setzen, geht an keiner Kamera vorbei und dürfte in Berlin den größten Verbrauch an Worthülsen haben.

Wie der Schnabel gewachsen ist

Aber wer weiß: Vielleicht kommt das neue Schlappmaul auch aus dem Bereich des Sports? Hier ragen gerade zwei Gestalten aus einer zunehmend zähen Masse heraus: Freiburgs Trainer Christian Streich redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Ihm zuzuhören macht vor allem eines: Spaß. Ein Blatt vor den Mund zu nehmen ist bei ihm undenkbar. Das gilt ebenfalls für Thomas Müller: Der Bayern-Spieler haut so ziemlich nach jedem Spieltag einen Spruch heraus. Der 30-Jährige lässt die Fans teilhaben, was er auf dem Herzen hat.

Eine lange Schlappmaul-Tradition haben auch die Moderatoren. Ein ganz heißer Tipp: Oliver Welke und seine unverwüstliche "Heute-Show" im ZDF. Der Bielefelder mag es provokant, seine Sendung ist ein Klassiker. Ebenfalls für das ZDF ist Jan Böhmermann unterwegs. Sein "Neo-Magazin" kommt demnächst ins Hauptprogramm, nach dem Mann sind inzwischen sogar Affairen benannt.

Zurück auf dem Moderatoren-Sessel ist auch der einstige ARD-Wettergott Jörg Kachelmann. Nach dem ausgestandenen Prozess und rehabilitiert meldete er sich dieses Jahr wieder als begnadeter Talkshow-Moderator im MDR mit dem "Riverboat" zurück.

Zum Affen gemacht

Wer jetzt noch fehlt? Genau: die Comedians. Hier ragte seit diesem Jahr Luke Mockridge heraus. Neben mehreren eigenen Shows sorgte er mit einem Irrsinns-Auftritt im ZDF-Fernsehgarten für Aufsehen, als er sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Affen machte. Für Schlagzeilen gut war zuletzt auch Dieter Nuhr. Der musste wegen seiner politisch unkorrekten Art den einen oder anderen Shitstorm überstehen und fand trotzdem – oder gerade deshalb – noch Zeit, sich mit dem Irrsinn des Alltags auseinanderzusetzen. 

Ein weiterer heißer Kandidat: Eckart von Hirschhausen. Der Mann ist ja irgendwie alles: Moderator, Arzt, Zauberkünstler, Kabarettist, Comedian und Schriftsteller – nur eben noch kein Schlappmaul. Ob sich das ändert, wird  am Freitag, 15. November, bekannt gegeben. Um 12 Uhr wird verraten, wer von den Kitzinger Narren als würdig befunden wurde, den Titel "Schlappmaul 2020" zu bekommen. Die Verleihung mit dem dann 36. Preisträger steigt am Rosenmontag, 24. Februar, in der Florian-Geyer-Halle.

Wie alles anfing

Das erste Schlappmaul war übrigens 1989 die Kunstfigur aus der Zeitungskolumne "Schorschla von der Fischersgass". Es folgten Prominente wie Wolfgang Bötsch Jürgen Möllemann und Hans-Dietrich Genscher. Weitere berühmte Schlappmäuler waren unter anderem Helmut Kohl (2000), Guido Westerwelle (2002), Günther Beckstein (2007), Wolfgang Kubicki (2013) und Wolfgang Bosbach (2017).

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