Castell

Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam

"Ich vertrete die Meinung, dass sich eine Stagnation ergeben hat, was den Fortgang von Vorhaben unserer Gemeinde betrifft", meinte der Casteller Bürgermeister Jochen Kramer zum aktuellen Stand der Dorferneuerung.
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"Ich vertrete die Meinung, dass sich eine Stagnation ergeben hat, was den Fortgang von Vorhaben unserer Gemeinde betrifft", meinte Bürgermeister Jochen Kramer zum aktuellen Stand der Dorferneuerung. Es habe zuletzt diverse Besprechungen und Abstimmungen mit Beteiligten, aber nur teilweise mit konkreten Ergebnissen. Einzig sei jetzt spruchreif, dass das Amt für Ländliche Entwicklung eine Förderquote von 65 Prozent für die Dorferneuerungs-Projekte zugesagt hat. Jetzt bekommen die Gemeinderäte einen Geschmack davon, wie langsam bisweilen die Mühlen der Bürokratie mahlen.

In der Beteiligung der Träger Öffentlicher Belange hätten sich manche Verzögerungen ergeben. Hier erhoben Denkmalschützer Einwände, dort wurden Dinge aus dem Landratsamt in Frage gestellt, oder eine andere Behörde braucht noch Zeit mit Prüfungen. Deswegen rechnete Jochen Kramer nicht vor dem Winter mit einer Ausschreibung der Dorferneuerungs-Projekte im Ortskern. Auch das Hochwasserschutzkonzept innerhalb der interkommunalen Allianz Dorfschätze macht nach Ansicht von Georg Schwarz kaum Fortschritte. Der Bürgermeister erwiderte, dass Ingenieurbüros viel Arbeit vor sich hätten und möglicherweise im Herbst das Konzept den Bürgern vorgestellt werden könne.

Atemschutztechnik wird in Wiesentheid gewartet

In der Vergangenheit wurde die Atemschutztechnik der Feuerwehr Castell in Iphofen gewartet und geprüft, was jetzt nicht mehr möglich ist. "Es war der naheliegendste Lösung, die Arbeiten innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft zu regeln", meinte Jochen Kramer. Deswegen beriet der Gemeinderat einen Vertrag über die Pflege und Wartung der Atemschutztechnik durch die Wiesentheider Stützpunktwehr. Einzig die Kosten für die Befüllung der Atemluftflaschen erschienen den Castellern – wie schon vorher den Abtswindern – etwas zu hoch, weshalb die Gemeinde Castell mit dem Wiesentheider Bürgermeister Werner Knaier nachverhandeln will. Wie Jochen Kramer hochrechnete, wird die Wartung und Pflege der Atemschutztechnik der Gemeinde Castell pro Jahr rund 800 bis 1000 Euro kosten.

Der Ratsrunde lagen zwei Anträge von Bürgern für das Baugebiet Schupfäcker vor. Zuerst beriet der Gemeinderat über die Errichtung eines Kinderspielplatzes. "Wir stehen zu unserem Wort, einen kleineren Bauplatz für einen Kinderspielplatz vorzuhalten", versicherte der Bürgermeister. Die Eltern machten besonders für Kleinkinder einen Bedarf schriftlich geltend und sagten eine tatkräftige Mithilfe zu. Gudrun Kroeschell sprach sich für eine alternative Gestaltung eines Spielplatzes aus. Jochen Kramer schlug vor, dem Antrag auf einen Spielplatz zu entsprechen und eine grobe Summe von 25 000 Euro vorzusehen, was die Ratsrunde befürwortete.

Entscheidung über Tempo-30-Zone wird vor Ort gefällt

Der zweite Antrag zielte auf die Ausweisung einer Tempo 30-Zone im Schupfäcker-Baugebiet ab. Der Bürgermeister erinnerte an Versuche, solche Tempobeschränkungen zu erlassen, was nicht wirklich funktioniert habe. Zudem seien die Straßen in dem Areal eng und kurvig, so dass es Autofahrer kaum möglich sei, ein Tempo vom 50 km/h zu erreichen. "Jedes Schild ist nur so gut, wie es überwacht wird", bemerkte Georg Schwarz. Der Gemeinderat will sich die Situation vor Ort ansehen um eine Entscheidung zu fällen.

Jochen Kramer bezeichnete es als allgemein üblich, Schilder für die Fränkische Weinkönigin an Ortseingängen aufzustellen. Er stellte einen Entwurf über Schilder für Carolin Meyer vor, bei einer Begehung wurden die Standorte in Castell und Greuth festgelegt. Jochen Kramer votierte dafür, die Kosten zwischen der Gemeinde, dem Heimatverein und dem Weinbauverein zu dritteln, mit einem Deckelbetrag von 2500 Euro für die Gemeinde.   

Finanzielle Anerkennung für die Fußballer zum Meistertitel

Die Gemeinde ist stolz auf den Meistertitel der Fußballer der SG Castell/Wiesenbronn, deswegen schlug Jochen Kramer eine Anerkennung in Form von 500 Euro als Zuschuss für den TSV Castell vor, was die Ratsrunde mittrug.

Das Anwesen Senft im Ortsteil Greuth ist zum Verkauf ausgeschrieben, jetzt gebe es einen Interessenten aus Kitzingen, der sich unter gewissen Bedingungen den Kauf des Anwesens vorstellen könne.

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