Den ersten Einsatz hat Thomas Grimmer nicht vergessen, natürlich nicht. Ein Häuser-Brand, 16 Jahre alt war er - und unendlich aufgeregt: "Das war richtig heftig, live hatte ich sowas ja noch nie mitbekommen. Zum Glück hatten wir alles schnell unter Kontrolle, Verletzte gab es auch keine." Grimmer erzählt, als sei der Einsatz gestern gewesen. Dabei ist er schon 15 Jahre her. Das Adrenalin pumpte durch seinen Körper. Die Souveränität bei den Einsätzen sollte erst später kommen.
Mittlerweile ist Grimmer, 31, Kreisjugendwart im Landkreis Kitzingen, Kommandant der Hörblacher Feuerwehr und bei Einsätzen "immer vorn mit dabei", wie er sagt. Aber Grimmer ist nur einer, einer von knapp 4400 ehrenamtlichen Feuerwehrlern im Landkreis, es sind die vielen kleinen Helfer, welche die Feuerwehr erst zu dem machen was sie ist: ein unersetzlicher Dienst an der Gemeinschaft, an den Bürgern vor Ort.
Damit es auch künftig so bleibt, bringen die örtlichen Feuerwehren viel Zeit bei der Nachwuchsförderung auf. "Es ist leider keine Selbstverständlichkeit mehr, dass die Jugendlichen im Ort sich automatisch der Feuerwehr anschließen. Wir müssen etwas bieten", sagt Grimmer. Auch deswegen gebe es die regelmäßigen Aktionswochen, bei denen die Wehren sich und ihre Arbeit präsentieren. "Ich bin dabei. Wo bleibst Du?" lautet das aktuelle Motto (siehe Infokasten).

Action und Verantwortung


Um die Heranwachsenden möglichst früh für die Aufgaben der Feuerwehr zu interessieren, gibt es etliche Jugendfeuerwehren - oder, wie etwa in Volkach, sogar Kinderfeuerwehren für ab Sechsjährige. "Wir stehen ja in Konkurrenz zu vielen anderen und wollen den Kindern früh zeigen, was wir eigentlich machen", sagt Grimmer - und führt beispielsweise den Fußball-Verein an. "Wer mit zwölf Jahren zur Jugendfeuerwehr kommt, spielt vielleicht schon sechs Jahre Fußball im Verein. Dann kann man sich ausmalen, wo die Prioritäten liegen."
Zwar kommen immer wieder neue Jugendliche, das Problem sei aber, sie langfristig für die Feuerwehr zu begeistern - auch für die Verantwortung, die damit einhergeht: "Es ist eine Verpflichtung, aber der Spaß kommt auch nicht zu kurz", sagt Grimmer: "Außerdem hat mir die Arbeit hier geholfen, früh einen Teamgeist zu entwickeln, Rücksicht zu nehmen und sich auch auf andere verlassen zu können."
Insgesamt sei die personelle Situation bei den Wehren im Landkreis in Ordnung, der demografische Wandel mache aber auch vor den Brandbekämpfern nicht Halt. "Keine der Feuerwehren ist vom Aussterben bedroht, auch gibt es keine akuten Probleme", sagt Kreisbrandrat Roland Eckert: "Trotzdem müssen wir uns auf die Zukunft vorbereiten und aktiv um Nachwuchs werben."
Jugendwart Grimmer ist jemand, der meist als Erster am Einsatzort ist, ein "harter Kerl" quasi, oft mit menschlichem Leid konfrontiert. Gebraucht werde aber jede helfende Hand: "Auch wer kein Blut sehen kann, wird dringend gebraucht - etwa bei der Verkehrsabsicherung."