Für erheblichen Wirbel unter den Anliegern sorgt ein Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus in der Otto-Selzer-Straße 21 im Baugebiet Fuchsberg in Marktbreit. Der Bauausschuss traf in seiner Sitzung am Mittwochabend noch keine Entscheidung und verwies das Vorhaben in die Stadtratssitzung am kommenden Montag. Klar scheint: „Egal wie wir entscheiden, Prügel bekommen wir sowieso“, wie Bürgermeister Erich Hegwein am Ende einer kurzen Diskussion sagte.

Prinzipiell entspricht das Bauvorhaben mit fünf Wohneinheiten den Vorgaben des Bebauungsplans Am Fuchsberg. Lediglich bei der Höheneinstellung des Gebäudes beantragt der Bauwerber eine geringe Abweichung, die den Geländeverhältnissen geschuldet ist – Oberflächenwasser würde ansonsten nicht vom Gebäude weg fließen.

Eindeutiges Ja

Schon im Vorfeld hatte die Stadt die Planunterlagen an die Genehmigungsbehörde Landratsamt zur Vorprüfung weitergeleitet. Das Amt kommt zu einer eindeutigen Stellungnahme: „Zusammenfassend halten wir den Bauantrag für genehmigungsfähig. Die Erteilung von Befreiungen vom Bebauungsplan empfehlen wir.“

Damit widerspricht das Landratsamt den Bedenken der Anlieger, die mehrfach bei der Verwaltungsgemeinschaft vorgebracht wurden. Das Bauvorhaben entspricht der Nutzungsfestsetzung; im Bebauungsplan gibt es keine Begrenzung auf Ein- und Zweifamilienhäuser; die Geschosszahl wird ebenso wie die Grund- und Geschossflächenzahl eingehalten; gleiches gilt für die Dachneigung, den Kniestock und das Höchstmaß für Dachgauben. Die Anlieger haben die Unterschriften zum Bauantrag verweigert.

Die Zeit drängt

„Wenn wir das ablehnen, machen wir uns schadensersatzpflichtig“, so das Resümee des Bürgermeisters. Trotzdem beantragte Christiane Berneth, das Bauvorhaben in den Stadtrat zu verweisen. Ein ihrer Meinung nach ähnliches Projekt, das allerdings nicht verwirklicht wurde, sei ebenfalls im Stadtrat beschieden worden.

Dem widersprach Hegwein: Das angesprochene Bauvorhaben wies erhebliche Abweichungen von den Grund- und Geschossflächenzahlen auf. Zudem dränge die Zeit, denn der Bauantrag sei bereits am 15. Dezember in der Verwaltung eingegangen, die Bearbeitungsfrist von zwei Monaten laufe bald ab.

Auch wenn einige Bauausschussmitglieder für eine Abstimmung im Ausschuss sprachen, stimmten sie dann doch für eine Delegierung in den Stadtrat. Da der bereits am kommenden Montag tagt, kann auch die Bearbeitungsfrist eingehalten werden.