Dettelbach

Dettelbacher Stadtwald in „erstaunlich gutem Zustand“

Trotz des heißen Sommers schlägt sich der Dettelbacher Wald wacker. Streitthema war im Stadtrat ein anderes: Obstbau Zörner will Wasser aus den Bibergauer Quellen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Neubau des Grafenwaldwegs im Dettelbacher Stadtwald geht planmäßig voran. Nach den Worten von Revierleiter Andreas Hiller soll die 466 Meter lange Trasse noch vor Weihnachten geschoben werden. Foto: Walter Sauter

Die gute Botschaft gleich vornweg: Der Dettelbacher Stadtwald befindet sich in einem "erstaunlich guten Zustand", trotz des wieder einmal sehr heißen und trockenen Sommers, der andernorts dem Wald kräftig zugesetzt hat. Revierleiter Andreas Hiller vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der den Dettelbacher Stadtrat am Montag über Waldschutz, Wegebau und geplante Projekte informierte, führte dies im Grafenwald auf eine besondere Situation beim Grundwasser zurück.

Während Eichen die Trockenheit im Landkreis am besten überstanden haben, so Hiller weiter, machte der Borkenkäfer vor allem den Kiefern zu schaffen, die einen hohen Anteil der Bäume im Stadtwald stellen. Allerdings ist der Marktpreis für Fichten- und Kiefernholz im Keller, so dass der Förster und sein Team 2019 auf aktiven Holzeinschlag verzichteten.  

Einzige Ausnahme stellte der Neubau des Grafenwaldwegs dar. Anfang Oktober wurde eine 466 Meter lange Trasse von der Langen Länge im Industriegebiet Dettelbach-Ost Richtung Main in den Wald geschlagen. Noch vor Weihnachten werden die Stöcke gerodet und die Trasse geschoben. Hiller: "Es läuft planmäßig." Diese Maßnahme sorgt auch dafür, dass bei den veranschlagten Kosten beim Jahresbetriebsplan für 2020 unter dem Strich ein Minus von rund 14 000 Euro bleibt. "Ohne den Wegebau wären wir etwa bei Null", so der Revierleiter.

Strittiges Thema: Obstbau Zörner will Wasser aus den Bibergauer Quellen 

Ein in Bibergau strittiges Thema hat der Stadtrat ohne große Beratungen vertagt. Es geht dabei um die Entnahme von Wasser aus den Bibergauer Quellen durch den Obstbau Zörner. Dem Stadtrat lag ein Antrag vor, wonach der Betrieb dort bis zu 30 000 Kubikmeter Wasser im Jahr entnehmen will. Über einen fast 600 Meter langen Leitungsgraben soll das Nass dann zu den Obstplantagen gelangen. Voraussetzung für die Wasserentnahme wäre allerdings, so geschäftsleitender Beamter Rigobert Pfister, dass immer genügend Wasser im Mühlbach bleibt.

"Dieser Antrag gehört abgelehnt", befand CSU-Stadtrat Hermann Göb. Er sah vor allem die Chancengleichheit verletzt. Nach seinen Ausführungen würde Obstbau Zörner mit den 30 000 Kubik im Jahr 90 Prozent des Wassers zustehen, während "den 38 anderen Betrieben nur noch zehn Prozent" blieben. Es gebe einen Antrag beim Landratsamt in der gleichen Angelegenheit, der noch nicht entschieden sei, so Göb. Diese Aussage nahm Eva-Maria Weimann (SPD) zum Anlass, um einen Antrag zur Geschäftsordnung zu stellen. Sie beantragte, die Angelegenheit zu vertagen, bis das Landratsamt entschieden habe. Dem stimmte das Gremium mit 15:4 zu.

Auf Nachfrage von Michael Schuba (CSU) erklärte Pfister, es habe bereits einen runden Tisch in dieser Sache beim Landratsamt gegeben. Die Stadt habe in der Folge versucht, mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden, doch seien die Gespräche mitunter sogar sehr kurzfristig abgesagt worden. Pfister resigniert: "Es gibt hier kein Vorwärtskommen."  

Wlan-Hotspot in der Maintalhalle oder am Bahnhof?

Die Stadt Dettelbach hat im Juli einen Gutschein in Höhe von 15 000 Euro zum Ausbau eines Wlan-Hotspots im Rahmen des EU-Programms WIFI4EU gewonnen. Nun ging es darum, wo er aufgestellt werden soll. Die Verwaltung schlug vor, den Hotspot in der Maintalhalle einzurichten, um bei den vielen Sportveranstaltungen einen vernünftigen Zugang zum Internet anbieten zu können.

Michael Schuba dagegen fand es sinnvoller, den Hotspot in Dettelbach-Bahnhof zu installieren. Dort könnten Reisende, die an dem weit von der Stadt entfernten Bahnhof ankommen, ebenso davon profitieren wie einige Anwohner, die "sonst nie eine Chance auf eine vernünftige Anbindung haben." Nach einer lebhaften Aussprache entschied der Stadtrat mit 16:3 Stimmen, den Hotspot in der Maintalhalle zu installieren.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren