„Ich hab' mir vier Ziele gesetzt, nämlich mit meinen Tieren erfolgreich an Tierschauen des Vereins zur Förderung der Rinderzucht (VFR) teilzunehmen, mich an deutschen Schauen zu beteiligen, auf dem zentralen Landwirtschaftsfest in München auszustellen und unter die Top Ten der Züchter zu kommen“, sagt Klaus Wanner aus Wässerndorf.

Klaus Wanner bewirtschaftet zusammen mit Ehefrau Ute einen Hof mit rund 60 Hektar. Der Schwerpunkt liegt auf der Milchwirtschaft. Rund 120 Tiere, davon rund 80 Prozent Fleckvieh, haben die Wanners. 50 Tiere verbringen von Mai bis November ihr Leben auf der Weide in der Rhön.

Wanners Hof sieht aus wie viele der Bauernhöfe, die das Bild unserer Dörfer prägen. Dass sich hinter den Mauern des ehemaligen Schlossgutes im Schatten der Schlossruine einer der renommiertesten Rinderzuchtbetriebe Unterfrankens verbirgt, sieht man nicht.

Seit Anfang der 80er Jahre wird der Hof als Milchleistungsbetrieb geführt, seither hat Wanner die Zucht konsequent weiterbetrieben. Der Herdendurchschnitt liegt bei über 9000 Kilogramm Milch im Jahr.

Schon vor 15 Jahren hat Wanner erfolgreich mit der Zucht von hornlosen Rindern begonnen. „Mein nächstes Ziel ist, eine komplette Herde hornloser Rinder im Stall stehen zu haben“, verrät er. „Sie sind sanftmütiger und der Umgang mit ihnen weniger gefährlich“, sagte der Landwirt. Ein halbes Dutzend seiner Hornlosbullen haben es inzwischen in die Prüfung geschafft.

„Eins und eins ist nicht immer zwei, sondern in der Zucht manchmal auch Null.“

Klaus Wanner Rinderzüchter aus Wässerndorf

Wanner ist Rinderzüchter mit Leib und Seele und hat seine selbst gesetzten Ziele bereits erreicht. Anfang der 90er Jahre holte er auf einer VFL-Schau in Bayreuth mit seinem Bullen „Hundert“ seinen ersten Preis.

2009 wurde seine züchterische Arbeit schließlich mit dem 2. Platz als Fleckviehzüchter des Jahres gekrönt. Wanner war der erste Unterfranke mit dieser Auszeichnung.

Wanners Erfolgsliste ist lang. Erst am 6. Dezember vergangenen Jahres erzielte ein Bulle aus seinem Stall bei der Auktion des Rinderzuchtverbandes in der Frankenhalle in Dettelbach den Preis von 4100 Euro und ging als sogenannter Prüfbulle an das Besamungsunternehmen Bayerngenetik in Landshut. Einen Namen hat der junge Stier noch nicht, den bekommen die Tiere erst in den jeweiligen Besamungsstationen, erzählt Wanners Ehefrau Ute.

Erst im April hatte Wanner für einen Bruder des oben genannten Tieres 11 200 Euro erlöst und im September 2011 für einen Halbbruder 20 000 Euro. Das war der höchste Preis, den ein Prüfbulle in den vergangenen 40 Jahren in Unterfranken erzielte. Rund zehn Bullen aus Wässerndorf kamen in den vergangenen Jahren an Besamungsstationen, darunter Neustadt Aisch, Grub oder nach Wasserburg an das Rinderzuchtunternehmen CRV Meggle.

Von dort aus geht der Samen der Tiere an Landwirte in ganz Bayern und darüber hinaus. Erst wenn nach einigen Jahren feststeht, dass die Tiere halten, was sie aufgrund ihrer Herkunft versprechen, hat so ein Prüfbulle die Chance, als Zuchtbulle in die Annalen der Rinderzucht einzugehen und seine Gene weltweit zu vererben.

Die Grundvoraussetzungen für den Erfolg liegen in den Genen der Muttertiere und deren Väter, berichtet Wanner. „Alles muss passen, der Rahmen, das Fundament, das Euter, die Füße, die Milchleistung und selbst das ist noch keine Garantie für ein Spitzentier“, erzählt er. „Eins und eins ist nicht immer zwei, sondern in der Zucht manchmal auch Null“, sagte und findet, dass dies das Spannende an der Rinderzucht sei.

Selbst wenn Vater und Mutter super Voraussetzungen haben und sozusagen Topmodels sind, kann es passieren, dass nichts dabei herauskommt, es kann aber auch genau umgekehrt sein.

Es hat viele Jahre gedauert, bis Wanner die Grundlagen für seine züchterischen Erfolge geschaffen hat. „Man muss auch ständig den Markt beobachten und im richtigen Augenblick das richtige Tier kaufen“.

Die Hoffnung, dass Wanners Erfolgsserie nicht abreißt, steht übrigens bereits in einem von Wanners Ställen. Hoffnungsträger sind zwei Jungrinder, bei denen Wanner gerade auf die Ergebnisse der genomischen Untersuchung wartet.