REPPERNDORF

Die Jugend erhält den Brauch

Auch wenn Repperndorf Teil der Stadt Kitzingen ist: Wenn Kerm ist, dann ist Repperndorf ganz Dorf. Und das ist gut so, denn die Tradition der Kirchweih, der große Umzug, die Predigt, das Ausgraben und die Ständerli vor den Wirtshäusern – das wird auf dem Dorf doch eher gelebt, als in der Stadt.
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Tradition: Zum 62. Mal schlängelte sich der Kirchweihzug am Sonntagnachmittag durch Repperndorf. Foto: Foto: Robert Haass

Auch wenn Repperndorf Teil der Stadt Kitzingen ist: Wenn Kerm ist, dann ist Repperndorf ganz Dorf. Und das ist gut so, denn die Tradition der Kirchweih, der große Umzug, die Predigt, das Ausgraben und die Ständerli vor den Wirtshäusern – das wird auf dem Dorf doch eher gelebt, als in der Stadt.

Zum 62. Mal fand die Kerm mit Umzug statt. Und es war wieder ein toller Zug, der sich traditionell am Hof der Familie Hermann formierte, um dann durch den Ort zu ziehen: 17 Gruppen, vom Kindergarten bis zur Feuerwehr, hatten sich gefunden, um die Kirchweih wieder zu einem Erlebnis für Repperndorf zu machen. Insgesamt beteiligten sich rund 80 Repperndorfer am Zug.

Natürlich durfte dabei auch die Prominenz nicht fehlen: Im offenen Cabrio hatten Landrätin Tamara Bischof und Kitzingens Oberbürgermeister Siegfried Müller mit Frack, Zylinder und Amtskette Platz genommen und zeigten damit, wie Ernst es ihnen mit der Tradition auch im Kitzinger Ortsteil ist.

Eine kleine Panne gab es gleich zu Beginn des Zugs: Der Wagen, der den Nachbau der Repperndorfer Kirche ziehen sollte, sprang einfach nicht an. Für die Repperndorfer kein Problem: Schnell war mit einem anderen Fahrzeug die Batterie überbrückt, das Fahrzeug startete – der Zug konnte mit wenigen Minuten Verspätung beginnen – und für die nächste Kerm in zwei Jahren ist wohl schon ein Thema gefunden.

Bei der Kirchweihpredigt unterhalb des Sportheims wurden die auf den Wagen dargestellten Begebenheiten dann sehr zur Freude der Besucher noch einmal lebendig. Dazu gab's dann auch „Kleinanzeigen“, die das aktuelle Dorfgeschehen in Kurzform karikierten. Nach dem Ausgraben der Kerm am Sportheim ging der Zug weiter zu den Gaststätten im Dorf, wo die traditionellen Ständerli auf die Wirtsleute ausgebracht wurden. Der Umzug endete wieder am Hermanns-Hof, mit einem eigenen Ständerle für die Gastfreundschaft der Familie Hermann. Nachzulesen sind die ganzen Geschichten in der umfangreichen Kerwazeitung. Im Vorwort verweist die Repperndorfer Jugend darauf, dass ihr Ruf gar nicht so schlecht ist, wie immer dargestellt. Auch die älteren Generationen hätten in ihrer Jugend so manches „ausgefressen“ – und die Jugend erhält immer noch den alten Brauch der Kerm.

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