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Kitzingen

Die Glosse: Ein Foulspiel auf der Kitzinger Adenauer-Brücke

Das Plakatieren von Wahlwerbung sorgt in Kitzingen seit jeher für Ärger - jetzt war es wieder soweit. Derweil in Geiselwind der erste Storch klapperte - aus gutem Grund.
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Foulspiel: Auf der Konrad-Adenauer-Brücke in Kitzingen hingen Anfang der Woche Wahlplakate des CSU-Landratskandidaten Timo Markert. Erlaubt ist das nicht, Brücken sind tabu. Foto: Michael Mößlein
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Von Loriot wissen wir, dass der beste Platz für Politiker das Wahlplakat ist. Weil er dort tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen ist. Seit Anfang dieser Woche schwebt das Zitat wieder durch die Lande, in der Nacht zum Montag ging mit der Plakatiererei für die Kommunalwahl im März los. Und wie immer zum Startschuss gab es gleich Ärger. Kitzingen und Wahlplakate –  irgendetwas klappt da nicht.

Diesmal war es so, dass sich Landratskandidat Timo Markert einen Plakate-Faux-Pas geleistet hat. Die Plakate des CSU-Mannes grüßten von Laternenpfosten auf der Konrad-Adenauer-Brücke. Nur: Es gibt in Deutschland Regeln, viele Regeln. Eine nennt sich "Auflagen zur Sondernutzungserlaubnis". Darin steht, dass beispielsweise nicht an Verkehrszeichen geworben werden darf. Und eben nicht auf Brücken.

Wenn man genauer in die Verbote hinein liest, zeigt sich: Es ist so ziemlich alles verboten. So gesehen kann man als Plakatierer nur alles falsch machen. Immerhin herrscht beim Thema Zeit Klarheit: Plakate dürfen sechs Wochen vor der Wahl bis drei Tage nach der Wahl hängen. Wobei genau das in den vergangenen Jahren in Kitzingen immer Stress verursacht hat. Manche Plakate hingen zum Start schon vor Mitternacht, was entsprechend böses Blut verursachte.

Die CSU war beispielsweise verhaltensauffällig geworden, indem sie Plakatständer auch zu früh aufstellte, diese aber zunächst verhüllte und das dann "eine aktionskünstlerisch-augenzwinkernde Kritik an illegalen Praktiken" nannte. Wahlkampf, das lehren uns auch gerade die Geschehnisse in Erfurt, kann wundersam und befremdlich sein. So gesehen freuen wir uns doll auf die nächsten Wochen und auf das, was da noch kommen möge. 

Um einiges zu früh gekommen ist derweil einer der Geiselwinder Störche . Am 30. Januar wurde er erstmals gesehen, seit vergangenen Sonntag wohnt er wieder auf dem Kirchdach. Vergangenes Jahr war Meister Adebar am 1. Februar zurückgekehrt, im Jahr zuvor am 15. Februar. Die Frühstarts bringen zunehmend auch jene Vogelfreunde in Zeitnot, die sich vorgenommen haben, das Nest vor dem Start in die Brutsaison zu säubern.

Früher lief das still und heimlich, der Storch fand bei der Rückkehr ein gemachtes Nest vor. Inzwischen geht das nicht mehr, weil der Hausherr immer schon da ist. Macht aber nichts: Der Storch setzt sich derweil auf ein benachbartes Dach, schaut begeistert dem Reinigungstrupp zu und klappert anerkennend mit dem Schnabel.  Wobei es natürlich auch sein kann, dass der Storch das Geklappere als aktionskünstlerisch-augenzwinkernden Beitrag verstanden haben will.