Rödelsee

Die Hauswirtschaft gewinnt an Bedeutung

Mit dem ehrgeizigen Ziel, gleich zwei Bildungsabschlüsse zu erringen, hatten sich vor 22 Monaten 13 Frauen getroffen. Im Schwanbergcafé auf dem Schwanberg durften sie nun ihre Zeugnisse entgegennehmen. Dabei wurden sie ermuntert, auch Botschafterinnen für die Hauswirtschaft als auch für die Landwirtschaft zu sein.
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Freuen sich über den Abschluss: (von links) Sibylle Haenitsch-Weiß, Barbara Etienne-Sattes, Heike Gistel-Schömig, Andrea Ortner, Franka Hein, Denise Kempa, Sandra Lorenz, Ute Braun, Beate Müller und Melanie Horak.  Foto: Gerhard Krämer

Mit dem ehrgeizigen Ziel, gleich zwei Bildungsabschlüsse zu erringen, hatten sich vor 22 Monaten 13 Frauen getroffen. Im Schwanbergcafé auf dem Schwanberg durften sie nun ihre Zeugnisse entgegennehmen. Dabei wurden sie ermuntert, auch Botschafterinnen für die Hauswirtschaft als auch für die Landwirtschaft zu sein.

Der erste Abschluss ist nach den Worten von Thea Schlesinger, Leiterin der Landwirtschaftsschule Kitzingen, Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung, "Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung". Diesen Abschluss erhält man, wenn man die Fachschule Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule Kitzingen besucht. Der Sachaufwandsträger dieses Bildungsganges ist der Landkreis Kitzingen. Der Unterricht findet am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen statt. Neben dem  ersten Titel hatten die meisten den Berufsabschluss geprüfte Hauswirtschafterin als Ziel.

Bester Schulabschluss

Den besten Schulabschluss mit einem Notendurchschnitt von 1,0 schaffte Ute Braun aus Nordheim. Jeweils 1,33 erreichten Denise Kempa aus Wiesentheid und Andrea Ortner aus Geiselwind. Andrea Ortner hatte mit 1,5 auch den besten beruflichen Abschluss.

Die weiteren Absolventinnen: Nadja Endrich (Kitzingen), Barbara Etienne-Sattes (Seinsheim), Heike Gistel-Schömig (Schwarzach), Sibylle Haenitsch-Weiß (Obernbreit), Franka Hein (Kitzingen), Melanie Horak (Rottendorf), Sandra Lorenz (Marktsteft), Carina Moik (Markt Einersheim), Beate Müller (Buchbrunn) und Susanne Pfarr (Biebelried).

Fachkräfte sind gesucht

Das Berufsfeld Hauswirtschaft gewinne zunehmend an Bedeutung, betonte Thea Schlesinger. Dies bestätigte ihr auch die Anrufe, die sie erhalte, weil solche Fachkräfte gesucht seien. Bei der Abschlussfeier erinnerte Schlesinger an das Projekt "GartenAELFfen", das der Jahrgang im Lehrgarten der Gärtnerei von Frank Schunke in Hüttenheim verwirklichte. Alles habe man in einem Blog verfolgen können. "Sie haben unter Beweis gestellt, dass Sie multitaskingfähig sind", lobte Schlesinger den Jahrgang. Auch bescheinigte sie den Absolventinnen Managerqualitäten.  

"Zukunft braucht Hauswirtschaft", betonte Judith Regler-Keitel, Leiterin des Kompetenzzentrums Hauswirtschaft in Triesdorf, denn die Gesellschaft habe sich in den letzten Jahren stark verändert und sie werde sich noch mehr verändern. Die Zahl der älteren und unterstützungsbedürftigen Menschen steige in Deutschland stark an, in den vergangenen 30 Jahren sei die Zahl der über 67-Jährigen von zehn auf 16 Millionen gestiegen und werde weiter steigen.

Auch Kommunen sind gefragt

Immer mehr Menschen bräuchten hauswirtschaftliche Unterstützung zu Hause oder in Senioreneinrichtungen. "Arbeitskräfte in diesem Bereich werden dringend gebraucht", sagte Judith Regler-Keitel. Das habe auch die Politik erkannt, weswegen man nun auch die Anerkennung für die Alltagsbegleitung von Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 als Unterstützungsleistung erhalten könne. Durch die Kombination von haushaltsnahen Dienstleistungen und Alltagsbegleitung könne nun ein kostendeckender Stundensatz erreicht werden. Kommunen sollten im Rahmen ihrer Aufgabe der Daseinsvorsorge nicht nur die Pflege, sondern auch die hauswirtschaftliche Versorgung im Blick haben.

Frauen mit guter schulischer und beruflicher Bildung stiegen in der Familienphase sehr viel früher wieder in den Beruf ein. Die Kinder sollten deshalb in  Kindertageseinrichtungen und Ganztagsschulen hauswirtschaftliche Alltagskompetenz lernen.

Zu den bestandenen Abschlüssen gratulierten auch Landrätin Tamara Bischof, Kreisbäuerin Anette vom Berg-Erbar, Gerd Düll (Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen) und  Prüfungsausschussvorsitzende Karin Bausenwein. Ute Braun erinnerte für die Absolventinnen in humorvoller Weis an die Ausbildungszeit.

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