Castell
Projekt

Die Räte in Castell sind keinesfalls planlos

Der Weingarten mit Kiosk soll Castell für Einheimische und Auswärtige aufwerten. Und das möglichst schnell.
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Gerhard Horak stellt den Casteller Gemeinderäten die Pläne zum Kiosk vor. Foto: rf
Gerhard Horak stellt den Casteller Gemeinderäten die Pläne zum Kiosk vor. Foto: rf
Einstimmig beschloss der Gemeinderat Castell in seiner knapp zweistündigen öffentlichen Sitzung am Montagabend den Plan zum Bau eines Kiosks zum Betrieb eines Weingartens in der Schützenstraße 1. Der Abriss des alten Schießhauses sowie die Sanierung der Kegelbahn und des Kellerhauses wurden gleich mitbeschlossen.
Nach den Worten von Bürgermeister Jochen Kramer sollen damit das Dorfleben und der Tourismus gefördert werden. Vor allem während des Tages besteht in dem Winzerort ein Defizit an Gastronomie. Während der Sommermonate soll dieses Defizit mit dem Kiosk und dem romantischen Weingarten behoben werden. Die Gesamtkosten werden laut Plan 259.000 Euro betragen.

Keine Zeit zu verlieren

Gemeinderätin Gudrun Kroeschell stellte bei der Vorstellung des Plans durch den Architekten Gerhard Horak fest, dass bei einem solchen Projekt ein Konzept mit dem Kioskbetreiber besprochen werden müsste. Doch der Gemeinderat samt Bürgermeister Jochen Kramer waren der Meinung, dass der Gemeinderat in den letzten Monaten das Konzept ausführlich erörtert und in der Antragstellung für die Bezuschussung auch festgelegt hat. Jetzt müsse die Beantragung der Fördermittel endgültig erfolgen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Außerdem gebe es derzeit noch keinen Betreiber, erinnerte Kramer. "Und im Lauf der Zeit kann ein Betreiber auch wechseln." Die Gemeinde könne nicht einen Kiosk nach den Wünschen eines Betreibers bauen, sondern dieser müsse sich an die Begebenheiten anpassen.

Kramer stellte zudem fest, dass er auch schon zweieinhalb Jahre lang einen gastronomischen Betrieb geführt habe. Der geplante Kiosk mit seinen 102 Sitzplätzen biete nach seiner Überzeugung beste Voraussetzungen die Gäste zu bewirten. Die Küche und der Ausstellungsraum für die örtlichen Weine seien mit jeweils rund 16 Quadratmeter groß genug für die angedachten Funktionen. Mit Toiletten und drei Lagerräumen wird der Kiosk eine Größe von rund 87 Quadratmetern haben. Die Baukosten sind mit 132.000 Euro vorgesehen, dazu kommen Einrichtungsgegenstände im Wert von 15.000 Euro. Die Sanierung des Kellerhauses ist mit 22.000 Euro geplant, die Sanierung der Kegelbahn mit 11.000 Euro.

Für den Abriss des alten Schießhauses sind 11 000 Euro eingeplant, für den Ausbau der Schützenterrasse 7000 Euro, für die Zufahrt 24.000 Euro und für Stellplätze (vor allem ein behindertengerechter Stellplatz) 5000 Euro. An Baunebenkosten sind 32.000 Euro vorgesehen.

Asphaltierung zu teuer

Die Zufahrt wird nur als Schotterweg durchgeführt, da eine Asphaltierung mit bis zu 100.000 Euro an Kosten zu teuer kommt. Nach den Ausführungen von Jochen Kramer gibt es Möglichkeiten, die Kosten eventuell noch zu senken. So soll zum Beispiel der Einriss des alten Schießhauses mit den Kirchweihburschen am 15. Juni erfolgen. Die insgesamt 102 Sitzplätze sind wie folgt verteilt: Kegelbahn 28, Terrasse 50 und unter den Linden 24. Eingeplant ist auch ein Backofen, mit dem vor allem das Dorfleben mit Backfesten belebt werden könnte.
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