Sulzfeld

Die Gemeinde darf bei Fernwasser-Vorhaben nicht mitentscheiden

Der Sulzfelder Gemeinderat hatte in seiner Januar-Sitzung seine Ablehnung des Vorhabens der Fernwasserversorgung Franken (FWF) beschlossen.
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Der Sulzfelder Gemeinderat hatte in seiner Januar-Sitzung seine Ablehnung des Vorhabens der Fernwasserversorgung Franken (FWF) beschlossen. Dieser Beschluss hat keine Wirkung mehr, wie die Ratssitzung am Dienstag zeigte. Denn nach einer Mitteilung aus dem Landratsamt, kann die Gemeinde nur eine Stellungnahme abgeben und nicht offiziell mitentscheiden, da das Vorhaben nicht des Einvernehmens der Gemeinde bedarf.

Die FWF hat vor, die zweite und dritte Pumpstufe für den kontrollierten Brunnenbetrieb anzugehen. Die weiteren Pumpstufen würden bedeuten, dass die FWF künftig ihre Wassergewinnung aus den Horizontalbrunnen in Marktsteft und Sulzfeld auf acht Millionen Kubikmeter pro Jahr verdoppeln würde. Ungeachtet der verfahrensrechtlichen Situation hält der Sulzfelder Gemeinderat wegen Bedenken zur eigenen Grundwasser-Situation an seiner ablehnenden Haltung fest.

"Mich würden schon noch mehr Details interessieren", meinte Bürgermeister Gerhard Schenkel, der vermutete, dass sich hinter dem Vorhaben verbirgt, dass die FWF künftig mehr heimisches Wasser verarbeiten will. Das hätte zur Folge, dass die FWF ihre Ausgaben senken kann, weil sie weniger Wasser über den Zweckverband fränkischer Wirtschaftsraum aus dem Lech-Mündungsgebiet bezieht. Wie der Uffenheimer FWF-Werkleiter Hermann Löhner gegenüber dieser Redaktion erklärte, gebe es zwei Hauptgründe für das Vorhaben.

Erstens laufe das Recht der FWF auf Wassergewinnung wie in Sulzfeld und Marktsteft jeweils über eine Frist von 20 Jahren und müsse dann neu begründet und verlängert werden. Zweitens schreibt das Gesetz vor, dass die Wasserversorger nach einem technischen Regelwerk ein hydrogeologisches Modell erstellen müssen, das die FWF zuletzt in den 1990er-Jahren erstellte. Nach über 20 Jahren haben sich durch den Klimawandel, Niederschlagsveränderungen und technische Fortschritte die Rahmenbedingungen verändert, weshalb das hydrogeologische Modell jetzt neu aufzustellen ist.

"Deswegen werden wir unsere Brunnenanlagen sechs Wochen im Hochlastbetrieb fahren und hinterher die technischen Daten auswerten", sagt Hermann Löhner. Sein Haus werde dann auch analysieren, welche Auswirkungen der Versuche auf das Grundwasser in den betroffenen Kommunen hat oder nicht. Natürlich sei es wirtschaftlicher, bevorzugt das heimische Grundwasser zu nutzen. Doch seien die Wasserversorger schon vom Gesetz her verpflichtet, der ortsnahen Wassergewinnung den Vorrang zu geben. Wenn die Daten der Pumpversuche ausgewertet sind, werden sie an die zuständigen Behörden zur Prüfung weitergeleitet. Erst im kommenden Jahr werden die Kommunen wie Sulzfeld dann den konkreten Antrag auf die Verlängerung des Wassergewinnungs-Rechtes auf dem Ratstisch liegen haben.

Weiteres Thema im Rat war:

Auch in Sulzfeld gibt es mittlerweile eine so genannte Mitfahrerbank, die an der Staatsstraße im Bereich des Informationspunktes platziert ist. Die Ratsrunde kam bei der Frage nach der Farbgestaltung überein, die Bank als naturbelassenes Holz zu halten.



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