Greuth

Deutsche Weinkönigin: Carolin Meyer verpasst das Finale

Wahl zur Deutschen Weinkönigin: In der Vorentscheidung konnte sich Carolin Meyer als fränkische Vertreterin nicht durchsetzen - trotz Sympathiepunkten und Fachkenntnis.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das waren die zwölf Bewerberinnen zur Wahl der Deutschen Weinkönigin 2019 bei der Vorentscheidung am Samstag in Neustadt an der Weinstraße. Ganz rechts die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer.  Foto: Silas Stein, dpa
+3 Bilder

Es hat nicht ganz gereicht für die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer aus dem Casteller Ortsteil Greuth (Lkr. Kitzingen): Trotz einer sympathischen und kompetenten Vorstellung hat die 23-Jährige den Sprung ins Finale zur Wahl der 71. Deutschen Weinkönigin verpasst . Bei der Vorentscheidung in Neustadt an der Weinstraße waren zwölf deutsche Weinbaugebiete vertreten. Das Finale am Freitag, 27.September, bestreiten am selben Ort die Weinköniginnen aus Baden, Rheingau, Württemberg, der Hessischen Bergstraße, Nahe und Mosel. 

In der Vorentscheidung war Fachwissen gefragt

Nach ausgeloster Reihenfolge betrat Meyer in dunkelblauem Kleid als sechste die Bühne, wo sie - befragt von drei Fachjuroren - ihr Wissen über den Weinanbau, Marketing und zum Umgang mit Wein unter Beweis stellen musste. Der ausgebildeten Weinbautechnikerin gelang dies ausgezeichnet. Versiert erklärte sie vor 800 Gästen im Saalbau die Besonderheit von so genannten Naturweinen und sprach über interessante Exportmärkte für deutschen Wein.

Jede Kandidatin hatte - ebenfalls in 45 Sekunden - eine dritte Frage in Englisch zu beantworten. Meyer sollte einem belgischen Weinhändler den Eiswein schmackhaft machen. Auch diese Aufgabe löste sie souverän.

"Das war ein außergewöhnlich starkes Feld in diesem Jahr."
Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes

Der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes Artur Steinmann, qua Amt Mitglied der rund 70-köpfigen Jury, sprach gegenüber der Redaktion von einem "außergewöhlich starken Feld in diesem Jahr". Die Wahl sei der Jury sehr schwer gefallen, das Feld der Teilnehmerinnen eng zusammen gelegen. Mit "seiner" Repräsentantin Carolin Meyer war er überaus zufrieden. Sie sei "sehr sympathisch, kompetent, geerdet und heimatverbunden" aufgetreten.

Im Gespräch mit Moderator Holger Wienpahl hatte sich Meyer, seit März 2019 Fränkische Weinkönigin, als "Bergdoktor"-Fan geoutet.  Warum diese TV-Serie? Weil ihr ebenfalls die eigene Heimat sehr am Herzen liege, erklärte sie dem Publikum. Das war auch in dem Drei-Minuten-Film zu erkennen, der Meyer zur Vorstellung im elterlichen Betrieb und in fränkischen Weinlagen zeigte, unter anderem als zertifizierte Wein-Gästeführerin. 

Unterstützung aus Greuth und Castell begleitete Carolin Meyer

Carolin Meyer war einem Anhang von fast 50 Freunden und Bekannten aus Greuth und Castell im Reisebus nach Neustadt gefahren. "Die Unterstützung war grandios", zeigte sie sich im Anschluss an die Vorentscheidung dankbar. " Klar wollte ich weiterkommen ", sei aber locker an die Sache herangegangen.

Allzu traurig sei sie nicht, meinte sie am Telefon. Sie genieße ihr Amt als Fränkische Weinkönigin, das sie nun ein verbleibendes halbes Jahr ausfüllen wolle. Trotz des Ausscheidens sieht sie Positives: Sie habe TV-Show genossen, Erfahrung gesammelt und noch einiges über den Weinbau in Deutschland gelernt. 

Vorentscheidung durch 70-köpfige Jury

Die 70-köpfige Fachjury bestand aus Vertretern der Weinwirtschaft, Politik, Lehre und Forschung sowie den Medien - darunter der langjährige Main-Post-Redakteur und Weinexperte Herbert Kriener. Eine klare Favoritin für den Titel der 71. Deutschen Weinkönigin hat sich bei der Vorentscheidung nicht abgezeichnet. Es dürfte also erneut spannend werden am kommenden Freitag in Neustadt an der Weinstraße, auch ohne fränkische Beteiligung. Die letzte deutsche Weinkönigin aus Franken war Marlies Dumbsky 2008/09.

Die Vorentscheidung mit Carolin Meyer strahlt der SWR Fernsehen am Sonntag, 22.September, um 14 Uhr aus.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren